Ist Anti-Aging mithilfe von Omega-3-Fettsäuren möglich?

Anti-Aging mithilfe von Omega-3-Fettsäuren

Die Menschheit suchte schon immer nach Wegen und Mitteln, ihr Leben zu verlängern. Dass unsere Ernährung einen großen Anteil an unserer Gesundheit und Lebenserwartung hat, das wissen die Menschen bereits. Doch einige Zusammenhänge blieben bisher unentdeckt. Erst neue Forschungsansätze zeigen zum Beispiel, dass es mit einer fischreichen Ernährung möglich ist, unsere Lebenserwartung zu verlängern.

Fettreiche Fische enthalten viele langkettige Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind sowohl für die Entwicklung im Kindesalter wichtig als auch für zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen im Erwachsenenalter verantwortlich. In arktischen Kleinkrebsen (Krill), fettreichen Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering, Sardine, Makrele und Thunfisch sowie in speziellen Mikroalgen sind die aktivsten Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) enthalten.

Omega-3-Fettsäuren sind für unsere Gesundheit unerlässlich

Sie werden im menschlichen Körper aber auch aus der in pflanzlichen Ölen und Fetten vorkommenden Alpha-Linolensäure (ALA) gebildet. Die Aufnahme von ALA reicht allerdings nicht aus, um den Anteil an EPA und DHA zu produzieren, den unser Körper täglich benötigt. Das bedeutet, dass neben ALA-reichen Pflanzenölen auch fettreicher Fisch auf unserem Speiseplan stehen sollte, um die von unserem Körper benötigte Menge der sehr aktiven Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA zur Verfügung zu stellen.

Falls Sie keinen Fisch mögen oder nicht so viel Fisch essen können, so finden Sie im Handel auch Nahrungsergänzungsmittel in Form von Omega-3-Kapseln. Allerdings ist die Auswahl sehr groß. Deshalb haben wir für Sie verschiedene Omega-3-Kapseln getestet und die Informationen zu den besten 6 Omega-3-Kapseln in einem Testbericht zusammengefasst.

Eine Langzeitstudie zeigt, dass eine fischreiche Ernährung ein längeres Leben bewirkt

Die Wissenschaftler der Zhejiang University School of Medicine stellten bei ihrer Studie (veröffentlicht 2018 im englischsprachigen Fachblatt "Journal of Internal Medicine") fest, dass Menschen eine verbesserte Lebenserwartung aufweisen, wenn sie regelmäßig Fisch essen.

Die Studie lief über einen Zeitraum von 16 Jahren und umfasste die Untersuchung von 240729 Männern und 180580 Frauen aus der NIH-AARP-Diät- und Gesundheitsstudie, in der die Gesundheit und die Ernährungsgewohnheiten medizinisch überwacht wurden. Zum Abschluss der Studie kamen die Wissenschaftler zum Ergebnis, dass eine Ernährung, die reich an fetthaltigen Fischen ist, ein längeres Leben bewirken kann.

Das Fazit der Studienautoren

Aufgrund verschiedener Ursachen war der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren und Fisch in einem starken Maße mit einer geringeren Sterberate verbunden. Dabei unterstützen die Ergebnisse die aktuellen gesundheitlichen Richtlinien für den Konsum von Fisch. Es sollte jedoch eine bessere Beratung über die Zubereitung des Fischs erfolgen, denn um wirklich lebensverlängernd zu wirken, sollte der Fisch nicht gebraten sein.

ungebratener roher Fisch

Omega-3-Fettsäuren können einen positiven Einfluss auf unsere Erbsubstanz haben

Eine weitere Studie bestätigt, dass Omega-3-Fettsäuren positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Die Studie der Ohio State University wurde im Fachmagazin Brain, Behavior and Immunity publiziert.

