OPC richtig dosieren – Einnahme über Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel

OPC richtig dosieren

OPC nehmen wir auch über die Nahrung auf, aber für einen therapeutischen Effekt reicht die Dosis häufig nicht aus. Die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sorgt für eine sichere Versorgung mit Antioxidantien. Lesen Sie mehr darüber, was OPC ist, in welchen Pflanzen es vorkommt und wie Sie Traubenkernextrakt als Nahrungsergänzung richtig dosieren.

Was ist OPC?

Nahrungsergänzungsmittel spielen in der heutigen Zeit eine große Rolle, denn in unserem stressigen Alltag ist es nicht immer möglich, sich ausgewogen zu ernähren. Außerdem haben viele Nahrungsmittel aufgrund der intensiven Landwirtschaft und teilweise langen Lagerung nicht mehr ihren ursprünglichen Gehalt an Vitaminen und Vitalstoffen. Antioxidantien sind derzeit in aller Munde, denn Forscher versprechen sich von der Einnahme dieser Stoffe viele positive Effekte auf die Gesundheit. Im Zusammenhang mit Antioxidantien taucht auch immer wieder der Begriff OPC oder Traubenkernextrakt auf. Hinter der Abkürzung OPC verbirgt sich der Begriff oligomere Proanthocyanidine. Oligomere Proanthocyanidine sind Pflanzenstoffe, die nicht nur in Weintrauben, sondern auch in anderen Pflanzen vorkommen. Diese Pflanzenstoffe wirken als natürliche Antioxidantien.

Die Wirkung von Antioxidantien

  • Antioxidativ – Schutz der Zellen vor den schädlichen Wirkungen freier Radikale
  • Antientzündlich – Wirkung gegen Entzündungsprozesse im Körper
  • Antikanzerogen – Wirkung gegen die Entstehung von Krebs
  • Antimikrobiell – Wirkung gegen Bakterien

Darüber hinaus gehen die Befürworter einer Nahrungsergänzung mit Antioxidantien auch von einem positiven Effekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen und auf die Alterung der Haut aus.

OPC ist Gegenstand intensiver Forschung, bereits seit Ende 1940er Jahre ist die Stoffgruppe bekannt. 1948 veröffentlichte der französische Chemiker Jacques Masquelier eine Forschungsarbeit, in der OPC erstmalig isoliert und beschrieben wurde.
Die Bezeichnung von OPC ist jedoch nicht einheitlich, zwar ist die übliche Abkürzung OPC für oligomere Procyanidine, in der Fachliteratur tauchen die Pflanzenstoffe jedoch auch unter anderen Bezeichnungen wie Proanthocyanidin, Procyanidin, procyanidolische Oligomere (PCO) oder Leucoanthocyanine auf.
In der englischsprachigen Fachliteratur werden sie häufig auch als condensed Tannins bezeichnet.
Biochemisch gehören OPCs zu den sogenannte Flavonoiden, das sind die sekundäre Pflanzenstoffe. Sie kommen in der Natur in verschiedenen Formen in unterschiedlichen Pflanzen vor.
Heutzutage wird OPC industriell gewonnen, als Ausgangsprodukt dienen üblicherweise Weintrauben und Pinien.

Die Wirkung von OPC

OPC ist derzeit Gegenstand verschiedener medizinischer und biologischer Forschungen. Die Wirkungen auf den menschlichen Körper werden kontrovers diskutiert. Es gibt zahlreiche Hinweise auf eine positive Wirkung auf das Gefäßsystem, demnach werden OPCs zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen.
Im Mittelpunkt stehen Flavonoide auch aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung, vielleicht könnten Sie in Zukunft sogar als Alternative zu Antibiotika eingesetzt werden. Auch der Einfluss auf Tumorerkrankungen wird intensiv erforscht.
Darüber hinaus wird Flavonoiden eine starke antioxidative Wirkung gegen freie Radikale nachgesagt, die sogar deutlich stärker als jene von Vitaminen sein könnte.
Verschiedene Forschergruppen beschäftigen sich außerdem mit den positiven Effekten von OPC auf Erkrankungen wie Diabetes, HIV, Nierenerkrankungen und kognitive Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer sowie bakterielle Infektionen und Entzündungen.

In welchen Pflanzen kommt OPC vor?

OPCs werden heutzutage hauptsächlich aus Weintraubenkernen gewonnen. Tatsächlich ist der Gehalt an OPC in Weinbeeren besonders groß. Der Pflanzenstoff kann aber auch im Rotwein selbst nachgewiesen werden. Der OPC Gehalt schwankt je nach Rebsorte und Anbaugebiet. Den höchsten Gehalt haben unter anderem Rotweine aus den Trauben Pinot Noir und Syrah.
Doch OPC kommt nicht nur in Weintrauben vor, die Flavonoide sind in zahlreichen Früchten, Nüssen und anderen Pflanzenteilen enthalten.

