Vibrierend gegen Krankheiten? So helfen Vibrationsplatten bei unterschiedlichen Erkrankungen

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Die “Rüttelplatten” sind nicht nur eine super Möglichkeit, um möglichst viele Muskeln im Körper innerhalb kurzer Zeit zu fordern, zugleich helfen sie noch beim Abnehmen und können weitere positive Effekte wie ein verbesserter Gleichgewichtssinn oder eine bessere Durchblutung mit sich bringen. Aufgrund dieser und weiterer Gründe werden Vibrationsplatten mittlerweile auch häufiger zur Behandlung (oder Prävention) einiger Erkrankungen eingesetzt.

Gegen Osteoporose

Die bekannteste medizinische Anwendung dient zur Therapie gegen Osteoporose. Der krankhafte Knochenabbau ist eine Erkrankung, die so unverhofft wie schnell zuschlagen kann. Medikamentöse Therapien sind eine Möglichkeit, außerdem empfehlen Experten aber auch eine mechanische Stärkung des Knochengerüsts. Genau das lässt sich mittels der Vibrationsplatten erledigen, denn diese stärken die Knochensubstanz, während sie zugleich auf schonende Art und Weise die Muskulatur fördern – diese wiederum stützt das Knochengerüst und entlastet damit das Skelett.

Vibrationsplatten sind “krankenkassenzertifiziert”. Aus diesem Grund können Kosten für die Vibrationsplatte in den meisten Fällen erstattet werden, wenn eine diagnostizierte Erkrankung wie Osteoporose vorliegt. Halten Sie in diesem Fall vor dem Kauf Rücksprache mit Ihrem Ansprechpartner bei der Krankenkasse, um individuelle Hinweise zu Höchstgrenzen oder speziellen Zertifizierungen zu erhalten.

Die Verwendung zur Therapie bei Osteoporose liegt nahe: Ursprünglich wurden solche “Rüttelplatten” im Zuge der russischen Raumfahrt entwickelt, wo sie den durch die Schwerelosigkeit begünstigten Knochenabbau bei Astronauten verhindern sollten. Sogar heute noch wird die Weltraumforschung intensiv zur Therapie bei Osteoporose-Patienten genutzt.

Studien unterstützen die positive Wirkung. So beispielsweise eine in Belgien erhobene Studie mit 70 weiblichen Probanden, bei denen speziell die Vibrationsplatten und ihre Wirkung auf einen krankhaften Knochenabbau, aber auch generell mit Hinblick auf die Stärkung der Muskulatur und der Hüfte untersucht worden.

Wichtig ist mit Hinblick auf die Therapie, dass der individuelle Zustand des Patienten berücksichtigt wird. Bei einer bereits sehr weit fortgeschrittenen Osteoporose kommen Vibrationsplatten mitunter nicht mehr in Frage, das gilt ebenfalls für Patienten in sehr hohem Alter und entsprechend schlechter physischer Verfassung. Außerdem raten Experten pauschal ausschließlich zu High-End-Geräten aus den oberen Preisklassen, da vor allem günstige Geräte nicht unbedingt in der Lage sind, einen effektiven Reiz für die Muskulatur und die Knochen zu transportieren.

Gegen Muskelschwund

Besonders beim zu erwartenden Muskelschwund im hohen Alter können Vibrationsplatten ebenfalls eine starke Hilfe darstellen. Eine Studie hat an 957 älteren Menschen untersucht, wie effektiv das “vibrierende Training” tatsächlich ist. Die Studie kam zu dem Schluss, dass solche Vibrationsplatten tatsächlich die Beinmuskulatur stärken können. Gleichbedeutend zeichnet sich anhand dieser Studie kein besseres Ergebnis ab, als beispielsweise mit traditionellem Krafttraining möglich wäre. Die Wissenschaftler richteten ihren Fokus jedoch vor allem auf ältere Menschen, gut erkennbar am Durchschnittsalter der Probanden von 68 Jahren. Selbige sind aufgrund ihrer körperlichen Verfassung oft nicht in der Lage mit freien Gewichten zu trainieren.

Zur Verbesserung der Durchblutung und des Gleichgewichts

Ebenfalls sollen aufgrund der “durchschüttelnden Effekte” Verbesserungen bei der Durchblutung und des Gleichgewichts auftreten. Konkrete Studien, die das empirisch belegen, fehlen jedoch. Dennoch besteht an diesen Aussagen nicht zwingend ein Zweifel. Es ist beispielsweise bewiesen, dass solch eine schonende Reizung des Gleichgewichtssinns diesen verbessern kann – letztlich machen sich das indirekt auch Menschen zu Nutze, die beispielsweise beruflich darauf stärker angewiesen sind.

Ebenso ist bekannt, dass durch die Beanspruchung der Muskulatur und die Bewegung des Körpers, ausgelöst durch die Vibration, eine verbesserte Durchblutung erzielt werden kann – das ist ein ähnliches Prinzip wie bei einer Massage oder einfach generell bei jeder Art von Bewegung.

