Aroma Diffuser: Wie sicher oder gesundheitsschädlich sind sie?

Was Sie vor einer erstmaligen Nutzung von Aromastoffen, ätherischen Ölen und Aroma-Diffusern wissen sollten

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Aroma Diffuser sind mehr als “nur” ein Deko-Element, das auf der Fensterbank, Kommode oder einem Regal den Raum füllt. Mit ihrer Eigenschaft, flüssige Stoffe zu verdampfen beziehungsweise zu verstäuben, nehmen sie unmittelbaren Einfluss auf das Wohlbefinden der Bewohner und der Atmosphäre im eigenen Zuhause oder einem Büro.

Zwar lassen sich solche Aroma Diffuser auch mit verschiedenen Duftölen verwenden, eine vermeintlich gesundheitliche Wirkung erzielen diese aber nicht. Eben das Versprechen zeichnet hingegen ätherische Öle aus. Zugleich verbreiten die ätherischen Öle nicht immer, aber oftmals einen vielseitigeren und intensiveren Duft.

Bei einer Auseinandersetzung darüber, ob Aroma Diffuser gefährlich oder sicher sind, spielt ihre Befüllung daher zwangsläufig eine Schlüsselrolle. Hier erfahren Sie, worauf es in der Praxis ankommt und worauf Sie vor der erstmaligen Verwendung unbedingt achten sollten.

Aromatherapie und -Diffuser sind ein wachsender Markt

Die Geschichte der Aromatherapie lässt sich bis ins alte Mesopotamien und nach Ägypten zurückverfolgen. Viele andere und weitere Kulturen verwendeten im Verlauf der Jahrhunderte aus Pflanzen gewonnene, hochkonzentrierte Öle und sagten selbigen bestimmte Heilwirkungen nach.

Die Geräte die sich heute in unseren Wohnzimmern und an Arbeitsplätzen oder in Ladengeschäften finden lassen, haben mit den historischen Verstäubern nicht mehr viel gemeinsam, auch könnten Aroma Diffuser durchaus als eine Weiterentwicklung von Räucherstäbchen betrachtet werden, die insbesondere in Fernost eine besondere Stellung genießen.

Mehrere Studien belegen die Popularität von Aromatherapie rund um den Globus. Die Nachfrage nach ätherischen Duftölen stieg laut dieser statistischen Erhebung zwischen 2018 und 2021 um rund 25 % an, von rund 226 Kilotonnen bis auf 290 Kilotonnen. Dieselbe Studie prognostiziert eine globale Nachfrage von mehr als 400 Kilotonnen im Jahr 2025.

Stärkere Nachfrage bei Frauen

Eine andere Studie zeigt, wie populär Aroma Diffuser im asiatischen Raum auch heute noch sind: knapp zwei Drittel der südkoreanischen Frauen besitzen laut dieser Umfrage mindestens einen solchen Diffuser zuhause. Damit verdoppelte sich der Anteil der Aroma Diffuser Besitzer innerhalb von fünf Jahren beinahe.

Explodierende Wachstumsraten

Und in Zahlen ausgedrückt? Der globale Markt der ätherischen Öle bezifferte sich im Jahr 2017 auf rund 17 Milliarden US-Dollar, bis 2022 wird ein Anstieg auf knapp 30 Milliarden US-Dollar laut dieser Marktprognose vorhergesagt. Im Kontext dieser beeindruckenden Zahlen stellt sich zurecht die Frage, wie sicher ätherische Öle und Aroma-Diffuser in ihrer Anwendung sind.

Vorteile von hochwertigen Aroma Diffusern

Keine Empfehlung für DIY-Diffuser!

Definitiv nicht sicher sind selbstgebastelte Aroma Diffuser! Bekanntlich ist es möglich, sich solche Diffuser selbst zu basteln, beispielsweise mit Duftkerzen und Wasserschalen, in denen ätherische Öle aufgelöst werden. Bei dieser Technik werden ätherische Öle verbrannt beziehungsweise verdampft.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist darauf hin, dass dadurch verschiedene potentiell giftige Stoffe wie Ruß, Formaldehyd und Feinstaub freigesetzt werden, die insbesondere für Kinder und Säuglinge eine Gefahr darstellen.

Hochwertige Aroma Diffuser arbeiten nicht mit einer klassischen Verdampfung über Hitze, sondern mittels Ultraschalltechnologie. Diese “zersetzt” die Struktur der ätherischen Öle und gibt dann feinste Partikel in die Umgebung frei. Dabei kommt es zu keiner Hitzeeinwirkung, weshalb auch keine potentiell gefährlichen Stoffe wie Ruß entstehen.

Weiterhin verhindern Aroma Diffuser mit Ultraschalltechnologie die mit “Verdampfern” assoziierte Verbrennungsgefahr. Die Geräte selbst werden, wenn sie korrekt funktionieren, nicht heiß und es existiert keine offene Flamme, an der sich Erwachsene, Kinder oder Haustiere verbrennen könnten.