Die folgenden Lebensmittel oder Pflanzen haben einen hohen OPC Gehalt

  • Weintrauben und Weintraubenkerne
  • Blaubeeren
  • Cranberrys
  • Äpfel (vor allem in der Schale)
  • Weidegras
  • Kakao
  • Haselnüsse
  • Festuca arundinacea
  • Reis

Die Konzentration an OPC ist in den Teilen jeder Pflanze unterschiedlich. Wenn Sie OPC auch über die Nahrung aufnehmen möchten, verarbeiten Sie die Lebensmittel möglichst im Ganzen. So enthalten beispielsweise Haselnüsse mit der braunen Haut mehr Antioxidantien als geschälte Nüsse. Bei Äpfeln finden wir den höchsten Anteil in der Schale, diese sollte daher immer mitgegessen werden. Bevorzugen Sie bei Blaubeeren und Cranberrys möglichst die Wildform der Früchte.

Wie viel OPC sollte ich pro Tag aufnehmen?

Für eine therapeutische Wirkung werden 1 bis 2 mg OPC pro Kilogramm Körpergewicht als Tagesdosis empfohlen. Es ist möglich, ausschließlich über die Ernährung genügend OPC aufzunehmen, allerdings ist das im Alltag oft nicht so einfach. Die Mindestdosis von 1 mg OPC pro Kilogramm Körpergewicht können Sie über die Ernährung aufnehmen, indem Sie täglich Lebensmittel essen, die reich an diesen Flavonoiden sind. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht an Lebensmitteln, die besonders viel OPC enthalten. Dabei sollten Sie doch beachten, dass je nach Zubereitungsart, Dauer der Lagerung und Zeitpunkt der Ernte unterschiedliche Gehalte festgestellt werden. In einem zubereiteten Gericht ist demnach in der Regel deutlich weniger OPC enthalten, als in frischen, unverarbeiteten Lebensmittel direkt nach der Ernte.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der beachtet werden sollte. Flavonoide liegt in natürlichen Lebensmitteln immer im Verbund mit anderen Stoffen vor. Diese Stoffe können die Aufnahme im Körper auch behindern, dies ist beispielsweise bei Ballaststoffen der Fall. Vitamine fördern die Aufnahme hingegen.

OPC Gehalt in Lebensmitteln pro 100 g

Weintrauben 21,71 mg
Blaubeeren 43,98 mg
Heidelbeeren 43,98 mg
Äpfel mit Schale 52,84 -84,02 mg je nach Sorte
Erdbeeren 62,18 mg
Pflaumen mit Schale 152,62 mg
Preiselbeeren 178,03 mg
Mandeln mit Haut 95,99 mg
Haselnüsse mit Haut 168,39 mg
Rotwein 33,99 mg
Dunkle Schokolade 154,20 mg
Traubenkerne 202,11 mg
Kakaobohnen 6.531,98 mg

Quelle: Vitalstofflexikon.de

Traubenkernextrakt als Nahrungsergänzung

Traubenkernextrakt als Nahrungsergänzung

In der Tabelle sehen Sie, dass Traubenkerne einen sehr hohen OPC Gehalt aufweisen. Lediglich unverarbeitete Kakaobohnen übersteigen diesen Wert. Traubenkerne eignen sich aus verschiedenen Gründen für die Herstellung von Nahrungsergänzung. Zum einen fallen sie quasi als Nebenprodukt im Weinbau an und sind entsprechend preiswert. Zum anderen lässt sich das OPC aus Traubenkernen besonders gut extrahieren.

Traubenkernextrakt als Kapseln einnehmen

Traubenkernextrakt in Kapselform ist die einfachste Möglichkeit, täglich Flavonoide aufzunehmen. Die Kapseln enthalten je nach Hersteller zwischen 150 und 600 mg Traubenkernextrakt. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf den OPC Gehalt im Traubenkernextrakt. Gut sind Produkte, die einen OPC Gehalt von mindestens 70 % aufweisen. Empfehlungen finden Sie in unserem umfangreichen Traubenkernextrakt Test.
Die Kapseln werden mit reichlich Flüssigkeit vor einer Mahlzeit eingenommen.

Vor- und Nachteile hochdosierter OPC Kapseln

Je mehr OPC eine Kapsel enthält, desto besser, sollte man annehmen. Doch es gibt Vor- und Nachteile von hochdosierter Nahrungsergänzung. Einige Kapseln enthalten deutlich mehr als die empfohlenen 1 bis 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Menschen mit geringerem Körpergewicht nehmen bei diesen Produkten möglicherweise zu viel OPC auf. Es gibt bislang keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung, trotzdem sollte die Höchstdosis von 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht sicherheitshalber nicht überschritten werden, zumal OPC zusätzlich auch mit der Nahrung aufgenommen wird.
Doch auch wenn die Dosis zum Körpergewicht passt, haben die hochdosierten Kapseln einen Nachteil. Das OPC wird mit einer Kapsel einmal am Tag eingenommen. Erfahrungsgemäß ist es aber besser, wenn der Stoff in mindestens zwei Dosen verteilt über den Tag aufgenommen wird. Der Körper kann OPC so besser aufnehmen und es besteht nicht die Gefahr, dass überschüssige Wirkstoffe ungenutzt wieder ausgeschieden werden.