Nach folgenden Kriterien wurden die Teilnehmer der placebo-kontrollierte Doppelblind-Studie ausgewählt: Sie sollten im mittleren bis höheren Alter und übergewichtig sein. Außerdem sollten sie zwar gesund, aber ihr Blut sollte bereits erhöhte Entzündungswerte aufweisen. Sie wurden deshalb nach diesen Kriterien ausgewählt, damit ein möglicher Einfluss von Omega-3-Fettsäuren sich auf die chronischen Entzündungsprozesse der Studienteilnehmer deutlich bemerkbar werden würde.

Die in 3 Gruppen (2 Omega-3-Gruppen und 1 Placebo-Gruppe als Kontrollgruppe) eingeteilten Teilnehmer nahmen über einen Zeitraum von 4 Monaten täglich ein Placebo oder ein Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel ein. Dabei erhielt die Omega-3-Gruppe 1 Kapseln mit jeweils 1,25 g Omega-3-Fettsäuren. Die Omega-3-Gruppe 2 erhielt Kapseln mit jeweils 2,5 g Omega-3-Fettsäuren und die Kontrollgruppe erhielt Kapseln, die jeweils mit einer Fettmischung der typisch westlichen Ernährungsweise gefüllt waren.

Die Omega-3-Gruppen 1 und 2 konnten mit der Einnahme der Omega-3-Kapseln ihr Fettsäuremuster in der Ernährung stark verbessern. Dabei sorgten sie gleichzeitig für ein günstigeres Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren zu Omega-6-Fettsäuren. Darüber hinaus zeigte sich, dass diese Veränderung der Fettsäurenzusammensetzung zu einem besseren Schutz der DNA in den Leukozyten (weißen Blutkörperchen) führte.

So sieht der allgemeine Schutz unserer DNA aus

In fast jeder unserer Körperzellen befinden sich 46 Chromosomen als unsere Erbsubstanz. An den Enden eines jeden Chromosoms sitzen die sogenannten Telomere. Bei der Teilung einer Körperzelle erhält die neue Zelle über die Verdoppelung der Chromosomen einen kompletten Chromosomensatz, damit sie über die vollständige Erbsubstanz verfügt. Dabei werden die Endkappen der Chromosomen, also die Telomere, ein Stück kürzer. Sobald die Telomere zu kurz geworden sind, ist die Zelle nicht mehr in der Lage, sich zu teilen. Das bedeutet, dass die Anzahl der Zellteilungen von der Länge der Telomere abhängig ist.

Die Forscher aus Ohio fanden bei ihrer Studie heraus, dass sich die Telomere in den Leukozyten verlängern, wenn die betreffende Person für ein gesundes Fettsäurenverhältnis sorgt und durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung mehr Omega-3-Fettsäuren aufnimmt.

Fischöl aus fettreichen Fischen

Die für die Studie verantwortliche Professorin Janice Kiecolt-Glaser erklärte, dass die neuen Erkenntnisse über die Telomere darauf hindeuten, dass Omega-3-Fettsäuren wirklich den Alterungsprozess des Menschen beeinflussen könnten.

Entzündungsmarker beeinflussen die Länge der Telomere

Sowohl Nahrungsergänzungsmittel als auch Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren zeigen eine hohe entzündungshemmende Wirkung.

Kiecolt-Glaser meint, dass entzündliche Prozesse die Ursache für sehr viele gesundheitliche Probleme sind und, dass jede entzündungshemmende Substanz, enorme gesundheitliche Vorteile bringen kann. In der Studie von Ohio fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich eine deutliche Senkung der Entzündungsmarker im Blut bei den Teilnehmern bemerkbar machte, die Omega-3-Fettsäuren einnahmen.

Bei den Teilnehmern der Omega-3-Gruppe 1 mit 1,25 g Omega-3-Fettsäuren, konnten die Entzündungsmarker Interleukin-6 um 10 % gesenkt werden und bei der Omega-3-Gruppe 2 mit 2,5 g Omega-3-Fettsäuren sanken die Werte um 12 %. In der Placebo-Gruppe, die als Kontrollgruppe fungierte, litten die Studienteilnehmer am Ende unter einer Steigerung der Entzündungsmarker um 36 %.

