Rund um das Rotlicht – Wissenswertes bequem auf einen Blick

Rund um das Rotlicht Wissenswertes

Die Infrarotstrahlung, die meist schlicht als "Rotlicht" betitelt wird, ist eine besondere Form von Lichtwellen, welche in einem ausgewählten Spektralbereich arbeiten. Heute ist das Licht vor allem aus zwei Gründen bekannt: Einerseits wegen seiner wärmenden und medizinischen Wirkung sowie andererseits wegen dem namensgebenden roten Licht, das dieses Lichtspektrum absondert.

Zur Geschichte von der Infrarotstrahlung

Ungefähr um das Jahr 1800 hat der deutsch-britische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel die IR-Strahlung mehr oder weniger zufällig entdeckt. Bei einem eigenen Experiment war es sein Ziel, das Licht und dessen Wärme nach verschiedenen Farben zu kategorisieren, wodurch er das UV-Licht der Sonnenstrahlung durch ein Prisma fallen ließ. Bei diesem Experiment stellte der Astronom fest, dass die Temperatur jenseits des roten Spektrums besonders hoch ausfällt, wobei er diese Beobachtung durch Messungen mit einem damals zeitgemäßen Thermometer untermauerte.

Aus diesem Grund wird IR-Strahlung heute gern auch als Wärmestrahlung bezeichnet, wobei das genau genommen nur die halbe Wahrheit ist. Zwar sondert dieses Lichtspektrum Wärme ab, zu der Wärmestrahlung generell gehören aber eine Vielzahl von elektromagnetischen Wellen und Lichtspektren, die sich nicht nur auf das hier dargestellte IR-Licht beschränken.

Zur Differenzierung der IR-Strahlen

Rotlicht ist nicht gleich Rotlicht - wie schon bei anderen Lichtarten, gibt es ein Spektrum, in dem die IR-Strahlung agieren kann. Dieses baut sich wie folgt auf:

  • IR-A-Strahlung: 0,78 bis 1,4 Wellenlänge in nm bei einer Temperatur jenseits der 3.700 K
  • IR-B-Strahlung: 1,4 bis 3,0 Wellenlänge in nm bei einer Temperatur ebenfalls jenseits der 3.700 K
  • IR-C-Strahlung: bis zu 1.000 Wellenlänge in nm bei einer Temperatur unter 3.000 K

Die IR-A-Strahlung wird gemeinhin auch als "kurzwellige Strahlung" bezeichnet. Sie sondert Tiefenwärme ab und kommt daher bei der Wärmetherapie zum Einsatz. Rotlichtlampen arbeiten vorwiegend mit der IR-A-Strahlung, da diese tief in die unteren Hautschichten eindringen und da ihre wohltuende Wirkung entfalten kann. Mit dieser kurzwelligen Strahlung werden unter anderem Ohr-Erkrankungen diagnostiziert.

Rotlicht Ohr Erkrankungen Diagnose

IR-B-Strahlung ist ein Mittelstück des Spektrums und grenzt teilweise unmittelbar an das IR-A-Spektrum. Diese Art der Strahlung wird häufig als "mittelwellig" bezeichnet. In Rotlichtlampen kommt sie vereinzelt, dann aber nur am unteren Teil des Spektrums zum Einsatz, welcher als Verbindung zwischen IR-A- und IR-B-Strahlung dient.

Die IR-C-Strahlung sind langwellige Strahlen, welche nicht in die unteren Hautschichten eindringen können. In der Medizin beziehungsweise bei der Wärmetherapie kommen sie daher nicht zum Einsatz. Sie werden beispielsweise über spezielle Filter aus dem Spektrum genommen, das die Lampe auf den Menschen abgibt. Da sie nur oberflächlich einwirken, steigert sich bei dieser langwelligen Strahlung zudem das Risiko von Verbrennungen.

In unserem Test zu den besten Rotlichtlampen stellen wir Ihnen ausschließlich hochwertige Geräte vor, welche vorwiegend mit IR-A-Strahlung arbeiten und vor allem das IR-C-Spektrum aus dem Licht filtern. Dennoch sollten Sie auch bei solchen Geräten die Hinweise des Herstellers zur sachgemäßen Verwendung berücksichtigen, welche sich im Regelfall zwischen 15 und 30 Minuten, je nach Leistung in Watt und Körperstelle, beziffert.

Die verschiedenen Anwendungen der IR-Lampen in der Übersicht

Infrarotstrahlung kommt nicht nur in den gleichnamigen Rotlichtlampen zum Einsatz. Da wir uns diesen bereits umfassend in unserem großen Artikel und Test gewidmet haben, möchten wir uns nun einmal die weiteren Anwendungsgebiete für IR-Strahlung anschauen.

