Probiotika unterstützen unsere Gesundheit

Probiotika unterstützen unsere Gesundheit

Lange Zeit wurde die Probiotikaeinnahme zur Steigerung und Erhaltung der Gesundheit unterschätzt. Dabei hat die Darmflora einen sehr großen Einfluss auf die mentale und körperliche Gesundheit des Menschen. Die in unserem Darm lebenden Bakterien steuern nicht nur unser Immunsystem, sie steuern ebenso unsere Emotionen. Wenn unser Darm durch eine ungesunde Lebensweise geschwächt ist, so nehmen die schädlichen Bakterien zahlenmäßig zu und verdrängen damit die nützlichen Mikroorganismen in unserem Darm. Damit gerät das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht. Probiotika können uns helfen, das Milieu wieder in Balance zu bringen.

Probiotika und die Mikroorganismen im gesunden Darm

Immer wieder hören wir von Probiotika. Aber was ist das überhaupt? Probiotika sind Zubereitungen aus lebenden Mikroorganismen, wie zum Beispiel Milchsäurebakterien. Sie besitzen eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Menschen, besonders auf seinen Darm. Sie haben einen über die grundlegende Ernährung hinausgehenden Nutzen für die Gesundheit des Menschen und sollten in einer effektiven Dosis zugeführt werden. Das kann durch probiotische Nahrungsmittel geschehen, wie zum Beispiel Sauerkraut, Kefir, Joghurt und Kombucha oder durch probiotische Präparate.

Wir haben mehrere Probiotika für Sie getestet, die 6 besten Produkte herausgesucht und in einem Testbericht für Sie zusammengefasst.

Im menschlichen Magen-Darm-Trakt leben geschätzt ca. 1000 Bakterienarten. Der Magen-Darm-Trakt ist ausgebreitet fast so groß wie ein Tennisplatz. Die darin lebenden Bakterienkulturen wiegen ca. 1,5 kg. Daran erkennen wir, welche große Rolle die Bakterien in unserem Darm für uns Menschen spielen. Ansonsten würden sie nicht von Natur aus so zahlreich in uns vertreten sein.

Für eine lange Zeit wurde die Bedeutung der Bakterien im Darm völlig unterschätzt. Dabei haben sie mehr Funktionen, als nur die Unterstützung bei der Verdauung. Probiotische Bakterien aktivieren auch die Immunreaktionen im menschlichen Körper, wie zum Beispiel spezifische Abwehrzellen wie die T-Zellen. Ca. 85 % der gesamten Darmflora sollte aus nützlichen Bakterien bestehen. Die anderen 15 % dürfen pathogen sein. Dieses Bakterienverhältnis spielt bei der Abwehr eine große Rolle, da sich ca. 80 % des menschlichen Immunsystems im Darm befinden. Wie Studien zeigen, hat die Zusammensetzung der Flora im Darm einen großen Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit und die Emotionen des Menschen. Das bedeutet, der Darm steuert unsere Emotionen.

Weiterführende Links:

Deshalb kann die Einnahme von probiotischen Lebensmittels oder probiotischen Präparaten aktiv den Aufbau und die Erhaltung unserer Darmflora unterstützen und darüber hinaus unsere mentale und körperliche Gesundheit steigern und erhalten.

Probiotika und Allergien

Probiotische Präparate oder Lebensmittel, die fähig sind, den Darm zu regenerieren, stärken nachweislich das Immunsystem und führen dadurch zu mehr Gesundheit. Daraus folgt, dass Menschen dadurch auch für Allergien weniger anfälliger sind. Eine Studie von 2009 zeigte deutlich, dass probiotische Bakterien die körpereigene Abwehr in Hinblick auf Hautallergien unterstützen und stärken können.

Für die Studie erhielten schwangere Frauen, deren Familienmitglieder an Allergien leiden, in den letzten 6 Wochen ihrer Schwangerschaft 3 verschiedene Probiotika. Einer weiteren Gruppe schwangerer Frauen mit denselben Voraussetzungen wurden Placebos verabreicht. Nach der Entbindung erhielten die meisten Kinder der Frauen für weitere 12 Monate Probiotika oder eben ein Placebopräparat. Nach bereits 3 Monaten konnten die Ärzte feststellen, dass die Kinder, die Probiotika bekamen, seltener an allergischen Ekzemen litten als die Kinder, die Placebos erhielten.

Die Kinder wurden bis zu ihrem 2. Lebensjahr weiter beobachtet. Dabei konnte immer noch ein deutlicher Unterschied der beiden Gruppen festgestellt werden. Wie die Studienergebnisse zeigen, können Probiotika sogar positive Auswirkungen auf den Nachwuchs von Müttern mit allergischer Vorbelastung haben.

Außerdem wird auch über die Muttermilch der positive Effekt der Probiotika erhöht, sofern die Mutter während und nach ihrer Schwangerschaft probiotische Präparate täglich einnimmt. Damit lassen sich nicht nur Allergien und andere Hauterkrankungen vorbeugen, sondern auch Asthma.