Da die Flüssigkeit vernebelt wird, entsteht zugleich ein feuchter Dampf, nicht wie bei “Verdampfern” ein trockener Rauch. Insbesondere in den Wintermonaten ist das Gold wert, denn dadurch steigert sich ein wenig die relative Luftfeuchte im Raum. Da im Winter vermehrt geheizt wird, was die Luft austrocknet, können selbst mit Wasser befüllte Diffuser positive Effekte erzeugen – insbesondere auf die Schleimhäute.

Allgemeine Variablen in der Sicherheitsbeurteilung

Fest steht: Wer sich für eine Aromatherapie entscheidet oder einfach sein eigenes Zuhause bestäuben möchte, sollte auf hochwertige Aroma Diffuser zurückgreifen und sich nicht in Bastelversuchen üben. Die Verwendung eines Gerätes mit Ultraschalltechnologie eliminiert bereits eine Vielzahl der eben dargestellten Risiken.

Weiterhin sind einige allgemeine Faktoren zu berücksichtigen, sowohl was die Bewohner zuhause als auch beispielsweise die Qualität des ätherischen Öls anbelangt.

Entscheidend für die persönliche und generelle Sicherheit oder gesundheitliche Beeinträchtigung sind allgemeine Variablen wie:

  • das persönliche Allergieprofil
  • eventuell existente Vorerkrankungen oder Einschränkungen
  • die Zusammensetzung und Reinheit des genutzten ätherischen Öls
  • eine korrekte Anwendung und insbesondere keine Überdosierung
  • räumliche Voraussetzungen

Ätherische Öle lassen sich auf die Haut applizieren, wodurch eine Reihe von weiteren Risiken entstehen. Wie das amerikanische Institut für Giftstoffe, National Capital Poison Center, berichtet, sind zahlreiche ätherische Öle potentiell giftig wenn sie falsch oder überdosiert genutzt werden. Bei Aroma Diffusern ist das aber kein Argument für eine gesundheitsschädliche Wirkung, da die Öle bei korrekter Anwendung gar nicht auf die Haut gelangen.

Unterscheidung zwischen Bestäubung zuhause und professioneller Aromatherapie

Eine weitere Differenzierung ist hier wichtig. In Deutschland darf die Aromatherapie nur von einem zugelassenen Arzt oder einem zugelassenen Heilpraktiker durchgeführt werden. Dabei werden beispielsweise höhere Intensitäten inhaliert.

Professor Buchbauer von der Universität Wien gibt dazu in einem Paper an, dass eine Inhalation solcher Stoffe durch die Nase ähnlich schnell wie eine intravenöse Injektion wirkt. Wenn Sie sich zuhause einen Aroma Diffuser aufstellen und die Umgebungsluft bestäuben, ist das aber nicht mit einer Inhalation vergleichbar. Damit assoziierte Risiken entfallen also ebenfalls.

Korrekte Anwendung von Aroma Diffusern

Es besteht, wie eben festgestellt, ein Unterschied zwischen einer Applikation auf der Haut, der gezielten Inhalation und der Bestäubung eines größeren Raumes. Dazu kommen persönliche Variablen sowie Qualitätsmerkmale des verwendeten Diffusers und ätherischen Öls. Sie alle entscheiden maßgeblich darüber, ob solche Aroma Diffuser sicher oder gesundheitsschädlich sind.

Ebenfalls entscheidend ist, dass Sie die Diffuser korrekt anwenden. Beachten Sie hierzu auch die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Herstellers. Außerdem sind einige Grundregeln einzuhalten. Wir widmen uns jenen, die bei einer Inhalation beziehungsweise einer Bestäubung gelten.

Das American College of Healthcare and Sciences empfiehlt dazu folgende Anwendung und Fehlervermeidung:

  • Diffuser sollten in Intervallen von 30 bis 60 Minuten genutzt werden
  • nach solch einer Verstäubung sollte der Diffuser mindestens 30 bis 60 Minuten ausgeschaltet bleiben
  • Diffuser sollten nicht in geschlossenen Räumen ohne Luftzufuhr genutzt werden
  • es sollten ausschließlich vertrauenswürdige, hochreine Qualitäts-Öle zur Verstäubung zum Einsatz kommen

Allgemeine Sicherheitshinweise

Selbst ein völlig ungefährliches Produkt kann falsch angewandt oder in den falschen Händen zur Gefahr avancieren. Achten Sie daher darauf, dass Kleinkinder und Säuglinge in der Nähe von Aroma Diffusern nicht unbeobachtet bleiben. Kinder sollten generell keinen Zugriff auf ätherische Öle haben. Aufgrund des intensiven Duftes besteht das Risiko, dass sie versuchen die Flüssigkeit zu trinken oder sie ins Auge gelangt.

Ebenfalls sollten Sie Aroma Diffuser immer außerhalb der Reichweite von Haustieren einsetzen. Katzen und Hunde könnten den Diffuser umwerfen oder den Duft inhalieren. Außerdem besteht auch bei Haustieren die Gefahr, dass sie die Flüssigkeit trinken.

Generell sollten Sie speziell in Haushalten mit Tieren für eine konsequente Luftzufuhr sorgen. Die Atemwege von Katzen, Hunden und anderen Tieren sind wesentlich empfindlicher, sie reagieren also stärker auf solche Öle und könnten Atemwegsprobleme bekommen.

