Was ist Fieber? Welche Ursachen gibt es und wie kann man Fieber selbst senken?

Welche Ursachen gibt es und wie kann man Fieber selbst senken

Fieber, in der medizinischen Fachsprache Pyrexie genannt, hat einen schlechten Ruf. Schließlich zeigt es einen körperlichen Ausnahmezustand an, der nicht gerade angenehm ist. Allerdings hat Fieber auch eine positive Auswirkung. Die Mediziner gehen davon aus, dass das Fieber die Abwehr des Körpers und seine Selbstheilungskräfte anfacht und unterstützt.

Aber was ist Fieber genau?

Als Fieber wird die Erhöhung der Temperatur des Körpers über die Normaltemperatur hinaus (oder auch Solltemperatur) bezeichnet. Fieber wird nicht als eigenständige Krankheit angesehen, sondern als ein Symptom, das bei vielen verschiedenen Krankheiten auftreten kann.

Die Körpertemperatur kann auch bei gesunden Menschen schwanken. Deshalb wird erst oberhalb bestimmter Grenzwerte von Fieber gesprochen. Zum Beispiel bedeutet Fieber bei rektaler Messung (im After) eine Erhöhung der Körpertemperatur ab 38,2 °C und bei oraler Messung (im Mund) über 37,8 °C. Eine Temperatur von mehr als 42,6 °C ist im Normalfall tödlich.

Die normale Körpertemperatur beträgt ungefähr 37 °C. Damit ist allerdings die Körperkerntemperatur gemeint. Also die Temperatur im Inneren des Körpers. Bestimmte Bereiche des Körpers können jedoch wärmer sein als andere Regionen, wie zum Beispiel das Gehirn oder der Brustkorb. Dagegen beträgt die Körpertemperatur in den Oberarmen und Oberschenkeln nur 34 bis 36 °C. In den Händen und Füßen ist die Temperatur mit durchschnittlich 28 °C noch viel niedriger. Aus diesem Grund ist es bei der Messung der Körpertemperatur immer wichtig, den Ort der Messung anzugeben. Die Messung in der Achselhöhle (axillare Messung) ist allerdings sehr unzuverlässig.

Wie verhält sich Fieber bei älteren Menschen?

Fieber bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen ist die Körpertemperatur meist etwas geringer als bei jüngeren Menschen. Häufig verläuft eine Infektion im Alter auch ohne Fieber. Ungefähr 20 bis 50 % reagieren auf einen akuten Infekt anders, als sie in jungen Jahren. Oft haben sie gar keine oder nur wenige Beschwerden, die darauf hinweisen, dass sie einen Infekt haben. Dafür klagen sie häufig über Allgemeinsymptome wie Unruhe, verstärkte Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Zusätzlich sind sie geistig verwirrt. Die untypischen Symptome können sehr gefährlich sein, da damit Infektionen leicht übersehen werden können, wenn kein richtiges Fieber eintritt.

Tageszeitliche Schwankungen der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur des Menschen ist nie eine völlig konstante Größe. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab und schwankt im Tagesverlauf.

Morgens: durchschnittlich 36,2 °C oral, 36,5 °C rektal und 36,0 °C axillar
Im Laufe des Tages: 37,5 °C oral, 37,8 °C rektal und 37,2 °C axillar

Der Körper erwärmt sich um circa 2 °C bei körperlicher Aktivität. Auch andere Situationen können die Temperatur erhöhen. Zum Beispiel steigt die Körpertemperatur bei Frauen in der 2. Zyklushälfte um etwa 0,5 °C an. Im Normalfall steigt die Temperatur aber nicht über 37,8 °C an.

Über welche Messarten kann ich die Körpertemperatur bestimmen?

Ihre Körpertemperatur können Sie über verschiedene Messarten bestimmen. Die Punkte, an denen gemessen wird, unterscheiden sich dabei grundsätzlich, je nach verwendetem Fieberthermometer.

Messung mit Kontaktthermometer

In der Achselhöhle (axillar): Die Messung erfolgt unter einem Arm in der Achselhöhle. Bei Kindern ist die Methode am ungenauesten, obwohl sie für die Kinder als angenehme Methode empfunden wird.