Orthopädische Indikationen

Es gibt eine Reihe von orthopädischen Beschwerden/Indikationen, wo die Rüttelplatten in den Fokus rücken. Eine Therapie der nachfolgenden Erkrankungen kann teilweise ergänzend oder sogar ausschließlich über die Vibra-Platten möglich sein. In jedem Fall ist solch eine Therapie aber immer mit dem behandelnden Orthopäden abzusprechen und sollte nicht pauschal auf eigene Faust unternommen werden.

Denkbar ist eine Behandlung der folgenden orthopädischen Indikationen:

  • Rückenschmerzen – aufgrund der Dehnung & Stärkung der Muskulatur
  • Skoliose – Verbesserung der Stabilität
  • Bandscheibenvorfall – erst nach der akuten Phase zum Schulen der lokalen Muskulatur
  • Haltungsschäden – durch Kraftaufbau und die imprägnierte gerade Haltung auf der Platte
  • muskuläre Hypertonie – durch Lockerung der Muskeln/Entspannung dieser

Neurologische Indikationen

Ebenfalls ist eine Behandlung verschiedener neurologisch bedingter Erkrankungen ergänzend denkbar. Erneut gilt: Es ist unbedingt eine vorherige Absprache mit dem behandelnden Hausarzt oder besser noch dem Neurologen notwendig. Denkbar ist ein Einsatz hier:

  • Schlaganfall – Kraftverbesserung, Reduzierung von Spastiken und schnellere Reha
  • Parkinson – Reduzierung der Muskelspannung und vom Tremor
  • Multiple Sklerose – Verbesserung von Blasen- und Darmkontrolle sowie Muskelfunktionen

Bei allen drei handelt es sich um “spastische Lähmungen”. Bei “schlaffenden Lähmungen” ist ein Einsatz ebenso denkbar, zum Beispiel wenn Gleichgewichtsstörungen existieren oder eine Plexusparese vorliegt. Letztere führt zu einer (teilweisen) Lähmung der Armnerven und tritt vor allem nach mechanischer Einwirkung auf, wie beispielsweise durch einen Unfall auf dem Motorrad oder Fahrrad. Die Vibrationsplatte können die maximale Leistung der Muskulatur anheben und zugleich dabei helfen motorische Kontrolle zurückzuerlangen.

Weitere Indikationen aus verschiedenen Bereichen

Unter anderem ist auch ein Einsatz bei gynäkologischen und urologischen Indikationen oder in der inneren Medizin denkbar. So unter anderem in diesen Fällen:

  • PAVK (Durchblutungsstörung) – durch Verbesserung der Durchblutung
  • Inkontinenz – durch Stärkung von Blase und Darm
  • Beckenbodenschwäche – durch Senkung der Rückenschmerzen und Stärkung von Blase sowie Mastdarm

Es handelt sich bei diesen Indikationen um verschiedene Krankheitsbilder, bei denen Mediziner die Vibrationsplatte als ausschließliche oder ergänzende Therapie in Erwägung ziehen könnten. Jedem Mediziner steht jedoch frei, seinen Patienten dazu zu raten oder stattdessen davon abzuraten. Ebenso sind keinesfalls positive Effekte garantiert. Des Weiteren weisen wir an dieser Stelle erneut darauf hin, dass bei diagnostizierten Erkrankungen stets eine Absprache mit dem behandelnden Arzt notwendig ist, bevor eine weitere Therapieform aufgegriffen wird.

Bei diesen Erkrankungen, Symptomen und Indikationen dürfen Vibrationsplatten nicht verwendet werden

Im Fachjargon bezeichnet man das als “Kontraindikation”. Vereinfacht ausgedrückt heißt es einfach, dass unter bestimmten Umständen oder bei ausgewählten Erkrankungen keine Vibrationsplatte verwendet werden sollte, da sich die schüttelnde und vibrierende Wirkung nicht mit diesen verträgt und folglich eher Schlimmeres begünstigen würde. Das gilt insbesondere für Vibrationsplatten in einem höheren Frequenzbereich oberhalb der 15 Hz. Je höher die Frequenz (Schwingungen pro Sekunde), desto wahrscheinlicher werden auch Nebenwirkungen oder negative Effekte bei bestimmten Erkrankungen.

So sollten Sie unbedingt von einer Nutzung absehen, wenn akute Knochenbrüche oder offene Wunden vorliegen. Selbiges gilt für bereits versorgte Wunden, zum Beispiel wenn Sie kürzlich eine OP hatten. Die vibrierende Wirkung könnte Knochenbrüche noch verschlimmern, offene Wunden weiter aufreißen oder gesetzte Nähte zertrennen. In diesen Fällen kommt kein Training über eine Vibrationsplatte in Frage.

