Unterschiede bei Inhalationsgeräten – Typen und Funktionsweisen verständlich erklärt

Inhalator ist nicht gleich Inhalator? So oder so ähnlich könnte man es tatsächlich ausdrücken, denn es gibt durchaus konkrete Unterschiede. Zwar sind diese in der Praxis nicht so stark ausgeprägt, wie es sich auf dem Papier vermuten lassen würde, wir möchten Ihnen diese dennoch aufzeigen. So erhalten Sie einen guten Überblick darüber, was es für Möglichkeiten zur Inhalation auf dem Markt gibt und wo welche warum eingesetzt werden.

Ursprünglich wurde der Begriff "Inhalator" lediglich bei den Pulver-Inhalatoren, wie zum Beispiel dem Asthma-Spray, verwendet. "Inhalationsgeräte" waren stattdessen die Vernebler. Mittlerweile funktionieren beide Begriffe synonym zueinander, was sich schon bei den Herstellern zeigt: So beschreiben beispielsweise die in unserem Test vertretenen Hersteller Medisana und Beurer alle Geräte als "Inhalatoren", obwohl es sich nach der ursprünglichen Definition genau genommen um "Vernebler" handelt.

Die Arten der Inhalatoren

Es gibt drei gängige Inhalatoren-Arten, welche auf unterschiedliche Art und Weise arbeiten. Zwar haben sie immer das Ziel, diverse Erkrankungen an den Atemwegen zu behandeln oder auch als Mittel der Prävention zu dienen, aufgrund ihrer Funktionsweise empfehlen diese sich bei einigen Krankheiten aber stärker als bei anderen. Sie haben die Wahl zwischen:

  • Verneblern
  • Druckgas-Dosierinhalatoren
  • Pulver-Inhalatoren

Alle davon dienen getreu ihres Namens der Inhalation. Wie diese erfolgt, ist jedoch einer der großen Unterschiede.

Das sind Druckgas-Dosierinhalatoren

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Diese Art der Inhalatoren arbeitet mit einem druckverflüssigten Treibgas. Arzneimittel werden auf diese Weise in kleine Partikel versprüht und zusammen mit einem Atemzug in die Atemwege gesogen. Die Inhalatoren sind für Anfänger relativ kompliziert zu benutzen und benötigen etwas Übung, da sowohl der Sprühstoß manuell betätigt als auch nebenher die Atmung gesteuert werden müssen. Teilweise werden deshalb noch sogenannte "Spacer" angebracht, die das Inhalieren maßgeblich erleichtern.

Mitunter verwenden neue Modelle außerdem eine integrierte Atemhilfe, die vor allem Kindern bei der Anwendung behilflich sein soll. Asthma-Inhalatoren sind manchmal so konzipiert. Andere Wirkstoffe, die nur im Notfall (beispielsweise eben bei Asthma) genutzt werden, arbeiten meist in Verbindung mit Druckgas-Dosierinhalatoren. Das ist deshalb schon vorteilhaft, da diese eben den Sprühstoß dosieren und somit genau die Menge des Wirkstoffes verabreichen, welche für eine Behandlung erforderlich ist.

Pulver-Inhalatoren kurz erklärt

Generell ist die Anwendung relativ ähnlich zu den zuvor erklärten Inhalatoren. Der große Unterschied ist der Umstand, dass da Medikament diesmal eine pulvrige Konsistenz hat. Erneut müssen Sprühstoß und Atmung aufeinander abgestimmt werden, damit das lösliche Pulver wirklich tief in die Atemwege gelangt. Betroffene müssen deshalb gesundheitlich und psychisch in der Lage sein, ihre Atmung zu koordinieren und zugleich tief einzuatmen, anderenfalls gelangt das Pulver nicht tief genug in die Atemwege.

Vernebler: die moderne Alternative für längeres Inhalieren

Hinsichtlich ihrer Anwendung sind Vernebler die einfachste Art der Inhalatoren. Es erfolgt eine Feuchtinhalation, anders als bei den bisherigen Geräten. Der Vernebler ist dafür zuständig, den Wirkstoff in seine Einzelteile zu zerlegen. Das Ergebnis sind winzige Partikel, die im Fachjargon als Aerosole bezeichnet werden. Das Zerlegen kostet Zeit, außerdem kann keine unbegrenzte Menge direkt inhaliert werden. Daher sind Vernebler zeitaufwändiger und dienen für eine längere Inhalation, deren Zeitraum sich je nach Füllmenge zwischen einigen wenigen Minuten und etwa einer halben Stunde bewegt.

Ihr großer Vorteil ist der Umstand, dass keine koordinierte, trainierte Einatmung stattfinden muss. Deshalb sind Vernebler insbesondere für Kinder und Babys eine sehr gute Alternative. Bei Senioren oder geistig eingeschränkten Personen finden sie ebenfalls Anwendung. Es reicht prinzipiell schon aus, die Maske oder das Mundstück aufzusetzen und dann regelmäßig zu atmen. D Wenn Geräte sogar noch eine verbaute Atmungshilfe haben, soll das gleichmäßige Atmen und vor allem tiefe Inhalieren forciert werden.

Unterschiede bei den Verneblern

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Vernebler sind die Inhalationsgeräte, die für klassische Erkrankungen der Atemwege am weitesten verbreitet sind. Die Ausnahme sind Asthma-Inhalatoren, welche ebenfalls sehr häufig Anwendung finden. Für den heimischen Einsatz bei Erkältungskrankheiten oder anderen Entzündungen der Atemwege sowie Schleimbildung sind hingegen Vernebler das Mittel der Wahl. Es gibt bei diesen drei unterschiedliche Funktionsweisen, welche teilweise miteinander kombiniert werden (Mesh-Verfahren).