In der Mundhöhle (oral): Hierbei wird die Spitze des Fieberthermometers in den Mund eingeführt. Die Methode setzt für eine korrekte Messung konstanten Kontakt zwischen dem Gewebe im Mundraum und der Messspitze voraus. Deshalb ist es sehr hilfreich, die Messspitze des Thermometers unter die Zunge zu legen. Die Methode ist sehr genau.

Im After (rektal): Am genauesten ist die rektale Temperaturmessung. Sie ist besonders für Säuglinge und Kleinkinder geeignet.

Infrarotthermometer

An der Stirn: Mithilfe eines Stirnthermometers lässt sich die Körpertemperatur über der Schläfenvene bestimmen. Die Messung verläuft sehr angenehm und schnell. Sie ist jedoch nicht immer zuverlässig, denn der Kopf kann kühler sein als die Organe im Inneren des Körpers.

Im Ohr: Die Temperaturmessung im Ohr erfolgt mithilfe von Infrarot-Technik, indem die Wärmestrahlung am Trommelfell gemessen wird, das mit dem Blutkreislauf des Hypothalamus im Gehirn verbunden ist. Die Temperatur hier ähnelt der im Körperkern. Das Messergebnis ist mit einem hochwertigen Ohrthermometer sehr genau. Es erfordert allerdings etwas Übung.

Die Messung mit einem Ohrthermometer wird auch bei Kindern als sehr angenehm empfunden. Es gibt zahlreiche Modelle von Ohrthermometern unterschiedlicher Hersteller. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir verschiedene Geräte getestet und die wichtigsten Informationen zu den besten 6 Ohrthermometern für Sie in einem Testbericht zusammengestellt.

Welche Anzeichen von Fieber gibt es?

Viele Menschen fühlen sich zu Beginn einer Erkrankung mit Fieber schlapp, abgeschlagen und müde. Manchmal haben sie auch Glieder- und Gelenkschmerzen. Dabei hängt die Stärke ihrer Schmerzen nicht immer von der Höhe der Körpertemperatur ab.

Rektal gemessene Temperaturen unter 38,5 °C, die zum Beispiel bei Erkrankungen des Bindegewebes oder verschiedenen Infektionskrankheiten auftreten, können manchmal die körperliche Leistungsfähigkeit genauso schwächen wie hohes Fieber. Auch wenn das Fieber nicht sehr hoch ist, fühlen sich die Betroffenen manchmal richtig krank. Doch die Symptome werden mit steigender Temperatur stärker.

Typische Anzeichen von Fieber sind zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • empfindliche Reaktion auf helles Licht
  • empfindliche Reaktion auf laute Geräusche
  • Durstgefühl
  • Schweißausbrüche
  • glänzende Augen
  • heiße und trockene Haut
  • belegte und trockene Zunge
  • Appetitlosigkeit
  • Schüttelfrost
  • Verstopfung
  • Unruhe
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • beschleunigte Atemfrequenz

Der typische Fieberverlauf

Die typische Fieberkurve

Der Verlauf der Temperatur bei Fieber kann bei Patienten, die schon einige Tage Fieber haben, einen wichtigen Hinweis auf die Ursache des Fiebers liefern. Es gibt zum Beispiel Erkrankungen, die eine charakteristische Fieberkurve zeigen. Dabei kann die Temperatur des Körpers langsam über mehrere Tage hinweg oder innerhalb eines Tages schnell ansteigen.

Es können mehrere Verläufe des Fiebers unterschieden werden

Kontinuierliches Fieber: Bei diesem Fieberverlauf unterscheidet sich die Temperatur des Körpers am Abend und am Morgen um meist circa 1 °C. Die Fieberkurve ist sehr typisch für eine bakterielle Infektion, wie zum Beispiel bei Fleckfieber, Typhus, Erysipel (Infektion der Haut), Pneumokokken-Lungenentzündung und Scharlach.

Intermittierendes Fieber: Bei dieser Fieberkurve sind die Temperaturunterschiede zwischen Abend und Morgen größer. Dabei schwanken die Temperaturen im Tagesverlauf um mehr als 2 °C und morgens kann die Körpertemperatur sogar unter den Wert von 37 °C sinken. Intermittierendes Fieber ist sehr typisch bei einer Sepsis (Blutvergiftung), Brustfell- oder Rippenentzündung sowie bei einer akuten Nierenbeckenentzündung. Auch bei Morbus Hodgkin, einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen Systems, kann diese Fieberkurve auftreten.

