So wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren bei Migräne

So wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren bei Migräne

Oft sind die Schmerzen bei Migräne unerträglich, wenn es in einer Kopfhälfte pulsiert und pocht. Forscher wissen zwar immer noch nicht genau, was die Erkrankung eigentlich ist, aber sie kennen bereits verschiedene Faktoren, die für die Entstehung verantwortlich sein können. Außerdem stellte sich heraus, dass Omega-3-Fettsäuren helfen können, Migränebeschwerden einzudämmen.

Welche Ursachen können Migräne auslösen?

Die medizinischen Forscher stehen zwar vor vielen Fragen, sind sich aber mittlerweile einig, dass die Gene nachweislich eine Rolle bei der Migräne spielen. Das ist eine gute Erklärung, warum Migräne gerade in bestimmten Familien gehäuft in Erscheinung tritt. Weiterhin geht die medizinische Forschung davon aus, dass es im Gehirn der Betroffenen ein Ungleichgewicht von bestimmten Botenstoffen gibt. Vor allem Noradrenalin, Serotonin und Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP), die unter anderen die Schmerzempfindlichkeit von Blutgefäßen im Kopf beeinflussen, sollen im Ungleichgewicht zueinander stehen. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit kann eine Migräne begünstigen. Gleichzeitig gehen die Forscher davon aus, dass bei den Migränebetroffenen kleine Blutgefäße des Gehirns entzündet sind. Darüber hinaus scheint auch die Schmerzhemmung im Hirnstamm weniger gut zu funktionieren im Gegensatz zu gesunden Menschen.

Migränetrigger: die Auslöser von Migräne

Zu den häufigsten Triggern gehören alle Formen von Stress, Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, vor allem an den Wochenenden und bei Frauen zum Beispiel Hormonschwankungen, besonders vor ihrer Menstruation. Ebenso kann der Wegfall von Anspannung dazu beitragen, Migräneanfälle auszulösen, zum Beispiel nach anstrengender Arbeit. Häufige Trigger, die in Zusammenhang noch genannt werden, sind zum Beispiel Flackerlicht, Lärm und der Aufenthalt in Kälte, in verqualmten Räumen und in großen Höhen.

Was ist migränetypisch und welche Begleiterscheinungen gibt es?

Ein Migräneanfall ist oft sehr belastend. Der Schmerz im Schädel pulsiert und klopft meist einseitig. Während der Migräneattacke kann er jedoch manchmal auch die Kopfseite wechseln. Ein Migräneanfall kann zwischen 4 und 72 Stunden andauern. Dabei kündigt sich der Anfall bereits Stunden oder Tage vorher an, zum Beispiel durch innere Unruhe, Stimmungsschwankungen, übermäßigem Durst, Verdauungsstörungen, Heißhunger, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche.

Begleiterscheinungen, die während einer Migräne auftreten können:

  • Geruchsempfindlichkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lärmempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit

Die Beschwerden werden durch körperliche Anstrengung noch verschlimmert.

Die unterschiedlichen Migränetypen

Migräne des Basiliartyps

Diese Migräneform tritt vor allem bei jüngeren Frauen auf. Dabei gehen die Beschwerden mit Sehstörungen, Schwindelgefühlen, Missempfindungen an Füßen und Händen sowie Schmerzen am Hinterkopf einher.

Migräne mit Aura

Die sogenannte Migräneaura äußert sich bei manchen Betroffenen durch Gefühlsstörungen wie Kribbeln in den Gliedmaßen, durch Muskellähmungen oder durch Sprachstörungen. Nur jeder 10. Betroffene sieht farbige Flecken mit gezackten Rändern oder seltsame Lichtblitze vor einer Migräneattacke.

Vestibuläre Migräne

Bei der vestibulären Migräne ist auch das Gleichgewichtsorgan betroffen. Die Betroffenen leiden unter anfallsartigen Schwindel. Kopfschmerzen sind auch häufig zu spüren.