In der Medizin sind die Anwendungsgebiete übrigens generell sehr vielfältig, sogar abseits der klassischen Wärmetherapie. So arbeiten Forscher aktuell beispielsweise an einem Projekt, bei dem mittels IR-Strahlung Alzheimer früher diagnostiziert werden soll.

Als Heizung

Infrarotstrahlung als Heizquelle

Infrarotheizungen gelten als echte Luxusmodelle. Anders als klassische Heizungen, welche lediglich die Umgebungsluft aufwärmen, welche dann auf den Körper trifft, arbeitet die IR-Strahlung hier genauso wie bei den Rotlichtlampen - natürlich aber ohne sichtbares rotes Licht abzugeben. Durch die abgesonderte IR-Strahlung erwärmt sich nicht nur die Umgebungsluft schneller, vor allem nehmen Möbelstücke, Wände und Co. die Wärme schneller auf, wodurch die empfundene Wärme ansteigt. Ebenso ist von Vorteil, dass die IR-Strahlen nicht nur durch die oberflächliche Luft auf den Menschen treffen.

Infrarotheizungen werden gemeinhin als wesentlich angenehmer im Vergleich zu klassischen Heizungen empfunden. Sie machen den Raum nicht stickig, heizen ihn schneller auf und helfen kalte Stellen, beispielsweise in der Nähe vieler Möbel, zu verhindern. Ein großer Nachteil dieser Heizungen ist hingegen der Energieverbrauch, denn IR-Heizungen gelten als echte Stromfresser und werden daher meist nur punktuell und auch nur bei entsprechendem Budget verwendet.

In der Chemie

Weil die Strahlung Moleküle zum Schwingen und Rotieren bringt, kommt das Infrarotlicht beispielsweise noch in der chemischen Verfahrenstechnik und Analytik zum Einsatz. Das sehr spezielle Einsatzgebiet dürfte für die meisten Menschen uninteressant sein, da sie selbst nie damit in Kontakt kommen werden. Für Fachkräfte in der Analytik und Chemie ist die IR-Strahlung bei ausgewählten Verfahren jedoch ein wichtiger Helfer.

Auf dem Gebiet der Elektronik und Technik

Die praktischen Anwendungen sind in beiden Gebieten relativ vielfältig. Unter anderem wird die IR-Strahlung zur Übermittlung von Signalen verwendet, was sich beispielsweise in Form von:

  • Fernbedienungen
  • Optokoppler
  • Lichtschranken
  • Schnittstellen zwischen Computer und Peripherie
  • oder Lasern zeigt.

Ein Vorreiter auf diesem Gebiet war das auch heute noch namhafte Unternehmen Hewlett-Packard, welches bereits im Jahr 1979 die IR-Strahlung für die eigenen Zwecke in einem Taschenrechner verwendete. Während viele Beispiele von Erfolg gekrönt waren, so beispielsweise auch die Spielekonsole Nintendo Wii, konnten sich Telefone auf IR-Basis nicht durchsetzen.

In der Fotografie

In Kombination mit Rotfiltern wird Rotlicht beispielsweise in der Analogfotografie genutzt. Vom Militär kommen IR-Aufnahmen ebenso zum Einsatz, unter anderem in der Aufklärung von Luft und Gelände oder auf dem Gebiet der Spionage. Ergänzend dazu werden mit Hilfe von Infrarotstrahlung häufiger Fotografien oder Gemälde untersucht, unter anderem auf ihre Echtheit, aber auch um weitere Informationen zur Produktion rückblickend zu erlangen.

Polizei und Militär vertrauen generell in zahlreichen Gebieten auf die IR-Strahlung, vor allem im nahen Infrarot, wie das zum Beispiel bei den gängigen Nachtsichtgeräten verwendet wird. Außerdem arbeiten häufiger Hubschrauberpiloten mit IR-Brillen, wenn diese in der Nacht fliegen müssen. Zielsuchende Lenkkörper sind von dieser Nutzung nicht ausgenommen. Die IR-Strahlung hilft diesen dabei, das vorgegebene Ziel zu identifizieren und anzusteuern.

Zur Messung der Entfernung kommt Rotlicht insgesamt seltener zum Einsatz, aber auch existieren definitiv viele Verwendungsmöglichkeiten, wo sich die IR-Strahlung im praktischen Rahmen bezahlt macht. Von Vorteil ist dann, dass weiterhin optische Autofokus-Systeme genutzt werden können, selbst wenn schlechte Lichtverhältnisse existieren.

