Rotlichttherapie – was genau ist das und was sind mögliche Nebenwirkungen?

Rotlichttherapie und moegliche Nebenwirkungen

Die sporadische Anwendung der heimischen Rotlichtlampe ist bereits Bestandteil einer Rotlichttherapie, zudem existieren zumindest in Großstädten spezielle medizinische Einrichtungen, in denen sich solch eine Therapie in größerem Umfang vollziehen lässt - ähnlich beispielsweise wie das in einem Solarium mit dem UV-Licht der Fall ist. Nachfolgend möchten wir Ihnen einmal wissenswerte Informationen zur Rotlichttherapie aufzeigen, dabei aber auch potentielle Nebenwirkungen nicht vernachlässigen. So können Sie abschließend für sich selbst entscheiden, ob eine derartige Therapie für Sie in Frage kommt und falls ja, ob diese bequem im eigenen Wohnzimmer oder bei einem Dienstleister vollzogen wird.

So funktioniert die gezielte gesundheitliche Therapie mit Rotlicht

Dreh- und Angelpunkt der Rotlichttherapie ist kaum überraschend die Infrarotstrahlung, häufig schlicht mit "IR-Strahlung" abgekürzt. Unterschieden wird diese in ein kurzwelliges, mittleres und langwelliges Spektrum, wobei für die gesundheitlichen, positiven Effekte die kurzwelligen Strahlung verantwortlich sind. Die Strahlung wirkt oberflächlich ebenso, vor allem dringt sie aber tief in die unteren Hautschichten ein, welche normalerweise wenig bis gar keine direkte Wärme von außen erhalten. Dadurch entstehen mehrere positive Effekte, zum Beispiel:

  • die Durchblutung wird verbessert
  • dadurch verbessert sich unter anderem die körpereigene Abwehr sowie die Regeneration
  • körpereigene Mitochondrien werden in ihrer Funktionsweise optimiert

Der letzte Punkt ist ein ganz entscheidender Aspekt, sobald es um die Wirkung vom Rotlicht geht. Wer sich das bildlich vorstellen möchte, könnte sich an den Biologieunterricht und die da erklärte Photosynthese der Pflanzen erinnern. Weil das Rotlicht die Mitochondrien beeinflusst, entsteht eine körpereigene Reaktion, die unter anderem eine verbesserte Verwertung von wichtigen Mineralien sowie Nährstoffen und generell der dem Körper zugeführten Energie hat. Der Zellaustausch wird, auch dank der angeregten Durchblutung, maßgeblich verbessert. So entstehen positive Effekte hinsichtlich der Zellfunktion, welche bei der Rotlichttherapie umfassend ausgenutzt werden.

Was genau kann alles behandelt werden?

Nachfolgend erhalten Sie eine allgemeine Empfehlung von Erkrankungen und Körperflächen, bei denen sich die Therapie mit Rotlicht bewährt hat. Jeder Mensch ist ja aber ein wenig anders, vor allem was seine Krankheitshistorie betrifft. So sollten Menschen mit Herz- und Kreislaufleiden oder Diabetes ebenso von einer Verwendung absehen wie Menschen die unter akuten Entzündungsschüben (unter anderem: Sarkoidose) oder psychischen Störungen (bipolare Störung, Halluzinationen, Schizophrenie) leiden. Im Zweifel konsultieren Sie bitte den Arzt Ihres Vertrauens, noch bevor Sie mit einer Therapie eigenständig beginnen!

Vor allem bei den heimischen Geräten wird die Rotlichtlampe selbstredend da angesetzt, wo die Beschwerden existieren und die IR-Strahlung eine konkrete Wirkung zeigen soll. Wer also beispielsweise an Verspannungen im Nacken leidet, bestrahlt unmittelbar den Nacken, bei Ohrenschmerzen hingegen das Ohr. Etwas anders verhält es sich bei professionellen medizinischen IR-Geräten. Diese ähneln in ihrem Aufbau ein wenig einem luxuriöseren Solarium, sind also als Kabine konstruiert, in die Sie sich bequem hineinlegen und dann sogar großflächig IR-Strahlung "tanken" können.