Die Unterscheidung erfolgt in:

  • Düsen-Vernebler
  • Membran-Vernebler
  • Ultraschall-Vernebler

Das sind die beliebten Düsen-Vernebler

Am häufigsten sind am Markt Düsen-Vernebler zu finden, die mit einem Kompressor und Unterdruck arbeiten. Durch den Unterdruck entstehen winzig kleine Tröpfchen, der Kompressor des Gerätes ist indes für das Erzeugen einer Pressluft, dem Unterdruck, verantwortlich. Die feinen Partikel werden dann aus dem Inhalat forciert, beispielsweise einem medizinischen Wirkstoff, und mit weiteren Partikeln aus der Luft vermischt. In Tröpfchenform lassen sich diese anschließend inhalieren. Integrierte Filter sorgen außerdem dafür, dass keine zu großen Partikel in die Lunge gelangen, da diese sich anderenfalls im Magen festsetzen oder einfach nicht tief genug in die Atemwege gelangen könnten.

Membran-Vernebler erklärt

Getreu ihres Namens arbeiten solche Geräte mit mindestens einer sehr feinen Membran. In dieser finden sich unzählige, mit dem bloßen Augen kaum wahrnehmbare Bohrungen, die gewissermaßen als mechanische Pumpen arbeiten. Die Membranen fangen an zu schwingen, wodurch sich feine Tropfen lösen und durch eben diese Bohrungen schließlich hin zum Mundstück oder der Maske gelangen. Möglich ist das unter anderem auch dank der porösen Oberfläche dieser Membran(en). Ein Vorteil ist der Umstand, dass diese Geräte sehr schnell arbeiten. Es muss also weniger lange inhaliert werden als bei den Unterdruck-Verneblern. Nachteil hingegen ist der Umstand, dass sie aufgrund der mechanischen Schwingungen nicht pauschal in jeder erdenklichen Position funktionieren.

Moderne Ultraschall-Vernebler

Ultraschall-Vernebler sind weitere Inhalationsgeräte, die vor allem bei mobilen Geräten gern verwendet werden. Anders als Unterdruck-Geräte, arbeiten sie viel leiser und eignen sich daher vor allem bei der Anwendung mit Kindern und Babys, da diesen somit etwas der Angst genommen wird. Die Inhalationszeit ist ebenfalls kürzer als bei den Geräten mit Unterdruck. Der Ultraschall erzeugt Vibrationen, was dazu führt, dass das Inhalat in Schwingungen versetzt wird. Je nach genutzter Frequenz, werden die Partikel entweder etwas größer oder kleiner erzeugt.

Solche Geräte mit Ultraschall arbeiten nicht nur sehr leise, sondern auch sehr energieeffizient. Dafür sind die Partikel meist etwas größer als bei den Inhalatoren mit Unterdruck. Als mobile Alternative empfehlen sich die Geräte wegen ihres niedrigen Energieverbrauchs und aufgrund der geringen Lautstärke. Bei Angst-Patienten sind sie daher eine gute Option, ebenso bei Menschen mit geistigen Einschränkungen, welche durch den lauten Kompressor bei Unterdruck-Geräten Angst bekommen würden.

Das Aussehen der Inhalatoren spielt eine untergeordnete Rolle

Man sieht vielen Geräten zweifelsfrei ihre Verwendung als medizinisches Hilfsmittel an. Die Inhalatoren wirken nicht unbedingt "durchgestyled", teilweise muten sie eher etwas trostlos oder sogar antiquiert an. Bei der Verwendung selbst hat das natürlich keine Nachteile. Insbesondere bei der Verwendung bei Kindern und Babys ist es aber eine Hilfe, wenn das Gerät nicht ganz so grau und "abschreckend" aussieht, sondern mit einem freundlichen Look begeistert. Bei Erwachsenen steht ausschließlich die Funktionalität im Vordergrund. Die Geräte werden, sobald kein weiterer unmittelbarer Einsatz mehr geplant ist, sowieso sicher im Schrank und/oder dazugehörigen Taschen verstaut.

Bei der Wahl des für Sie passenden Inhalators sollten Sie also berücksichtigen, was genau Sie damit therapieren möchten. Generell sind die meisten heimischen Geräte als Kompressor-Geräte mit Unterdruck konzipiert. Ein wenig Zeit müssen Sie also zwangsweise mitbringen. Standgeräte mit Ultraschall oder Membran gibt es zwar ebenso, sie sind aber teurer und haben praktisch nicht viele Vorzüge gegenüber den Unterdruck-Alternativen. Mobile Geräte hingegen arbeiten kaum mit Unterdruck, da der Kompressor zu groß ist und zu viel Energie benötigt. Bei diesen bestimmen Inhalatoren mit Membran(en) oder Ultraschall-Technologie den Markt - einige Hersteller kombinieren sogar beide Funktionsweise zu einem Mesh-Prinzip miteinander.

Um Sie bei Ihrem geplanten Kauf zu unterstützen, haben wir acht absolute Top-Inhalationsgeräte in unserem großen Test zusammengefasst, verglichen und mit einem abschließenden Fazit versehen. Wie Sie feststellen werden, finden sich bei diesen alle drei Funktionsweisen der Vernebler. Im Zweifelsfall wird Ihnen der behandelnde Arzt sowieso eine Empfehlung aussprechen, welches Gerät entsprechend Ihrer Diagnose eingesetzt werden sollte - halten Sie daher ruhig zuvor mit diesem Rücksprache!

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    MedUni.com Redaktion

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