Diabetes – Unterschiede, Ursachen und Symptome zwischen Typ 1 und 2 erklärt

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Die Zucker- und Volkskrankheit Diabetes hält aktuellen Erhebungen nach rund sieben Millionen Deutsche in Atem. Ein beachtlicher Wert, der zuletzt nur noch weiter zu steigen schien. Die chronische Erkrankung des Stoffwechsels kann sich wahlweise im Typus 1 oder 2 manifestieren. Während Typ 1 vermutlich aufgrund genetischer Defekte zustande kommt, entwickelt sich Typ 2 im Laufe des Lebens hauptsächlich bedingt durch schlechte Angewohnheiten.

Wer einmal Diabetes hat, wird dieses nicht mehr komplett loswerden. Stattdessen erfolgt eine lebenslange Behandlung, je nach Schwere entweder mittels Insulinspritzen oder aber mit Hilfe von Tabletten beziehungsweise einer Ernährungsumstellung.

Die Verwendung eines Blutzuckermessgerätes ist dann häufig zur engmaschigen Dokumentation oder sporadischen Prüfung erforderlich. Deshalb haben wir für Sie die unserer Ansicht nach sechs besten Blutzuckermessgeräte zusammengetragen und miteinander verglichen.

Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie mehr über Diabetes, die Unterschiede zwischen den Typen und Ursachen, Symptome sowie Gefahrenpotentiale.

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes Typ 1 wird als Autoimmunerkrankung klassifiziert. Betroffene sind nicht in der Lage Insulin zu produzieren, falls doch, dann nur in geringen Mengen, die nicht zur Verarbeitung des Zuckers ausreichen. Damit der Stoffwechsel nicht komplett entgleist, müssen sich Menschen mit Typ 1 Diabetes dauerhaft mit Insulinspritzen behandeln. Über diese wird das Insulin extern zugeführt, was der Körper bei gesunden Menschen eigenmächtig produziert.

Ursachen

Die Ursache ist wahrscheinlich genetisch bedingt. Das Immunsystem wendet sich fälschlicherweise gegen die gesunden Zellen, die eigentlich Insulin produzieren sollten. Weil diese im Zuge dessen zerstört werden, kommt es auch nicht mehr oder nur sehr geringfügig zu einer Insulinproduktion. Die exakten Gründe, warum das Immunsystem diesen Fehler begeht oder warum solche genetischen Veränderungen auftreten, sind indes nicht bekannt.

Durch das fehlende Insulin ist der Körper nicht mehr in der Lage den Zucker im Blut in die Zellen zu schleusen, weshalb es im Blut zu einer erhöhten Konzentration und in den Zellen zu einer Unterversorgung kommt.

Symptomatik

Die Symptome stellen sich erst schleichend ein. Anfänglich treten in der Regel gar keine auf. Erst wenn die Unterversorgung größer wird, kommt es zu diesen Symptomen:

  • zügige Gewichtsabnahme aufgrund der Energieunterversorgung
  • häufiger Harndrang gepaart mit viel Durst
  • andauernde Müdigkeit
  • Azetongeruch im Atem

Wenn es nicht zu regelmäßigen Behandlungen kommt, die die externe Zufuhr von Insulin sicherstellen, können sich weitere schwerwiegende Folgeschäden einstellen, die bis hin zum Koma oder Tod reichen. Festgestellt werden die ersten Symptome meist schon im Kindesalter.

In diesem oder im Jugendalter erfolgt dann auch die Diagnose. Eltern müssen sich daher, selbst wenn sie nicht direkt betroffen sind, über Diabetes Typ 1 informieren und ihr Kind entsprechend den Umgang damit anlernen.

Diabetes mellitus Typ 2

Der Typ 2 der Zuckerkrankheit ist in Deutschland (und auch sonst rund um den Globus) wesentlich häufiger anzutreffen. Die Blutzuckerwerte sind erhöht, was aber nicht konkret an einem Insulinmangel liegt, wie beim Typus 1, sondern an einer Resistenz. Diabetes mellitus Typ 2 ist ebenfalls chronisch und begleitet Betroffene daher bis ans Ende ihres Lebens.

Bezeichnend dabei ist, dass der Diabetes selbst bei einem richtigen und bewussten Umgang damit weiter fortschreitet, weshalb die Intensität der Behandlungen und mögliche Einschränkungen im Alter nur noch weiter zunehmen.

Ursachen

Die Körperzellen sprechen bei Menschen mit Typ 2 Diabetes schlechter auf Insulin an, als es eigentlich der Fall sein sollte. Folglich mangelt es also nicht an Insulin, viel mehr wird das vorhandene Insulin nicht effizient genug verwertet. Die Zuckermoleküle im Blut werden dementsprechend schlecht weitergeleitet und stauen sich da.

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von einer genetischen Veranlagung bis hin zu einem ungesunden Lebensstil, gekennzeichnet vor allem durch akuten Bewegungsmangel, Übergewicht und eine schlechte Ernährung.

Symptomatik

Gefährlich ist der Typ 2 der Zuckerkrankheit vor allem deshalb, weil sich ein erhöhter Blutzuckerspiegel nicht immer unbedingt äußerlich bemerkbar macht. Mitunter ist dieser über längere Zeit erhöht, ohne dass die Betroffenen diesen Umstand überhaupt eigenmächtig identifizieren würden. Die regelmäßige Verwendung, vor allem bei fortgeschrittenem Diabetes, von einem Blutzuckermessgerät ist daher unumgänglich, um selbständige Kontrollen durchzuführen.