Solche Geräte sind für den Privatverbraucher aber weder praktisch noch finanziell erschwinglich. Zudem existieren zum aktuellen Zeitpunkt eher weniger Klinken, Praxen und Dienstleister, die solche Kabinen unterhalten. Teilweise werden sie in Beauty-Salons mit Fokus auf medizinische Verfahren angeboten, aber auch das ist eher die Ausnahme. Wenn Sie sich für solch eine Behandlung interessieren, bleibt Ihnen nicht viel mehr übrig, als in Ihrer Region nach passenden Angeboten zu suchen. Setzen Sie Ihre Erwartungen jedoch nicht zu hoch an, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie leider keinen passenden Anbieter mit solchen IR-Kabinen ausfindig werden machen können - außer Sie nehmen eine längere Fahrt auf sich oder verbinden die Behandlung beispielsweise mit einer Wellness-Kur.

Praktischer sind also die heimischen Geräte, welche in drei Variationen/Größen existieren:

  • die größte Option ist die Stehleuchte
  • als mittlere Lösung kommen Tischgeräte von der Größe eines kleinen Monitors in Frage
  • die kleinsten Variante ist ein kreisrundes Gerät, wahlweise zum in der Hand halten oder auf den Tisch stellen

Das große Unterscheidungsmerkmal ist folglich die Größe. Speziell bei hochwertigen Geräten kann pauschal von einer sachgemäßen Filterung ausgegangen werden. Ein Arzt, der solch eine IR-Therapie im Zuge seiner medizinischen Tätigkeit anbietet, hat generell aber noch weitere Möglichkeiten zur Hand, beispielsweise über unterschiedliche Intensitäten oder Abweichungen vom Standard-Wellenspektrum.

Für diese Erkrankungen ist die IR-Therapie eine Alternative

Die bereits erfassten positiven Effekte, beispielsweise eine verbesserte Durchblutung und eine optimierte Versorgung mit Sauerstoff, entfalten sich an unterschiedlichen Körperzonen ganzheitlich positiv. Zudem ist da natürlich noch die Wärme selbst, welche nicht nur als wonnig und wohltuend empfunden wird, sondern zugleich auf unter anderem Muskeln, Gelenke und Nerven einwirkt. Generell lässt sich die lange Liste möglicher Erkrankungen und Beschwerden wie folgt zusammenfassen:

  • eine Vielzahl von Gelenk- und Muskelleiden, darunter auch der leidige Muskelkater
  • Verspannungen, unabhängig von der Körperregion, beispielsweise nach einem kalten Luftzug oder wenn Sie sich verlegen haben
  • Infekte in der Nasennebenhöhle, unter anderem die in Deutschland sehr weit verbreitete Sinusitis
  • diverse Ohrenleiden oder Entzündungen in sowie an den Ohren
  • ein breites Spektrum von Hauterkrankungen, darunter die Schuppenflechte sowie Akne
  • Bronchitis und ähnliche typische Erkältungskrankheiten

Je nach zu behandelndem Symptom oder mit Bezug auf die Erkrankung ist es wichtig, dass die IR-Strahlung entsprechend dosiert wird. Das geschieht sowohl über die Dauer der einzelnen Behandlung in Minuten als auch über die Regelmäßigkeit über mehrere Tage oder Wochen. Zur Schmerzlinderung hat sich ein Einsatz dreimal täglich bewährt. zur Vorsorge oder beispielsweise im Zuge einer Anti-Aging-Behandlung reicht eine Anwendung aller zwei bis drei Tage für etwa sechs Wochen aus. Bei einer Erkältung und damit verwandten Erkrankungen kann ebenfalls bis zu dreimal täglich eine Bestrahlung erfolgen, wobei die Therapie nach der Genesung wieder abgesetzt wird. Bei psychischen Erkrankungen hat sich eine Lichttherapie deutlich effizienter als die Therapie mit IR-Strahlung erwiesen und besitzt ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen.

Nebenwirkungen: Welche können auftreten? Wie wahrscheinlich sind unerwünschte Begleiterscheinungen?