Remittierendes Fieber: Hierbei schwanken die Temperaturen am Abend und am Morgen um die 1 bis 2 °C. Dabei ist die Temperatur am Abend größer als am Morgen. Aber im Normalfall ist der Patient nicht frei von Fieber. Diese Fieberkurve ergibt sich zum Beispiel bei Entzündungen der Bronchien und der Lunge sowie bei Tuberkulose und rheumatischem Fieber.

Rezidivierendes Fieber: Rezidivierendes Fieber bedeutet, dass es immer wiederkehrt. Dabei treten regelmäßig zwischen den Fieberschüben 2 Tage oder gelegentlich bis zu 14 Tage ohne Fieber auf. Rezidivierendes Fieber wird von Spezialisten auch rekurrierendes Fieber genannt. Es tritt zum Beispiel bei Malaria oder bei Infektionen mit Borrelien auf. Falls das Fieber jedoch unregelmäßig wieder auftritt, kann es auch ein Hinweis auf wiederkehrende Erkrankungen sein, wie zum Beispiel Entzündungen der Prostata oder Gallensteine.

Undulierendes Fieber: Dieser Verlauf nennt sich auch wellenförmiger Fieberverlauf, der zum Beispiel bei einer Infektion mit Brucellosen auftreten kann.

Welche Ursachen von Fieber gibt es?

Für die Entstehung von Fieber können verschiedene Ursachen infrage kommen. Allerdings weist die Höhe der Körpertemperatur sehr selten auf die Ursache für das Fieber hin. Auch sagt die Höhe nichts über die Schwere der Erkrankung aus. Dafür sind der Allgemeinzustand des Betroffenen und seine sonstigen Symptome entscheidend.

Temperaturen im Zwischenbereich (37,5 bis 38,0 °C) und leichtes Fieber treten häufig auf bei:

  • Endokarditis lenta (subakute Form der Herzklappen- und Herzinnenhautentzündung)
  • Nierenbeckenentzündung
  • Tuberkulose
  • Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom und andere Tumore des Immunsystems
  • Arzneimittel-Fieber
  • Tumore in Magen und Darm
  • Hypernephrom (bösartiger Nierentumor)
  • Kollagenosen (Erkrankungen des Bindegewebes)
  • Lungenembolie (Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien)
  • Vaskulitiden (Entzündungen der Blutgefäße)
  • und weiteren verschiedenen Infektionen

Temperaturen über 38,5° C treten zum Beispiel auf bei:

  • Allergien
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • rheumatologische Erkrankungen, wie zum Beispiel Fibromyalgie, Morbus Bechterew und rheumatoide Arthritis
  • entzündlichem Befall des Dickdarms (Colitis ulcerosa)
  • alkoholbedingte oder chronische Hepatitis
  • Kollagenosen
  • Vaskulitiden
  • Nebenschilddrüsenüberfunktion
  • Hormonstörungen
  • Thrombose
  • Schlaganfall
  • Epilepsie
  • Tumore
  • Infektionen

Es kann auch Fieber mit unbekannter Ursache auftreten

Manchmal können die Ärzte trotz einer gründlichen Untersuchung keine Ursache für das bestehende Fieber einiger Betroffenen finden. Besteht ein Fieber mit einer erfolglosen Standarduntersuchung und einer Temperatur über 38,9 °C ohne erkennbare Ursache mehr als 3 Wochen sprechen Spezialisten von Fieber unbekannter Ursache. Im Englischen: fever of unknown origin, abgekürzt FUO. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Ursache für das Fieber gibt.

Bei Kindern haeufig Fieber mit unbekannter Ursache

Fieber mit unbekannter Ursache tritt auch häufig bei Kindern auf. Linktipp: https://link.springer.com/article/10.1007/s00608-018-0571-8

Es werden 4 Typen von Fieber unbekannter Ursache unterschieden:

1. Nosokomiales Fieber unbekannter Ursache (Infektion durch Krankenhauskeime): Diese Fieberart kann nach der Aufnahme in ein Krankenhaus auftreten, ohne dass zum Zeitpunkt der Aufnahme der Patienten Fieber bestand. Häufig wird das Nosokomiale Fieber unbekannter Ursache hervorgerufen durch eine Darminfektion mit Bakterien wie Clostridium difficile, durch eine Lungenembolie oder durch eine Venenentzündung, bei der sich die Bakterien in die Blutbahn ausbreiten. Manche Patienten, die über eine Nasensonde ernährt werden müssen, leiden an einer Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen), die Ursache für das Fieber sein kann.