Es können eine Reihe von Folgeschäden durch den angestauten Zucker im Blut entstehen, beispielsweise werden Organe, Nerven und Blutgefäße langsam zersetzt. Das wiederum resultiert in einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Nerven und Nieren werden ebenfalls angegriffen und beschädigt, was deren Arbeit maßgeblich negativ beeinträchtigt.

Besonders gefährlich: Da Betroffene meist nicht sofort bemerken, dass sie Diabetes Typ 2 haben, kann der erhöhte Blutzucker während dieser Zeit schon aktiv in den Körper eingreifen. Teilweise sind daher bereits Schäden feststellbar, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine definitive Diabetes-Diagnose vorliegt.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Tendenziell kommen die folgenden Möglichkeiten in Betracht:

  • Veränderung des Lebensstils, geprägt durch mehr Bewegung und Gewichtsabbau
  • Anpassung hin zu einer positiven Ernährung
  • Tabletten
  • Insulinspritzen

Speziell im Anfangsstadium ist es für gewöhnlich ausreichend, wenn die Ernährung angepasst und schlechte Gewohnheiten aus dem Alltag vertrieben werden. Die Diabetes-Erkrankung wird aller Voraussicht nach aber dennoch weiter voranschreiten. Später werden dann Tabletten eingesetzt, um für einen regulären Zuckerabbau zu sorgen. Bei stärker ausgeprägten Diabetes-Erkrankungen führt kein Weg mehr an den bekannten Insulinspritzen vorbei.

Unterschiede zwischen den Diabetes-Typen zusammengefasst

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Aus dieser einzelnen Betrachtung lassen sich konkrete Unterschiede feststellen:

  • Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung und wird direkt von Anfang an mit Insulin behandelt
  • Typ 2 basiert auf einer zu hohen Resistenz und muss erst bei schwerem Verlauf mit Insulin behandelt werden
  • die exakten Ursachen für Typ 1 sind ungeklärt, es werden genetische Gründe vermutet
  • Bei Typ 2 spielt die Genetik ebenso eine Rolle wie die Lebensgewohnheiten und die eigene Ernährung

Diabetes vom Typ 1 ist außerdem nicht heilbar. Es besteht zugleich keine Möglichkeit den Verlauf der Erkrankung selbst günstig zu beeinflussen. Bei Typ 2 ist das hingegen schon der Fall, vor allem wenn man gesünder lebt, Übergewicht abbaut und mehr auf seine Ernährung achtet.

Es gibt übrigens noch einige weitere Diabetes-Formen. Diese sind aber eine absolute Rarität und daher kaum bekannt oder außerhalb der Forschung beachtet. Bei anderen Diabetes-Formen führt kein Weg an einer individuellen Aufklärung durch Diabetologen statt, welche nicht selten teilweise auf solche raren Ausläufer spezialisiert sind.

Warum heißt Diabetes “Diabetes mellitus?”

Das geht auf die ursprüngliche Beschreibung in der Antike, im alten Ägypten zurück. Der Urin der Betroffenen schmeckte süßlich, weshalb die Bezeichnung “honigsüßer Durchfluss” Anwendung fand, die ins Lateinische übersetzt “Diabetes mellitus” heißt.

Ereilt Diabetes Typ 2 Betroffene nur im Alter?

Obwohl diese Form vom Diabetes gern als “Alterszucker” bezeichnet wird, kann man sie durchaus schon früher erlangen. Es ist dennoch zweifelsfrei der Fall, dass vor allem ältere Menschen mit Typ 2 Diabetes betroffen sind.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ließ sich aber eine Zunahme bei der jüngeren Generation beobachten. Das liegt vor allem daran, dass sich junge Menschen einerseits immer weniger bewegen und andererseits immer häufiger an Übergewicht leiden.

Speziell in den USA, bekannt für eben diese schlechten Angewohnheiten und eine sehr ungesunde, zuckerhaltige Ernährung, sind Erhebungen nach rund ein Viertel aller Kinder entweder konkret an Diabetes oder zumindest einer Vorstufe erkrankt.

Bei den Erwachsenen sieht es sogar noch erschreckender aus: Da hat jeder zweite Erwachsene Diabetes oder eine Vorstufe davon, wie aus einer Studie hervorgeht. Generell steigt der Anteil der Diabetes-Betroffenen weltweit stark an, wie der Bericht der Weltgesundheitsorganisation darlegt.

Diabetes ist ein Volkskrankheit, die sich in vielen Fällen vermeiden lässt

Wer an Typ 1 Diabetes erkrankt, meist eben schon als Kind oder Jugendlicher, hat sich nichts vorzuwerfen. Die exakten Ursachen sind nicht bekannt, höchstwahrscheinlich ist es schlicht ein genetischer Effekt, der für diese Fehlfunktion des Immunsystems sorgt.

Typ 2 Diabetes hingegen kann und sollte verhindert werden, indem auf die eigene Ernährung und vor allem körperliche Aktivität geachtet wird. Übergewicht und wenig Bewegungen sind nach wie vor die Ursachen Nummer 1, welche in einer Erkrankung mit Typ 2 Diabetes münden könnten. Einmal angeeignet, ist es für ein völliges Verlieren der Erkrankung zu spät – dann helfen nur noch therapierende Maßnahmen, die sich nach der Schwere der Erkrankung richten.

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