Generell gilt die Rotlichttherapie sowohl als sicher als auch verlässlich. Voraussetzung dafür ist natürlich eine sachgemäße Anwendung der IR-Strahlung. Potentielle Nebenwirkungen, die sich durch solch eine Therapie ergeben könnten, sind meist kurzfristig und verschwinden sogar binnen weniger Stunden wieder. Die Ausnahme bilden Erkrankungen, bei denen eine IR-Therapie gar nicht verwendet werden sollte. Wir greifen unseren Hinweis aus dem vorherigen Abschnitt dieses Artikels daher noch einmal auf und erinnern Sie daran, sich im Zweifel noch vor der Behandlung an Ihren Arzt zu wenden. Selbiges gilt natürlich auch dann, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die im Verdacht mit der IR-Therapie stehen.

Bei einer Nutzung von LED-Licht sind generell keine Nebenwirkungen zu erwarten, die sich replizieren lassen würden. Bei normalem Licht oder einer unsachgemäßen Filterung sind unter anderem diese denkbar:

  • gereizte, tränende Augen
  • Kopfschmerzen
  • kurzfristig veränderte Wahrnehmung/Sicht
  • leichte Verbrennungen

Ein Großteil der Nebenwirkungen geht schlicht auf das helle Licht und die Reizung der Augen zurück. Verbrennungen sind nur bei schlechten Geräten zu erwarten, welche langwellige IR-Strahlung nicht oder nicht ausreichend filtern. Zudem wird die Wahrscheinlichkeit dieser Nebenwirkungen natürlich maßgeblich erhöht, wenn die Rotlichtlampe nicht sachgemäß, allen voran zu lange, verwendet wird.

falsche Rotlichtbehandlung ohne Sicherheitsabstand

Beispiel einer falschen Behandlung mit zu kurzer Entfernung zur Lampe und ohne Einsatz einer Schutzbrille.

Sowohl ein zu geringer Mindestabstand als auch eine zu lange Behandlungszeit können vor allem mögliche Verbrennungen und Reizungen begünstigen. Bedenken Sie, dass es sich bei der IR-Strahlung um thermische Energie handelt, welche Wärme absondert. Bei einem falschen Einsatz sind solche oberflächlichen Beschädigungen der Haut daher nie auszuschließen. Bei einem richtigen Einsatz, mit ausreichend Mindestabstand, Filterung von langwelliger IR-Strahlung und einer Anwendung nicht länger als 15 Minuten am Stück, ist das Risiko hierfür aber quasi nicht existent.

Die "U.S. Food & Drug Administration" (kurz: FDA) hat dem Rotlicht eine unbedenkliche Wirkung bescheinigt und vergibt auch eigene Zulassungen für Geräte, die mit IR-Strahlung arbeiten. Im deutschen beziehungsweise europäischen Raum sind diese Lampen ebenso frei verkäuflich. Viele Top-Hersteller wie Philips oder Beurer lassen ihre Geräte nach der gültigen Norm für medizinische Geräte klassifizieren. Diese sind hinsichtlich ihrer Nebenwirkung bei einem bewussten und sinnvollen Umgang ebenso als ungefährlich zu erachten.

Beachten Sie immer, dass Rotlichtlampen je nach Aufbau sehr warm werden können, vor allem am Glas, hinter dem sich das Leuchtmittel befindet. Unabhängig vom jeweiligen Gerät oder der Nutzung sollten Sie das Glas daher nicht anfassen, wenn sich die Rotlichtlampe noch im Betrieb befindet oder die Anwendung erst vor kurzer Zeit erfolgte.

Die ganze Macht des Lichtspektrums

Rotlichttherapie wird in Deutschland vorzugsweise im privaten Rahmen mit heimischen Rotlichtlampen vollzogen. Sie leisten sehr gute Arbeit und sind für eine Vielzahl an Erkrankungen absolut ausreichend. Zudem existieren selbst für die private Anwendung praktische Standleuchten, mit denen sich noch mehr Körperfläche abdecken lässt. Die zahlreichen Vorteile, wie unter anderem der komplette Verzicht auf Chemie und die schmerzfreie Behandlung selbst, machen die Rotlichtlampen zu einer natürlichen, sinnvollen Alternative - insbesondere im Rahmen einer ergänzenden Behandlung.

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
[Anzahl: 0 Durchschnitt: 0]
Avatar

    MedUni.com Redaktion

    Das MedUni.com Team führt seine anspruchsvolle Recherchearbeit studien- und evidenzbasiert durch und besteht aus einer Vielzahl hochqualifizierter Autoren. Auf diese Weise können wir stets seriöse und faktenbasierte Informationen bieten.