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Gesundheitliche Ratschläge auf dieser Seite sind in jedem Fall unverbindlich. Ratschläge jeder Art und Form sind grundsätzlich in Verbindung mit einer fachlichen Diagnose mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.



24.08.2008 17:46 Alter: 89 Tage

AIDS und HIV bei Kindern

Von: Dr. Peter Voitl, kinderarzt.at

Aids ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Virus (HIV) verursacht wird, der die Immunabwehr beeinträchtigt. Dadurch kann es dazu kommen, dass Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze aber auch bestimmte seltene Krebsarten gefährlich werden können. Die Bezeichnung AIDS bezieht sich auf das späte Stadium der HIV-Infektion.

HIV bei Kindern und Jugendlichen

 

Die HIV-Infektion des Kindesalters unterscheidet sich durch die Art und den Verlauf der Infektion von der des Erwachsenen.  HIV-Infektionen von Neugeborenen sind in Europa tendenziell selten geworden, da der Übertragung von der Mutter auf das Baby durch eine Kombinationstherapie aus mehreren verschiedenen Medikamenten vorgebeugt werden kann. In verschiedenen Regionen Afrikas oder Asiens, wo diese Medikamente nicht zur Verfügung stehen ist dieses Problem aber nach wie vor sehr relevant.

Wenn HIV-infizierte Mütter ihre Neugeborenen stillen, ist es möglich, dass sich die Kinder infizieren. Nach einer Empfehlung der WHO sollte daher nicht gestillt werden, eine aktuelle Studie der Fachzeitschrift Lancet relativiert diese Empfehlung allerdings für Afrika; dort wurde über eine herabgesetzte Sterblichkeit bei gestillten Kindern HIV positiver Mütter berichtet.  Der Lancet-Artikel bezieht sich ausschließlich auf afrikanische Verhältnisse. Die Übertragung kann auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und durch verunreinigte medizinische Gegenstände bzw. Blut und Blutprodukte erfolgen.

 

Das Ausmaß

Man schätzt, dass etwa 2,2 Millionen Kinder weltweit  mit HIV/AIDS leben und sich täglich rund 1.750 Kinder unter 15 Jahren und mehr als 6.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren mit HIV infizieren.  Zudem schätzt man, dass etwas 15 Millionen Kinder Waisen aufgrund von AIDS sind.

Neun von zehn HIV-Infizierten leben in Entwicklungsländern; nur 1 Prozent aller Infizierten in Industriestaaten ist unter 15 Jahre alt. (Quelle: UNICEF). So wurden in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2004 jeweils deutlich weniger als 5 AIDS-Fälle/Jahr gemeldet (www.rki.de).

 

Diagnose

Bei Erwachsenen wird der Nachweis mittels eines Antikörpertests aus dem Blut festgestellt, der aber nicht die Viren selbst nachweist,  sondern lediglich die dagegen gebildeten Antikörper. Bei Kindern kann das erschwert sein, da auch nicht infizierte Säuglinge von ihren Müttern Antikörper nachweisbar haben, sodass dieser Test erst in einem Alter von über 15 Monaten aussagekräftig ist. Der direkte Nachweis des Virus mittels PCR gilt als ein sehr zuverlässiges Verfahren, das schon nach wenigen Tagen ein Resultat liefern kann.

 

Symptome

Man kann verschiedene Erkrankungsstadien unterscheiden:

Stadium I - Etwa 70 Prozent der Betroffenen zeigen sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie ein Ausschlag auf; der HIV-Antikörpertest ist bis zu 1-3 Monate nach der Infektion noch negativ.
Stadium II – In den folgenden acht bis neun Jahre kann eine symptomlose Phase folgen, in der sich das Virus jedoch vermehrt. .

Stadium III – Lymphknotenschwellungen können auftreten.
Stadium IV – Nach etwa 10 Jahren kommt es zu bestimmten Erkrankungen durch das Virus wie etwa Lungenentzündung, neurologische Erkrankungen oder bestimmte Krebsarten wie das Kaposi-Sarkom.

Therapie

Etwa 12 der bisher entwickelten Medikamente sind für Kinder geeignet. Die Krankheit selbst ist dadurch nicht heilbar, aber die Vermehrung der Viren kann vermindert und ein weitgehend normales Leben ermöglicht werden. Meist kombiniert man mehrere Medikamente.

Vorbeugung

Es gibt keinen Impfstoff gegen HIV aber die Infektion ist verhinderbar. Aufklärungspro­gramme können erwiesenermaßen vorbeugend wirken und die Mutter-Kind-Über­tragung kann mit medikamentös vorgebeugt werden.

(c) Dr. Peter Voitl, www.Kinderarzt.at