Die Wissenschaftler entdeckten dabei gleichzeitig den Zusammenhang zwischen der Temolerlänge und der Höhe der Entzündungswerte. Eine Verringerung der Entzündungswerte scheint demnach mit einer Temolerverlängerung einherzugehen.

Diese Erkenntnisse der Studie weisen darauf hin, dass entzündliche Prozesse die Telomere überdurchschnittlich schnell verkürzen. Demnach sind es die entzündlichen Prozesse im Körper, die zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses führen. Das bedeutet: Je geringer die Entzündungsherde im Körper, umso jünger bleibt der Mensch.

Omega-3-Fettsäuren können oxidativen Stress reduzieren

In der Studie konnte außerdem festgestellt werden, dass der oxidative Stress durch eine ausreichende und regelmäßige Gabe von Omega-3-Fettsäuren um 15 % gesenkt werden konnte. Das bedeutet, dass Menschen, die an chronischen Stress oder chronische Erkrankungen leiden, besonders von Omega-3-haltigen Nahrungsmitteln oder Nahrungsmittelergänzungen profitieren. Demnach sorgt ein optimiertes Fettsäurenverhältnis für eine Reduzierung der freien Radikale im Blut.

Fazit der Studie: Omega-3-Fettsäuren verlängern die Jugend

Bei der beschriebenen Studie handelt es sich um die 1. Studie, die verdeutlicht, wie Omega-3-Fettsäuren bei gesunden, aber bereits mit Entzündungswerten belasteten, übergewichtigen Menschen die Entzündungsprozesse senken und die Telomere verlängern können. Das heißt, dass Omega-3-Fettsäuren vor Entzündungsprozessen schützen können und demnach auch zur Vorbeugung hilfreich sind, um gesund zu bleiben. Sie können jedoch auch therapeutisch eingenommen werden, um Entzündungswerte zu senken.

Darüber hinaus weist die Studie daraufhin, dass Omega-3-Fettsäuren das Risiko an mit Entzündungen einhergehenden Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Alzheimer, Arthritis und koronare Herzkrankheit zu erkranken signifikant reduzieren können.

Leckere Rezepte mit Omega-3-reichen Lebensmitteln

Rezepte mit Omega 3 reichen Lebensmitteln

Schnelle Pastasoße mit Lachs

Zutaten (ausreichend für 200 g Spaghetti oder Fusilli):

  • 300 g Lachsfilet
  • 220 g frischen Spinat
  • 100 g Tomaten
  • 80 g Erbsen
  • 200 ml Sahne
  • 500 ml Wasser
  • 50 g reinen Frischkäse
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Gemüsebrühe

Zubereitung:

Das Gemüse und das Lachfilet waschen und die Frühlingszwiebeln schälen. Alles in mundgerechte Stücke schneiden und mit den übrigen Zutaten, außer dem Wasser, in einen Topf hohen geben. Das Wasser in einem Wasserkocher aufkochen und über die Zutaten gießen. Alles aufkochen und mit einem Deckel zugedeckt 10 min köcheln lassen.

Nordischer Kartoffelsalat mit Matjes

Zutaten für den Kartoffelsalat:

  • 550 g festkochende Kartoffeln
  • 350 g Matjesfilet
  • 3 große scharfe Gewürzgurke
  • 3 Schalotten oder rote Zwiebeln
  • 3 Äpfel

Zutaten für das Dressing:

  • 3 EL saure Sahne
  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 EL weißen Balsamico
  • 1/2 Tasse Gemüsebrühe
  • Schnittlauch
  • jeweils eine Prise Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Zuerst die Kartoffeln stichfest garen. Anschließend schälen und in dünne Scheiben schneiden. Schalotten schälen und in Ringe schneiden. Die Äpfel mit der Schale, die Gewürzgurken sowie die Matjesfilets in 1 cm große Würfel schneiden. Für das Dressing den Schnittlauch in kurze Röllchen schneiden und mit den anderen Dressingzutaten verrühren. Zum Schluss das Dressing mit den Salatzutaten vermischen und für ungefähr 30 min ziehen lassen.

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    MedUni.com Redaktion

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