Selbiges gilt bei akuten Entzündungen, wie sie beispielsweise bei einer rheumatoiden Arthritis auftreten. Durch das Training könnte nicht nur eine zu hohe Wärmeentwicklung in der Muskulatur entstehen, auch würde die Entzündung dadurch begünstigt werden. Außerdem wäre eine Verschlechterung der Symptome zu erwarten.

Sie sollten außerdem keine Vibrationsplatte nutzen, wenn Sie einen Herzschrittmacher, Epilepsie oder Nieren- oder Gallensteine haben. In allen diesen Fällen könnte die Vibrationsplatte lebensbedrohlich werden, vor allem bei einem Herzschrittmacher. Auch bei einer Epilepsie ist denkbar, dass es zu einer Ohnmacht oder einem epileptischen Anfall kommt. Insbesondere in der Nähe des Fitnessgerätes sind sekundäre Folgeschäden, die durch den Sturz zustande kommen, nicht auszuschließen.

Ein Einsatz ist ebenfalls unter diesen Bedingungen nicht möglich:

  • bei Migräneschüben
  • bei diagnostizierten Tumoren, Metastasen oder dem Knochenkrebs
  • wenn frische Implantate eingesetzt worden

Während der Schwangerschaft haben Vibrationsplatten ebenfalls nichts innerhalb des eigenen Trainingsplans zu suchen. Die starken Vibrationen und Schwingungen könnten den ungeborenen Fötus angreifen, eine Fehlgeburt würde begünstigt werden. Schäden am Fötus sind denkbar, die beispielsweise zu einer Behinderung führen könnten. Sobald eine Schwangerschaft diagnostiziert wurde, ist der Einsatz einer Vibrationsplatte damit tabu!

Mögliche Nebenwirkungen, unabhängig vom Gesundheitszustand

Im Zuge des Trainings mit einer Vibrationsplatte kann es zu Nebenwirkungen kommen. Die meisten davon werden sich unmittelbar nach dem Training wieder verlieren, teilweise treten sie auch nur in der Anfangsphase auf. In jedem Fall sollten Sie diese Nebenwirkungen zum Anlass nehmen, das Training vorzeitig zu beenden. Treten diese konsequent auf und fallen mit der Zeit auch nicht leichter aus, bleibt Ihnen nicht viel mehr übrig, als sich ein anderes Trainingsgerät zu suchen.

Möglichen Nebenwirkungen lässt sich entgegentreten, indem Sie sich erst langsam an die höheren Frequenzen und Intensitäten herantasten. Vor allem am Anfang ist es daher empfehlenswert, wenn Sie die niedrigste Einstellung am Gerät wählen. Außerdem sollten Sie nie länger als zehn Minuten mit solch einer Vibrationsplatte trainieren.

Denkbare Nebenwirkungen sind beispielsweise:

  • eine kurzfristige Unterzuckerung
  • existente Schmerzen werden noch verstärkt
  • es tritt ein Juckreiz auf der Haut auf
  • die Muskulatur beginnt zu kribbeln oder fühlt sich “fremd” an
  • der Blutdruck kann sich während und nach dem Training reduzieren

Ein Gerät wählen, was zu Ihnen passt!

Es gibt folglich viele Indikationen, wo Vibrationsgeräte eine konkrete Hilfe darstellen und mindestens als ergänzende Therapie verwendet werden könnten. Die Osteoporose ist der wohl bekannteste Fall, bei diesem existiert in den meisten Fällen sogar eine Förderung und Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Aber auch Indikationen aus dem orthopädischen, inneren, neurologischen und urologischen/gynäkologischen Bereich sind vielfältig. Damit ist denkbar, dass die kleinen Platten (oder größeren mit Säule) durchaus zu einer wertvollen Ergänzung im Haushalt avancieren und Symptome lindern sowie positive Krankheitsverläufe begünstigen.

Die Kontraindikationen, also wann die Geräte nicht benutzt werden sollten, gehören aber konsequent berücksichtigt und zuvor ausgeschlossen. Ebenfalls sollten Sie bei länger anhaltenden und häufig auftretenden Nebenwirkungen die Konsequenz ziehen: Indem das Training reduziert, die Intensität verringert oder die Vibrationsplatte leider komplett eingestaubt wird. Wenn Sie die Vibrationen und den Rütteleffekt nicht vertragen, bringt es auch nichts sich zu dem Training zu zwingen.

Für alle anderen ist die Vibrationsplatte eine mehr als wertvolle Ergänzung, sowohl bei Erkrankungen als auch beim generellen Training, wenn Muskeln aufgebaut, Flexibilität gesteigert oder Pfunde purzeln werden sollen. Für diesen Fall haben wir Ihnen unsere Auswahl der sechs besten Vibrationsplatten in einem umfangreichen Test inklusive Fazit zusammengetragen. Damit stellen Sie sicher, dass das Gerät genau das leistet, was Sie sich wünschen und benötigen!

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