Retinale Migräne

Die retinale Migräne ist eine sehr selten auftretende Migräneform. Dabei leiden Betroffene während des Migräneanfalls unter Sehstörungen in nur einem Auge. Dabei ist es möglich, dass sie sogar auf dem betroffenen Auge für mehrere Minuten erblinden können.

Chronische Migräne

Von chronischer Migräne wird gesprochen, wenn Betroffene länger als 3 Monate an mehr als 15 Tagen im Monat an Migräneanfällen leiden.

Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Migräne zumeist etwas kürzer. Häufig haben sie beidseitig Schmerzen im Bereich von Schläfen und Stirn. Ein häufiges Begleitsymptom sind Gleichgewichtsstörungen.

Die verschiedenen Phasen eines Migräneanfalls

Die verschiedenen Phasen eines Migräneanfalls

Phase 1: Die Frühphase, auch Prodromalphase genannt

Der Migräneanfall kündigt sich bei rund einem Drittel der Betroffenen durch charakteristische Vorzeichen an, die Prodromi genannt werden. Zu den Vorzeichen zählen zum Beispiel Verstopfung, Müdigkeit, Heißhunger oder Lärmempfindlichkeit. Sie setzten meist 2 Stunden bis 2 Tage vorher ein. Häufig kommt es in der Frühphase zu Missverständnissen, da die Betroffenen keinen Zusammenhang zwischen den Vorzeichen und den Verlauf einer Migräne sehen. Manche Betroffenen verwechseln die Zeichen mit den Auslösern der Migräne, also den Triggern. Für die Unterscheidung von Triggern und Prodromis kann ein sogenanntes Kopfschmerztagebuch nützlich sein.

Phase 2: Die Auraphase

Bei ungefähr 10 bis 15 % der Betroffenen setzt nun eine Auraphase ein, die mit neurologischen Störungen einhergeht. Sie beginnen im Verlauf der ersten 20 Minuten der Auraphase und dauern nur weniger als 1 Stunde an. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass die neurologischen Störungen außerhalb eines Migräneverlaufs auftreten. Charakteristisch sind Sprachstörungen, Taubheit, Kribbeln, Sehverlust und flackernde Lichter. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Schlafanfall und anderen Erkrankungen ist die langsame Ausbreitung der Beschwerden.

Phase 3: Die Kopfschmerzphase

Bei Erwachsenen kann die Schmerzphase eines Migräneanfalls eine Dauer zwischen 4 Stunden und 3 Tagen betragen. Die meist pochenden, mittleren bis starken Schmerzen beschränken sich dabei im Normalfall auf eine Hälfte des Kopfes. Sie werden von Licht- und Lärmempfindlichkeit und meist auch von Übelkeit und Erbrechen begleitet. In der Kopfschmerzphase möchten sich die Betroffenen in ein dunkles Zimmer zurückziehen und sich einfach nur ausruhen. Auch körperliche Aktivitäten werden am liebsten vermieden, da sie die Schmerzintensität zusätzlich steigern können.

Phase 3: Die Auflösungsphase

Nach ungefähr 3 Tagen nach Beginn der Migräneattacke lassen die Symptome langsam nach. Sie sind aber noch immer spürbar.

Phase 4: Die Erholungsphase

Sobald der Schmerz vorüber ist, setzt die Erholungsphase ein. Die Betroffenen fühlen sich müde, erschöpft und abgespannt. Es dauert häufig bis zu 24 Stunden bis sie sich wieder vollständig erholt haben.

Omega-3-Fettsäuren lassen sich bei Migräne therapeutisch einsetzen

Omega-3-Fettsäuren lassen sich bei Migräne therapeutisch einsetzen

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und gehören zu den sogenannten guten Fetten, die unser Körper täglich benötigt, um sich gesund zu erhalten. Dass Omega-3-Fettsäuren bei Migräne helfen können, wurde unter anderem von Dr. Volker Schmiedel festgestellt, der Fischöl therapeutisch dafür einsetzte.

