CBD im Einsatz gegen Epilepsie: Wie schlägt sich das natürliche Cannabidiol?

"Angriff" oder "Überfall" - so lässt sich Epilepsie, was ursprünglich aus dem Griechischen kommt, in die deutsche Sprache übersetzen. Anhand der teilweise schwerwiegenden, plötzlich auftretenden Symptome ist klar, warum diese Bezeichnung nicht fern liegt und warum Epilepsie Betroffenen erheblich an Lebensqualität nehmen kann. Wir haben für Sie untersucht ob und wie CBD bei Epilepsie eine Wirkung zeigt.

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Diagnose Epilepsie: Das Krankheitsbild in der Übersicht

Die Epilepsie oder auch Fallsucht ist eine temporär auftretende Störung des Gehirns. Während selbiges eigentlich synchron und wie eine geölte Maschine zusammenarbeiten sollte, feuern die Nervenzellen/Neuronen bei der Epilepsie plötzlich völlig unkontrollierte Impulse ab - und zwar alle zur gleichen Zeit. Die "Internationale Liga gegen Epilepsie" definiert das Krankheitsbild wie folgt:

  • es treten mindestens zwei solcher Anfälle binnen 24 Stunden auf
  • es tritt nur ein Anfall auf, der behandelnde Mediziner schätzt die Wahrscheinlichkeit eines neuen Anfalls aber auf über 60%
  • es existiert ein diagnostiziertes Epilepsie-Syndrom, wie beispielsweise „LGS“

Epilepsie ist nicht gleich Epilepsie. Wie nahezu immer in der Medizin bei bestimmten Krankheitsbildern, existieren unterschiedliche Formen davon, welche sich teilweise durch ebenso unterschiedliche Symptome kennzeichnen. Typische Formen der Epilepsie sind beispielsweise generalisierte Anfälle, die unter anderem als Absencen oder "Grand mal" bezeichnet werden. LGS, West-Syndrom, Rolando-Epilepsie und fokale Anfälle sind nur einige der vielen weiteren Formen.

Während die Medizin solche zwar gut diagnostizieren kann, sind die Ursachen der Epilepsie längst nicht vollständig ergründet. Häufig lassen sich Rückschlüsse auf die genetische Veranlagung der Betroffenen zurückführen, auch andere Erkrankungen können als "Trigger" (Auslöser) fungieren. Erkrankungen und mechanische Außeneinwirkungen am Gehirn spielen eine weitere Rolle, so beispielsweise Gehirnerschütterungen, Schlaganfälle oder Entzündungen der Hirnhaut.

In Deutschland leiden aktuellen Erhebungen durch die Krankenkassen nach etwa fünf bis neun Menschen von insgesamt 1.000 an einer Form von Epilepsie. Etwa 40 bis 70 Menschen von 100.000 erkranken jährlich neu daran. Insbesondere im Kindesalter sowie oberhalb des 50. und 60. Lebensjahres ist das Risiko hoch, an einer Form von Epilepsie zu erkranken. Die Krankheit besitzt eine positive Wachstumsrate von 3 bis 4%. Das bedeutet, es besteht ein Risiko von 3 bis 4% innerhalb des Lebens an Epilepsie zu erkranken - was vor allem auf das steigende Sterbe- und Durchschnittsalter zurückzuführen ist.

Symptomatik bei Epilepsie

Symptome unterscheiden sich nach Art und Schwere der Epilepsie. Bei einer sehr milden Form bemerken Betroffene mitunter nicht einmal, dass sie an Epilepsie leiden. Sie sind dann lediglich für einige Sekunden "weggetreten", also geistig nicht "ganz da". Bei schweren Formen der Erkrankung zeigt sich diese aber ganz deutlich und unverkennbar. Der sogenannte "große Anfall" (Grand mal) kennzeichnet sich durch ein plötzliches Versteifen und Verkrampfen, danach kommt es zu unkontrollierten Zuckungen, Betroffene verlieren das Bewusstsein.