2. Klassisches Fieber unbekannter Ursache: Diese Fieberart hält meist länger als 3 Wochen an. Das Fieber wird zum Beispiel durch bösartige Tumore, Infektionen, rheumatische Erkrankungen sowie durch Erkrankungen der Blutgefäße und des Bindegewebes hervorgerufen.

3. Fieber unbekannter Ursache bei Patienten mit HIV: Auch bei einer akuten HIV-Infektion kann Fieber auftreten, aber auch im Verlauf der Erkrankung. Sofern sich die Ursachen für das Fieber bei stationären HIV-Patienten nach bereits 3 Tagen und bei ambulanten Patienten nach 4 Wochen nicht klären lassen, sprechen die Experten von einem HIV-assoziierten Fieber unbekannter Ursache.

Häufig wird das Fieber durch Krankheitserreger hervorgerufen, die gesunden Menschen keine Probleme bereiten würden. Das sind zum Beispiel Mycobacterium avium-intracellulare oder Zytomegalie-Viren. Andere Ursachen können zum Beispiel Tumore sein, die bei einem gesunden Menschen nur sehr selten auftreten, zum Beispiel das Kaposi-Syndrom oder Lymphome. Ebenso kann das Fieber durch Medikamente ausgelöst werden.

4. Neutropenisches Fieber unbekannter Ursache (Fieber unbekannter Ursache bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem aufgrund zu weniger weißer Blutkörperchen): Diese Fieberart tritt bei Menschen auf, die einer Leukozytopenie leiden. Sie weisen weniger als 500 weiße Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) pro Kubikmillimeter in ihrem Blut auf. Oft wird das Fieber durch eine Infektion mit Bakterien hervorgerufen. Ebenso können Viren wie Herpesviren und Pilze wie verschiedene Candida-Formen das neutropenische Fieber unbekannter Ursache hervorrufen. Allerdings können keine infizierten Organe gefunden werden, auch wenn oftmals Bakterien im Blut entdeckt werden. Dabei ist es nicht erkennbar, über welchen Weg die Erreger in den Körper eindringen konnten.

Erklärungen für Fieber unbekannter Ursache werden häufig erst viel später herausgefunden oder manchmal gar nicht

Häufige Erklärungen für Fieber unbekannter Ursache sind unentdeckte rheumatische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen. Ebenso können Medikamente, auf die der Körper empfindlich reagiert, eine Ursache sein. Zum Beispiel können Patienten auf die Wirkstoffe in Schmerzmitteln, Antihistaminika (Antiallergika), Diuretika (entwässernde Medikamente), Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Antibiotika mit Überempfindlichkeitsreaktionen reagieren, das sich im Fieber äußert. Autoimmunerkrankungen können auch Fieber auslösen, wie zum Beispiel der systemische Lupus erythematodes oder eine rheumatische Gefäßerkrankung wie die eine Arteritis temporalis.

Bei älteren Menschen kann Fieber unbekannter Ursache meist auf bösartige Tumore zurückzuführen sein, die lange Zeit unentdeckt bleiben und sehr schwierig zu diagnostizieren sind. Dazu gehören zum Beispiel Lymphome, Leukämie, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Darmkrebs, Nierenkrebs und Metastasen (Tochtergeschwülste) von Tumoren.

Untersuchungen bei Fieber und Diagnosestellung

Untersuchung Doktor Fieber Diagnosestellung

Damit der Arzt die Ursache für das bestehende Fieber herausfinden kann, führt er neben einer körperlichen Untersuchung eine umfangreiche Anamnese des Patienten durch und erkundigt sich darüber, unter welchen Umständen und ab wann das Fieber aufgetreten ist. Dabei ist zum Beispiel sehr wichtig, ob das Fieber erst während eines Aufenthaltes im Krankenhaus oder bereits zu Hause aufgetreten ist.

