MedNews

Zur Zeit sind 6 Gäste
und 0 Mitglieder online.

max: 140 Besucher

Du bist ein anonymer Benutzer.

Hinweis:

Gesundheitliche Ratschläge auf dieser Seite sind in jedem Fall unverbindlich. Ratschläge jeder Art und Form sind grundsätzlich in Verbindung mit einer fachlichen Diagnose mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.



01.06.2007 11:31 Alter: 349 Tage

Neu entwickelte Methode ermöglicht Herzklappen-OP ohne öffnung des Brustkorbes

Von: MedUni-Redaktion

Dank einer neu entwickelten Operationstechnik konnten Herzspezialisten der Medizinischen Universität Wien am AKH Wien erstmals eine Herzklappe am schlagenden Herzen verpflanzen, ohne den Brustkorb zu öffnen.

Herzspezialisten der Abteilungen für Herz-Thoraxchirurgie, Kardiologie und Herzanästhesie der Medizinischen Universität Wien arbeiten in Wien bereits seit längerem an neuen Methoden der Herzklappenimplantationen über so genannte Herzkathetertechniken. Während bisher aber trotzdem der Brustkorb geöffnet werden musste, gelang nun erstmals die Verpflanzung einer Herzklappe ohne Öffnung des Brustkorbes.

Implantation der Herzklappen mittels Katheder
„Herzkatheter“ sind Schläuche, die über die Blutgefäße zum Herzen geführt werden. Kleinste Werkzeuge an den Spitzen der Katheter ermöglichen damit auch komplexere Eingriffe. Mittels Ballonkatheter wird die neue Klappe unter Röntgen und Ultraschallkontrolle über die Herzspitze in die richtige Position eingebracht und mit Hilfe eines „Stents“ verankert.

„Diese Form der Behandlung wird weltweit nur in einigen wenigen Zentren durchgeführt und ist bislang in Österreich nur im AKH möglich“, so Univ. Prof. Dr. Paul Simon von der Abteilung für Herz-Thorax-Chirurgie der Medizinischen Universität Wien. An der Abteilung wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kardiologie bislang bei mehr als 35 Patienten eine künstliche Klappe mittels der neuen minimal - invasiven Operationstechnik über die funktionsuntüchtige eigene Aortenklappe implantiert. „Die Operationstechnik stellt eine wesentliche Weiterentwicklung der herkömmlichen offenen Operationsmethoden dar, da sie für den Patienten wesentlich schonender ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren muss die Herzlungenmaschine nicht eingesetzt und das Herz nicht still gelegt werden. Die Operationsdauer kann zum Teil erheblich verkürzt werden“, so Prof. Simon. In der ersten Phase wird die Operation ausschließlich bei Patienten eingesetzt, für die der Standardeingriff ein besonderes Risiko darstellen würde. 
 
Erste OP ohne Öffnung des Brustkorbes
Musste auch für diese minimal-invasive Behandlung bislang noch über einen kleinen chirurgischen Eingriff der Brustkorb eröffnet werden, implantierten nun erstmals in Österreich im Rahmen einer „PARTNER – Studie“ Univ. Prof. Dr. Helmut-Dietmar Glogar, Univ. Prof. Dr. Helmut Baumgartner, Univ. Prof. Dr. Paul Simon und Dr.in Marie-Theres Kasimir eine Herzklappe ohne Öffnung des Brustkorbs über die Leistenarterie. Der aufgrund der Durchführung unter der Haut als „komplett perkutan“ bezeichnete Eingriff, der im hoch modernen im Katheterlabor der Kardiologischen Abteilung der Medizinischen Universität Wien / AKH Wien vorgenommen wurde, verlief erfolgreich und komplikationslos. Weitere Implantationen sind bereits in den nächsten Wochen geplant.

Entscheidend für den Erfolg und die Sicherheit der Prozedur ist das perfekte Zusammenspiel des interdisziplinären Teams von Spezialisten. Univ. Prof. Dr. Simon: „Die Experten sind sich einig, dass die beiden Methoden der minimal - invasiven chirurgischen und der komplett perkutanen Herzklappenimplantation in Zukunft zum Standard-Repertoire der Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit schwersten Herzklappen - Erkrankungen gehören werden.“