Teilweise können schwere Anfälle über fünf Minuten anhalten. Mitunter legt sich der Anfall auch für einige Sekunden oder Minuten, bevor er wieder aufgenommen wird. In jedem Fall handelt es sich bei dieser Art der Epilepsie stets um absolute Notfälle, bei denen sofort ein Krankenwagen und Notarzt zu verständigen ist. Patienten können nicht nur das Bewusstsein verlieren, sondern auch weiterführende Hirnschäden erleiden, ihre eigene Zunge abbeißen oder am Speichel ersticken.

Wie interagiert CBD mit der Epilepsie?

Alle nachfolgend dargelegten Hinweise zur Einnahme von CBD bei Epilepsie sind keine konkreten Empfehlungen unsererseits. Wir raten Ihnen immer dazu, zuerst einen Arzt aufzusuchen und diesen auch von einer geplanten Einnahme des CBD zu informieren. Bei einer derart schwerwiegenden, teilweise bei den Anfällen lebensbedrohlichen Erkrankung, sollten Sie nicht "auf gut Glück" mit Ihrer Gesundheit spielen.

Ein eindeutiger, wissenschaftlicher Beweis für die Wirksamkeit von CBD existiert zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. Das heißt im Umkehrschluss aber auch nicht, dass es gar keine Studien gibt, die mögliche Besserungen durch CBD beobachten konnten. Die CBD Wirkung, die bei Epilepsie vorrangig zu beobachten ist, ist die entzündungshemmende und generell beruhigende Wirkung. Es ist bekannt, dass das kleine Molekül unter anderem mit dem zentralen Nervensystem interagiert, weshalb ein konkreter Effekt hinsichtlich der Epilepsie schon einmal theoretisch nachvollziehbar wird.

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Aktuelle Studien konzentrieren sich vor allem auf Stichproben, beispielsweise indem 15 Epilepsie-Betroffene einerseits täglich CBD und andererseits ein Placebo verabreicht bekommen, aber natürlich nicht wissen, zu welcher Gruppe sie gehören. Beobachtet werden konnte im Zuge dessen, dass die hemmende und entspannende Wirkung Vorteile bei der Bewältigung der Symptome, allen voran der Krämpfe zeigt.

In einer Studie mit Ratten konnte bereits eine positive Wirkung festgestellt werden. Solche Tierversuche zeigten beispielsweise auch in einer wissenschaftlichen Erhebung von Shirazizand et al. aus dem Jahr 2013 positive Ergebnisse. Ebenso existieren einzelne Fallbeispiele, wo CBD bei Kindern eine positive Wirkung erzielte und krampfartige Anfälle stoppen konnte.

Im Internet finden sich viele unterschiedliche Erhebungen, die die Wirkung von Cannabidiol speziell mit Hinblick auf das zentrale Nervensystem und die Hirnaktivität untersuchen. Nennenswerte Erhebungen finden Sie noch hier und hier.

Welche Wirkung zeigt sich hinsichtlich der Symptomatik?

Wie bereits eingangs verdeutlicht, kommt es bei der Epilepsie zu plötzlichen, unvorhergesehenen Anfällen, weil die Aktivität einzelner Neuronen völlig aus dem Gleichgewicht gerät. Die Neuronen leisten also grundlos mehr, als sie es eigentlich sollten. Weil all diese Neuronen zudem noch zeitgleich anschlagen, kommt es zu diesen krampfartigen Symptomen - der Körper kann mit all diesen Signalen schlicht und ergreifend nicht mehr umgehen.

Die blockende und hemmende Wirkung vom CBD (und anderen Cannabinoiden, die in Vollspektrum-Ölen enthalten sind) ist der Dreh- und Angelpunkt. Indem die Rezeptoren sowie Neuronen im Nervensystem auf natürliche und gesunde Art und Weise blockiert werden, erfolgt eine neuerliche Ausrichtung der Botenstoffe. Außerdem ist CBD für seine entkrampfende Wirkung bekannt, welche hier ebenfalls eine große Rolle spielt.

Lässt sich die Epilepsie effizient damit behandeln?

Studien deuten darauf hin, dass CBD bei der Epilepsie zumindest Potential hat. Jedoch sollte das nicht mit einem Wundermittel verwechselt werden, denn eine Heilung der Epilepsie kann Cannabidiol so oder so nicht bewerkstelligen. Im Fokus steht deshalb ausschließlich das Lindern der Symptome, was für Betroffene aber bereits eine wertvolle Hilfe darstellt.