Bei einem Krankenhausaufenthalt können häufig Infektionen nach einer Operation oder durch Katheterlegung auftreten, die nosokomiales Fieber (im Krankenhaus aufgetretenes Fieber) verursachen. Bei Fieberpatienten, die ihr Fieber bereits in ihrem Zuhause erworben haben, sind andere Ursachen verantwortlich. Das können zum Beispiel Bekannte, Kollegen oder Familienmitglieder sein, die Fieber aufgrund einer Infektion haben. Dabei liegt der Verdacht nahe, dass sich der Patient bei ihnen mit Viren oder Bakterien angesteckt hat.

Sehr wichtig ist bei der Anamnese die Angabe, ob der Patient erst kürzlich im tropischen Ausland war. Der Patient könnte sich dort beim Kontakt mit Tieren oder Menschen mit einer Krankheit infiziert haben. Ebenso ist ein Insektenstich, der Biss eines Tieres oder eine ärztliche Behandlung im Ausland eine mögliche Ursache für eine Infektion, die zu Fieber führt. Bei einem Tropenaufenthalt sollte immer auf eine mögliche Infektion mit Malaria geprüft werden. Dabei ist der Impfstatus des Patienten überaus wichtig.

Untersuchung von Urin und Blut

Untersuchung von Urin und Blut

Neben einer ausführlichen körperlichen Untersuchung werden häufig weitere Untersuchungen notwendig. Oft wird der Urin mit einem Schnelltest untersucht, um zum Beispiel Bakterien nachzuweisen, die auf eine fieberhafte Harnwegsinfektion schließen lassen. Bei Fieber unbekannter Ursache wird zusätzlich Blut abgenommen und untersucht, wie zum Beispiel Leber- und Nierenwerte, CRP-Werte (Anzeichen für Entzündung), Rheumafaktor, Elektrolyte, Eiweiß, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Gerinnungswerte, Eisen, Antikörper gegen Bakterien und Viren. Bei einer Sepsis können Bakterien im Blut nachgewiesen werden.

Weitere Untersuchungen

Wenn andere Untersuchungen keine Ergebnisse bringen, werden zum Beispiel folgende Untersuchungen vorgenommen:

  • Endoskopie
  • Röntgen der Lunge
  • Tuberkulosetest
  • Echokardiografie (Ultraschall) des Herzens
  • EKG
  • Sonografie (Ultraschall) des Bauchraums
  • Stuhlproben
  • Liquorpunktion
  • Proben aus Bronchien, Rachen oder Lunge
  • CT (Computertomografie)
  • MRT (Magnetresonanztomografie)
  • Szintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung, meist zur Untersuchung der Schilddrüse)
  • Abstriche von Wunden
  • Gewebeproben

Untersuchungen bei Fieber mit Schüttelfrost

Folgende Untersuchungen werden häufig bei Fieber mit Schüttelfrost vorgenommen:

  • Abhören von Herz und Lunge
  • Begutachtung von eventuellem Hautausschlag
  • Ohruntersuchung
  • Nasenuntersuchung
  • Rachen- und Halsuntersuchung
  • Abtasten der Halslymphknoten
  • Abklopfen der Nieren
  • Bauchuntersuchung

Bei welchen Erkrankungen tritt Fieber mit Schüttelfrost auf?

Schüttelfrost ist typisch für folgende Erkrankungen:

  • Malaria
  • Sepsis
  • Leptospirose (Morbus Weil, Infektion mit Spirochaeten)
  • durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung
  • akute Nierenbeckenentzündung
  • allergische Reaktionen
  • durch Bakterien ausgelöste Lungenentzündung
  • durch Bakterien ausgelöste Herzklappenentzündung

Wie kann Fieber mit Hausmitteln gesenkt werden?

Kalte Wadenwickel

Die kalte Wadenwickel

Umschläge und Wickel haben eine sehr lange Tradition in der Naturheilkunde. Sie sind ein sehr wirksames Naturheilverfahren, das im Normalfall keine negativen Auswirkungen oder Nebenwirkungen hat. Trotzdem sollten Sie sich zuvor wie bei allen Maßnahmen zur Fiebersenkung fragen, ob die Senkung des Fiebers zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll ist. Experten raten, erst ab 39 °C die Temperatur zu senken. Eine Ausnahme besteht bei Kindern mit Fieberkrämpfen.