OPC in Kombination mit Vitamin C

OPC wird in Nahrungsergänzung häufig mit Vitamin C und teilweise auch mit anderen Vitaminen kombiniert. Wie auch die Flavonoide, haben Vitamine antioxidative Wirkungen. Es gibt Hinweise darauf, dass die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C die Aufnahme von Antioxidantien aus Traubenkernextrakt verbessern kann. Das Vitamin C liegt bei einigen Präparaten in natürlicher Form beispielsweise als Acerolakirschpulver vor, wird meistens jedoch in Form von synthetischer Ascorbinsäure zugesetzt. Natürlich kann Vitamin C auch einfach über die Nahrung aufgenommen werden.

Traubenkernpulver als Alternative zu Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakt wird aus Weintrauben mithilfe von Ethanol extrahiert. Dabei gehen weitere Inhaltsstoffe der Traubenkerne wie beispielsweise das wertvolle Traubenkernöl verloren. Traubenkernöl enthält essenzielle Fettsäuren. Traubenkernpulver hingegen wird ganzheitlich hergestellt. Es besteht lediglich aus getrockneten und gemahlenen Traubenkernen, das Pulver enthält neben OPC auch alle weiteren Inhaltsstoffe aus Traubenkernen wie das wertvolle Traubenkernöl. Der OPC Gehalt ist natürlich entsprechend niedriger als bei einem Extrakt. Traubenkerne enthalten außerdem Bitterstoffe, die bei empfindlichen Personen in sehr seltenen Fällen zu Magen-Darm Beschwerden führen können. Bitterstoffe sind aber in vielen Lebensmitteln enthalten, die wir täglich konsumieren, normalerweise führen sie nicht zu Beschwerden. Die Bitterstoffe haben auch einige positive Wirkungen auf die Gesundheit, beispielsweise wirken sie anregend auf die Verdauungssäfte. Die Bitterstoffe werden bei der Herstellung von gutem Traubenkernextrakt weitestgehend entfernt. Traubenkernpulver ist also eine interessante Alternative zum Traubenkernextrakt, sollte aber nicht in zu großen Mengen eingenommen werden.
Das Pulver kann mit etwas warmem Wasser gemischt getrunken werden. Es lässt sich aber auch als Koch- und Backzutat verwenden beispielsweise in Smoothies, Joghurt- und Quarkspeisen, in Gebäck wie Muffins und Keksen oder im Salatdressing.

Studien zu Nebenwirkungen und Vergiftungen durch OPC

Nebenwirkungen durch die Einnahme von Nahrungsergänzung mit OPC sind extrem selten. Teilweise berichten Kunden bei Amazon von auftretenden Nebenwirkungen, doch ein Zusammenhang mit der Einnahme der Produkte ist meistens nur schwer herzustellen. Schließlich können die Nebenwirkungen auch andere Ursachen haben. Teilweise sind es auch Zusatzstoffe, die zu Unverträglichkeiten führen. Aus diesem Grund haben wir in unserem OPC Test ausschließlich Produkte berücksichtigt, die keine bedenklichen Zusatzstoffe oder Allergene enthalten.
Es gibt keine Studienergebnisse über eventuell auftretende Nebenwirkungen ab einer bestimmten Dosis. Ebenso wenig gibt es Hinweise darauf, dass OPC in höheren Dosen toxisch wirken könnte. Untersuchungen zu diesem Thema hat es aber bereits gegeben. Alle Studien zu Nebenwirkungen von Traubenkernextrakt sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Traubenkernextrakt allgemein unbedenklich ist.

Die NOAEL-Grenze legt fest, bis zu welcher Dosis ein Stoff keine akute Vergiftung hervorruft. Diese Grenze liegt, je nach Studie, zwischen 1,5 und 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Zum Vergleich, die empfohlene Tagesdosis von OPC liegt bei 1 bis 2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Selbst die tausendfache Dosierung würde also wahrscheinlich keine akute Vergiftung auslösen.
Langzeitstudien über möglicherweise schädliche Auswirkungen durch die Einnahme hoher Dosen OPC gibt es bislang nur in Form von Tierversuchen mit Mäusen.

Deswegen lautet die allgemeine Empfehlung, die 1 bis 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag nicht zu überschreiten. Dies ist auch die Dosierung, die den besten therapeutischen Nutzen bringt. Eine höhere Aufnahme hat, soweit bekannt, keine Vorteile.

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    MedUni.com Redaktion

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