Es geht bei der Behandlung deshalb nicht darum, die Epilepsie einfach so verschwinden zu lassen. Stattdessen soll sie therapiert werden, auch um Betroffenen und deren Angehörigen im Ernstfall eine wertvolle Hilfe in die Hand zu geben.

Wie wird CBD aktuell eingesetzt?

Es handelt sich um eine "Orphan Drug", die folglich nur ergänzend genutzt wird. Cannabidiol wird teilweise bereits bei Patienten mit:

  • Dravet-Syndrom
  • Lennox-Gastaut-Syndrom

eingesetzt. Insbesondere wenn eine traditionelle Behandlung mit Antiepileptika nicht anschlägt oder keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigt, kann die Wirkung vom Cannabidiol bei der Epilepsie wertvoll sein. Die Uniklinik-Freiburg geht mit der Anwendung sogar sehr offen um. Auf deren Seite wird unter anderem der schützende Effekt vom CBD angesprochen. Wahrscheinlich wirkt dieses neuroprotektiv gegen unterschiedliche Noxen, wodurch das Gehirn gegenüber der exzessiven Freisetzung von Glutamat bewahrt wird. Der aktuell leitende Verantwortliche, Prof. Dr. med. Andreas Schulze-Bonhage, hat zur Behandlung von Epilepsie mit CBD sogar eigene Dossiers verfasst.

Zur Dosierung, Vorteilen und Nachteilen

Die Dosierung sprechen Sie im Idealfall mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Für gewöhnlich werden ein- bis dreimal täglich etwa 3 Tropfen von einem 5% CBD Öl eingenommen. Die Verwendung von einem Öl empfiehlt sich, Tabletten oder Pasten sind aber ebenfalls eine Überlegung wert.

Die Vorteile liegen auf der Hand, denn durch die Einnahme vom CBD wird immer das Endocannabinoid-System unterstützt, außerdem handelt es sich um einen natürlichen Wirkstoff, der nahezu ohne Nebenwirkungen auskommt. Zudem ist die Interaktion mit den Rezeptoren im Gehirn und dem zentralen Nervensystem belegt. Der Preis spielt indes eine untergeordnete Rolle, da Epilepsie-Medikamente zwar teurer sind, für gewöhnlich aber durch die Krankenkasse getragen werden. Die Einnahme von selbst erworbenem CBD ist hingegen aus eigener Tasche zu zahlen.

Nachteile existieren nur sehr wenige, so kann es bei CBD zu Schläfrigkeit, einem niedrigen Blutdruck, erhöhten Tremor oder zum trockenen Mund kommen. Die meisten dieser Nebenwirkungen, wenn sie überhaupt auftreten, verfliegen schnell wieder. Sie sollten die Einnahme als Epilepsie-Patient dennoch mit dem Arzt absprechen, um gegebenenfalls schnell auf Nebenwirkungen zu reagieren.

Fazit: CBD ist eine weitere, positive Option im Kampf gegen die Epilepsie

Die bisherigen wissenschaftlichen Erhebungen sind positiv und vielversprechend, eindeutige, reproduzierbare medizinische Beweise fehlen jedoch. Damit bleibt CBD als "Orphan Drug" eine mögliche Ergänzung, die in erster Linie dann in Frage kommt, wenn klassische Medikamente nicht anschlagen. Wie sich am Beispiel der Uniklinik Freiburg gut zeigt, neigen auch immer mehr deutsche Mediziner dazu, dem Cannabidiol die notwendige Beachtung zukommen zu lassen.

Wir haben für Sie sechs der besten CBD-Öle und Produkte in unserem Test unter die Lupe genommen. Dank ihrer hochreinen Zusammensetzung aus kontrolliertem Anbau sowie der Konzeption als Vollspektrum-Öle mit allen Cannabinoiden und Terpenen eignen sich diese für eine ergänzende Einnahme bei Epilepsie und einem eigenen Feldversuch besonders gut. Unbedingt sollten Sie bei der Behandlung solcher Erkrankungen davon absehen billige "Panschware" aus Asien zu bestellen - solche finden Sie in unserem Test natürlich gar nicht erst!

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