Im Alltag in der Gastronomie

In der Gastronomie kamen Sie mitunter schon einmal mit der IR-Strahlung in Kontakt, ohne genau davon gewusst zu haben. Die Infrarotstrahlen werden beispielsweise in Außenbereichen genutzt, wenn diese künstlich beheizt werden sollen oder für Raucher gedacht sind. Vor allem mobile Heizstrahler und aufbaubare Heizpilze arbeiten häufiger mit IR-Strahlung. Denkbar ist zudem eine Verwendung bei einem Grill, wo die IR-Strahlung gegenüber Holz-, Elektro- oder Strom-Grills sogar noch den Vorteil hat, dass die Strahler nicht konsequent verunreinigt werden. Das ist deshalb möglich, weil die IR-Strahler oberhalb angebracht werden, während sie bei allen anderen Varianten unterhalb des zu grillenden Essens verbaut sind.

Abseits der Gastronomie, aber weiterhin im beruflichen Alltag, sollen IR-Lampen in der Zukunft ebenfalls eine Rolle spielen. Der deutsche Hersteller Osram versucht sich seit geraumer Zeit an IR-Lampen, die ein nicht sichtbares Rotlicht abgeben und die Leistungsfähigkeit im Büro steigern sollen.

Unterscheidungen je nach Verwendungszweck

Das den meisten Menschen bekannte rote Licht, welches von Geräten mit IR-Strahlung erzeugt wird, ist nicht zwingend überall in dieser Form existent. Vor allem beispielsweise bei Rotlichtlampen wird dieses künstlich durch das Schutzglas intensiviert. Um den potentiellen Käufern zu signalisieren, dass es sich hierbei um eine Rotlichtlampe mit IR-Strahlung handelt, vertrauen quasi alle Hersteller auf derartig rot getönte Scheiben, die die tatsächliche Farbgebung merklich verstärken.

Abseits des Konsumentenmarktes wird auf dieses Gimmick für gewöhnlich verzichtet, da es keinen praktischen Vorteil bietet und derartige Experten oder Spezialisten, die häufiger mit IR-Strahlung zu tun haben, auch nicht von dessen Farbgebung "überzeugt" werden müssen. Ein wichtiges bauliches Merkmal zeigt sich zudem ebenfalls bei den Rotlichtlampen, wo die eigentliche Lichtquelle meist noch einmal hinter einer zusätzlichen Schicht Glas verbaut wird. Damit soll verhindert werden, dass versehentlich das äußere Glas berührt wird, welches sich im Zuge der Behandlung erhitzen kann.

In der Wärmetherapie, also beim Einsatz mit medizinischem Fokus, wird zudem zwischen Rotlichtlampen und Rotlichtstrahlern differenziert. Die Strahler sind größer und stehen, ähnlich wie eine Stehlampe. Da hier eine stärkere Lichtquelle mit mehr Watt zum Einsatz kommt, lassen sich dadurch großflächige Behandlungen vollziehen. Die sehr günstigen Rotlichtlampen hingegen werden mit Hilfe von ihrem Standfuß auf den Tisch gestellt und eignen sich zur privaten, punktuellen Nutzung.

Unabhängig davon, ob Sie sich für eine Rotlichtlampe oder einen -strahler entscheiden, gibt diese Lichtquelle immer nur wärmendes Licht ab. Die Wärmewirkung ist zwar mit dem des Sonnenlichts vergleichbar, ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass die IR-Strahlung keine UV-Strahlen beinhaltet. Demnach kann es auch nicht zu einem Sonnenbrand kommen.

Fazit: Mehr als nur eine Lampe!

Die meisten Menschen kommen häufiger mit Infrarotstrahlung und -licht in Kontakt, als sie es mitunter ahnen würden. In vielen unterschiedlichen Gebieten finden vor allem die kurzwelligen IR-A-Strahlen Verwendung, wobei sich diese Anwendungsgebiete keinesfalls ausschließlich auf professionelle Branchen und wissenschaftliche Nischen beschränken. Von der Heizung im Neubau über Einsatzgebiete in der Medizin bis hin zur Chemie, Elektronik und Sicherheit: Das Rotlicht lässt sich, wahlweise sichtbar oder nicht sichtbar, auf ganz unterschiedliche Art und Weise einsetzen. Genau diese Flexibilität sorgt dafür, dass die beinahe zufällig entdeckte Lichtstrahlung für den modernen Menschen und sein Leben so unersetzlich geworden ist.

MedUni.com Redaktion

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