Probiotika und das Immunsystem

Eine Studie der University of Otago, Neuseeland, von 2013 konnte zeigen, dass Probiotika auch bei Erkältungen wirklich wirken. Es wurden dafür 30 Sportler der Elite-Rugby-Union untersucht. 15 Probanden erhielten über 4 Wochen ein Probiotika als Nahrungsergänzung. Die anderen 15 Probanden erhielten nur ein Placebo. Anschließend wurde 4 Wochen pausiert und danach eine erneute Behandlung durchgeführt. Allerdings wurden die Gruppen getauscht. Nach dieser Zeit wurde festgestellt, dass 14 Probanden während der probiotischen Behandlung frei von typischen Erkältungssymptomen blieben. Bei der Placebobehandlung waren es nur 6 Teilnehmer, die keine Symptome verspürten. Auch hielt die Erkältung mit Probiotika nicht so lange an und die Symptome fielen nicht so stark aus.

Probiotika und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Im Jahr 2009 wurde im Journal of Nutrition eine Studie veröffentlicht, die den Einfluss von Probiotika auf mögliche Nahrungsmittelallergien untersuchte. Als Probanden dienten Mäuse, die an einer Milchallergie litten, die sich in Ausschlägen der Haut bemerkbar machte. Während der Studie erhielten die Mäuse mit der Milch sowohl Probiotika als auch Präbiotika. (Präbiotika dienen den Bakterien in einer gesunden Darmflora als Nahrung.) Daraufhin verbesserte sich die Milchintoleranz sichtbar und es traten fast keine Hautreaktionen mehr auf.

Da in der heutigen Zeit bis zu 8 % der Kinder verschiedene chronische Allergien gegen Nahrungsmittel zeigen, ließe sich bei der Ausweitung der Studie auf Menschen sicher herausfinden, ob sich bestimmte probiotische Bakterien auch dazu eignen, die Unverträglichkeiten auch bei Kindern vorbeugen zu können oder vielleicht auch gänzlich zu heilen. Somit könnte durch die Einnahme von Probiotika vielleicht auch Glutenunverträglichkeit gelindert werden.

Probiotika und Darmerkrankungen

Probiotika und Darmerkrankungen

Probiotika sind in der Lage, Erkrankungen des Darms wie Colitis ulcerosa, Morbus Chron, Reizdarm sowie anderen entzündlichen Darmerkrankungen zu lindern, und können somit bei der Behandlung der Krankheiten eingesetzt werden. Ebenso bei Erkrankungen mit Entzündungen, die aufgrund des Mangels an probiotischen Bakterien entstehen. Wie eine Studie zeigt, stehen chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms direkt im Zusammenhang mit dem Milieu des Darms. Demnach können eingenommene probiotische Präparate die Beschwerden lindern und die Symptome verbessern. In der Studie wurde dafür eine spezielle Bakterienkombination aus Streptococcus, Bifidobacterium und Lactobacillus verwendet, die regelmäßig von den Probanden eingenommen wurde. Die Entzündung ging zurück, aber die Wirkmechanismen waren allerdings dafür nicht bekannt.

Ein Forscherteam der Technischen Universität München konnte erst Anfang 2012 mithilfe von Mäuseversuchen erste Zusammenhänge herausfinden und darstellen. Bei den Mäusen der Studie nahm durch die Probiotikagabe auch die Menge des Zytokins IP10 ab. Die Substanz wird von erkrankten Geweben ausgeschüttet, damit weitere Abwehrzellen einwandern, um die spezifische Immunreaktionen zu aktivieren. IP10 muss ausgeschüttet werden, damit die natürliche Immunabwehr funktioniert. Jedoch werden die Zytokine bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung in einem sehr großen Umfang erzeugt, sodass das entzündete Gewebe gar nicht mehr abheilen kann. Darüber hinaus kann es auch zu Autoimmunreaktionen kommen, da sich dadurch auch die Anzahl der Abwehrzellen stark erhöht. Die Forscher konnten während der Studie ein Protein aus Lactobacillus paracasei isolieren, das sich Lactocepin nennt und das IP10 im entzündenden Gewebe zerstört.

Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass Lactocepin helfen kann, chronische Entzündungen im Darm zu minimieren. Sobald sie Bakterienstämme verwendeten, bei denen das Protein nicht richtig produziert wurde, fiel die Wirkung wesentlich geringer aus. Nun sollen weitere Untersuchungen zeigen, welche probiotischen Bakterien besonders effektiv das Protein Lactcepin produzieren kann.

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
[Anzahl: 1 Durchschnitt: 5]
Avatar

    MedUni.com Redaktion

    Das MedUni.com Team führt seine anspruchsvolle Recherchearbeit studien- und evidenzbasiert durch und besteht aus einer Vielzahl hochqualifizierter Autoren. Auf diese Weise können wir stets seriöse und faktenbasierte Informationen bieten.