Bei der Anwendung von kalten Wickeln ist es wie bei jeder Kaltwasseranwendung sehr wichtig, dass Füße und Körper warm sind. Die Zimmertemperatur sollte mindestens 22 °C betragen. Vermeiden Sie während der Maßnahme unbedingt Zugluft im Raum und achten Sie stets darauf, dass die kalten Wadenwickel gut an den Waden anliegen. Das Wasser darf außerdem nicht zu kalt sein. Seine Temperatur sollte nur 1 bis 5 °C unter der Temperatur des Körpers liegen.

Tauchen Sie Baumwolltücher, wie zum Beispiel Geschirrtücher in das Wasser und wringen Sie sie leicht aus. Wickeln Sie die Tücher locker um die Wade des Betroffenen, aber nicht zu locker. Sie müssen anliegen, damit sie die Körperwärme aufnehmen. Wickeln Sie trockene Tücher darüber. Sobald sich die kalten nassen Tücher erwärmt haben, werden sie abgenommen und erneut in das Wasser getaucht. Nach Bedarf werden die kalten Wadenwickel bis zu viermal wiederholt. Die Wickel sollten jedoch während der einzelnen Behandlungen nicht länger als 30 Minuten am Stück anliegen. Anschließend muss sich der Körper des Patienten erst einmal Ruhe gönnen.

Der Patient darf bei dieser Prozedur nicht auskühlen!

Alternativen zum Wadenwickel

Nasse Strümpfe

Alternativ können Sie auch nasse Strümpfe verwenden. Dazu legen Sie Baumwollstrümpfe in das Wasser, wringen sie aus und ziehen sie dem Patienten über die Füße und Waden. Darüber kommen anschließend trockene Wollstrümpfe. Wenn sich die nassen Strümpfe erwärmt haben, werden sie erneuert. Der Vorgang kann einige Male wiederholt werden, bis das Fieber gesunken ist.

Essigwasserstrümpfe

Ein ebenso alt bewährtes Hausmittel und eine gute Alternative zu kalten Wadenwickeln sind Essigwasserstrümpfe. Dafür geben Sie einen Teil Apfelessig zu fünf Teilen handwarmes Wasser und vermengen alles gut miteinander. Tauchen Sie Baumwollstrümpfen in das Essigwasser und lassen Sie sie richtig vollsaugen, bevor Sie sie auswringen und dem Patienten oder sich selbst anziehen. Die Strümpfe sollten auch hier möglichst bis über die Waden reichen. Anschließend ziehen Sie trockene Baumwollsocken über und decken den Patienten gut zu. Nach 45 bis 60 Minuten können Sie die Essigwasserstrümpfe wieder entfernen. Bei Kindern bereits nach ungefähr 20 Minuten. Rubbeln Sie die Waden und Füße gut ab und ziehen Sie notfalls trockene Socken über. Für den Fall, dass das Fieber sich noch nicht gesenkt hat, können Sie die Anwendung noch einmal durchführen. Aber bitte erst, wenn Füße und Beine wieder warm genug sind.

Absteigendes Vollbad

Wenn kalte Wadenwickel oder kalte Wickel nicht helfen, können Sie auch ein absteigendes Vollbad zur Fiebersenkung vornehmen. Dafür wird zunächst das Bett des Kranken mit einem Heizkissen oder mit Wärmflaschen vorgewärmt. Die Wanne wird mit warmem Wasser befüllt. Achten Sie darauf, dass die Temperatur des Wassers in der Badewanne nur etwa 1 °C unter der Temperatur des Badenden liegt. Sobald der Patient im Wasser in der Wanne sitzt, gießen Sie nach und nach kaltes Wasser hinzu. Dabei sollte die Temperatur des Badewassers innerhalb von 15 Minuten auf ungefähr 25 °C gesenkt werden. Nutzen Sie unbedingt ein Wasserthermometer zur Kontrolle der Temperatur, damit das Wasser für den Patienten nicht zu kalt wird.

Reiben Sie während des Abkühlvorgangs des Wassers den Körper des Patienten mit einer leichten Massagebürste oder einem Waschlappen ab. Damit soll die Wärmeabgabe des Körpers angekurbelt und das Gefühl von Kälte abgemildert werden. Nach 15 Minuten sollte der Patient unbedingt die Wanne verlassen. Sein Körper muss gründlich abgetrocknet werden, bevor er sich in das vorgewärmte Bett legt.