Linktipp: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0633-4771

Unterschiede von Fischöl, Leinöl und Krillöl

Leinöl

Leinöl aus Leinsamen

Das Öl lässt sich aufgrund seines hohen Anteils an Omega-3-Fettsäuren in Form von 60 % Alpha-Linolensäure (ALA) als ein gutes Omega-3-Öl kategorisieren. Jedoch kann unser Körper nur einen sehr geringen Prozentsatz ALA in die aktiven Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) umwandeln. Daher konnte Dr. Schmiedel bei keinem seiner Patienten einen zufriedenstellenden Wert für den Omega-3-Index feststellen. Deshalb sollte Leinöl zusätzlich zu Algen- oder Fischöl eingenommen werden, jedoch nicht alternativ.

Fischöl

Fischöl aus fettreichen Fischen

Im Gegensatz zu Leinöl ist Fischöl reich an DHA und EPA. Fettreiche Fische sind zum Beispiel Makrele, Lachs, Sardine, Hering, Sardelle und Thunfisch.

2 Fischmahlzeiten pro Woche reichen bereits aus, um den normalen täglichen Bedarf zu decken.

Krillöl

Krillöl aus winzigen Meerestieren

Krillöl wird aus winzigen Meerestieren gewonnen wie den Krabben Euphausia superba. Es verfügt ebenso über positive Eigenschaften hinsichtlich Omega-3-Fettsäuren wie Fischöl.

Bestimmung der notwendigen Dosierung von Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA bei Migräne

Sollen Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel in Form von Fischöl, therapeutisch eingesetzt werden, sollte eine Fettsäurenanalyse vorgenommen werden. Laut Dr. Volker Schmiedel ist eine Einnahme von 2 g Omega-3-Fettsäuren empfehlenswert, wenn der Omega-3-Index einen ungefähren Wert von 10 ergibt. Das entspricht in etwa 15 handelsüblichen Omega-3-Kapseln mit je 500 mg Fischöl oder 1 Esslöffel natürlichem Fischöl. Liegt der Omega-3-Index jedoch höher, zum Beispiel bei 15, rät er zu 3 g Omega-3-Fettsäuren. Bei einem Wert von 20 rät er zu 4 g täglich.

Allerdings sollte auch das Körpergewicht beachtet werden. Bei einem Gewicht von 100 kg erhöht sich die Dosis zum Beispiel um ca. 50 %.

Wichtig ist auch die Ernährung. Stehen viele tierische Fette auf dem Speiseplan, erhöht sich die Dosierung ebenfalls. Wer allerdings häufig Fisch ist, kann die benötigte Dosis auch verringern.

Falls Sie in Betracht ziehen, Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren zu erwerben, möchten wir Ihnen vorschlagen, unseren Testbericht über die 6 besten Omega-3-Kapseln zu lesen. Dort haben wir Ihnen alle Informationen zusammengestellt, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Fischöl als Nahrungsergänzungsmittel

Um eine Überdosierung von Omega-3-Fettsäuren zu vermeiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie Omega-3-Kapseln gegen Migräne einnehmen. Wie oben erwähnt, ist es sehr wichtig, vor der Therapie den Omega-3-Index per Fettsäurenanalyse festzustellen. Nur so kann Ihr Arzt die richtige Dosis an Omega-3-Fettsäuren für Sie herausfinden.

Ebenso mirgränelindernd: das Zusammenspiel von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren und Curcumin aus der Kurkumapflanze gelten als entzündungshemmend und neuroprotektiv (nervenzellschützend). Sie erreichen ihre Wirkung anhand verschiedener Mechanismen. Unter anderem hemmen sie die körpereigene Produktion von TNF (Tumornekrosefaktor), der als Signalbotenstoff des körpereigenen Abwehrsystems auch bei den Entzündungen der kleinen Gefäße im Gehirn bei Migräne eine Rolle spielt.

Dass die Attackenhäufigkeit durch die Symbiose beider Wirkstoffe gesenkt werden kann, wurde in einer kurzen Studie von Forschern der Tehran University of Medical Sciences überprüft.

Auch wenn noch weitere Studien abzuwarten sind, so deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass Curcumin in Verbindung mit Omega-3-Fettsäuren eine vielversprechende mögliche Ergänzungstherapie für die Migränebehandlung ist.

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