Kalte Waschungen

Eine kalte Waschung zählt zu den mildesten Kneippschen Wasseranwendungen bei Fieber. Besonders bei Kleinkindern eignet sich die kalte Waschung sehr gut, um das hohe Fieber zu senken. Dafür reiben Sie den Körper des Kindes mit einem in lauwarmem Wasser getränkten Waschlappen ab. Die Temperatur des Wassers sollte sich dabei nach dem Wohlfühlgrad des Kindes richten. Sie sollte etwa 1 bis 10 °C unter der Körpertemperatur des Kindes liegen.

Die kalte Waschung erfolgt nach einer speziellen Reihenfolge. Zunächst werden die Hände, die Arme, der Hals sowie der Bauch, der Rücken und die Seiten abgerieben. Anschließend folgen die Füße und Beine. Zum Abschluss das Gesäß. Bei der Waschung wird die Haut nur angefeuchtet. Sie sollte nicht tropfnass werden. Gewaschen wird immer gegen die Wuchsrichtung der Körperbehaarung. Nur so werden die Schweißperlen richtig entfernt. Sollten Sie die Wuchsrichtung der Haare einmal nicht erkennen können, so waschen Sie in kreisenden Bewegungen.

Eine Waschung sollte möglichst nicht länger als 2 Minuten dauern. Trocknen Sie den Körper nicht ab, um die Verdunstungskälte für die Senkung der Körpertemperatur zu nutzen. Ziehen Sie dem Patienten anschließend einen Schlafanzug über und decken Sie ihm im Bett warm zu. Ergänzend kann ein schweißtreibender Lindenblüten- oder Holundertee gereicht werden.

Wiederholen Sie die Waschung je nach Bedarf zwei- bis viermal in Abständen von 30 Minuten.

Zwiebelwickel oder Zwiebelsocken

Auch mit Zwiebelsocken lassen sich das Fieber senken und gleichzeitig die Abwehrkräfte des Körpers steigern. Schneiden Sie dafür die Zwiebeln in Scheiben und erwärmen sie etwas im Wasserdampf. Legen Sie anschließend die erwärmten Zwiebeln auf die Fußsohlen und etwas Heilwolle darauf. Befestigen Sie alles mit Mullbinden. Lassen Sie den Patienten nun kurz damit herumspazieren, damit die Wirkstoffe in die Fußsohlen einwirken können. Anschließend sollte sich der Patient hinlegen und warme Socken über die Zwiebelwickel ziehen.

Richtige Ernährung bei Fieber

Die richtige Ernährung bei Fieber

Personen mit Fieber sollten nicht zum Essen gezwungen werden, denn häufig verspüren sie überhaupt keinen Appetit. Der Zeitraum sollte jedoch überschaubar sein, in dem der Patient nichts oder nur sehr wenig isst. Das Essen sollte aus eiweißreicher, leichter Kost bestehen, wie zum Beispiel Gemüse- oder Hühnerbrühe, gedünstetes Gemüse oder Salat oder gekochtes Hühnchen. Ebenso sinnvoll sind Mandarinen, Orangen, Grapefruits und andere Zitrusfrüchte bei Fieber. Das Vitamin C in ihnen wird dafür benötigt, um die Infektion zu bekämpfen, die das Fieber ausgelöst hat.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Fieber

Ausreichend Flüssigkeit bei Fieber

Achten Sie grundsätzlich bei Fieber darauf, dass Sie viel trinken. Durch das übermäßige Schwitzen hat Ihr Körper einen erhöhten Bedarf an Flüssigkeit. Das Schwitzen entzieht dem Körper Mineralstoffe, die unbedingt wieder zugeführt werden müssen. Trinken Sie mindestens 2 bis 2,5 stilles Mineralwasser und Kräutertee. Schorlen aus frischen Säften mit stillem Mineralwasser sind ebenso hilfreich.

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
[Anzahl: 1 Durchschnitt: 5]
Avatar

    MedUni.com Redaktion

    Das MedUni.com Team führt seine anspruchsvolle Recherchearbeit studien- und evidenzbasiert durch und besteht aus einer Vielzahl hochqualifizierter Autoren. Auf diese Weise können wir stets seriöse und faktenbasierte Informationen bieten.