Bei Unwohlsein Gerät sofort abschalten!

Fühlen Sie oder eine Person im Haushalt sich unwohl, empfinden beispielsweise Schwindel, Übelkeit oder Migräne, schalten Sie den Diffuser sofort aus und lüften Sie den Raum komplett durch. Befürchten Sie ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten oder bessert sich die Situation nicht, gehen Sie zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus und nehmen Sie das Fläschchen des ätherischen Öls zur besseren Nachverfolgung mit.

Risikofaktoren bezüglich bestimmter Gesundheitsmerkmale

Bei einer Abwägung zwischen “gesundheitsschädlich” und “sicher” spielen die persönlichen Voraussetzungen eine große Rolle. Im Zweifelsfall sollten Sie stets einen Arzt konsultieren, insbesondere wenn potentiell relevante Vorerkrankungen vorliegen.

bei Kindern und Haustieren

Wie bereits zuvor dargelegt, ist in Haushalten mit Kindern und/oder Haustieren größte Vorsicht geboten. Bei einer gewöhnlichen, sorgfältigen und umsichtigen Bestäubung mit einem hochwertigen Kaltzerstäuber sind zunächst keine Gesundheitsrisiken zu beachten. Bedenken Sie dennoch, dass Kinder und Haustiere weitaus sensibler auf die Duftstoffe reagieren.

in der Schwangerschaft

Der Großteil der Studien beschäftigt sich mit einer Applikation von ätherischen Ölen auf der Haut, entweder direkt oder beispielsweise über ein Vollbad. Zwar sind keine konkreten Risiken wissenschaftlich fundiert dokumentiert, trotzdem sollten Sie im Zweifelsfall insbesondere in den ersten drei Monaten von einer Anwendung absehen. Generell ist das Risiko bei einer Kaltbestäubung eines Raumes aber sowieso weitaus geringer als bei einer Applikation auf der Haut oder einem Bad.

Eine Studie bricht eine Lanze für den positiven Effekt von ätherischen Ölen. Demnach könnten bestimmte ätherische Öle während der eigentlichen Geburt beruhigend wirken und Stress beziehungsweise Angst reduzieren. Die Studie untersuchte dafür konkret den Effekt von Kamille und Muskatellersalbei.

bei Allergien und/oder Atemwegserkrankungen

Bei Allergikern und Asthmatikern ist bei der Verwendung von Aroma Diffusern besondere Vorsicht geboten. Eine Studie untersuchte saisonale Effekte bei Allergikern und Asthmatikern unter Berücksichtigung verschiedener Kräuter und ätherischer Öle. Demnach reagierten viele Asthmatiker und Allergiker negativ auf indirekten Kontakt mit solchen Ölen und Kräutern.

Wenn Sie schon wissen, dass Sie auf eine bestimmte Pflanze allergisch sind, sollten Sie selbige natürlich auch nicht als ätherisches Öl in einem Zerstäuber nutzen. Bei Asthma ist generell Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten und gegebenenfalls vollständig auf den Einsatz von ätherischen Ölen zu verzichten.

Die AAAAI (American Academy of Allergy Asthma & Immunology) spricht sich allgemeine gegen eine Verwendung von Diffusern und ätherischen Ölen aus, wenn eine Asthmaerkrankung vorliegt.

Risikofaktoren nach genutztem ätherischen Öl

Vorweg: Noch immer weiß die Wissenschaft nur ausgesprochen wenig über den tatsächlichen Effekt von ätherischen Ölen. Zwar gibt es zahlreiche Studien und Untersuchungen, oft aber nicht mit replizierten Ergebnissen oder keinen daran angeschlossenen Studien. Einige ätherische Öle und Pflanzenstoffe sind zudem besser als andere untersucht.

Zugleich lassen sich viele Effekte und Risiken einer topischen Anwendung nicht konkret auf eine gezielte Inhalation übertragen und diese wiederum nicht auf eine “einfache” Bestäubung in einem gut durchgelüfteten, großen Raum. Die “Dosis”, Anwendung, Qualität des Öls und Zerstäubers sowie die erwähnten persönlichen Umstände nehmen also maßgeblich Einfluss auf das Risikoprofil.

Es existieren einige Studien, die sich dem Risikoprofil bestimmter ätherischer Öle widmen, zumeist aber wenn diese eingenommen oder lokal auf die Haut appliziert werden:

  • Teebaumöl kann auf der Haut Irritationen und Reizungen und eingenommen Verwirrtheit verursachen
  • Zitronenstrauch kann den UV-Schutz der Haut negativ beeinflussen
  • Eukalyptus kann bei Einnahme Krampfanfälle verursachen
  • Anis kann bei Einnahme den Effekt von Medikamenten verstärken oder Nebenwirkungen hervorrufen

Beachten Sie: Die Konzentration des eigentlichen Wirkstoffes und einzelner Bestandteile ist um ein Vielfaches niedriger, wenn Sie solche Öle zuhause mit einem Aroma Diffuser zerstäuben. Daher sollten solche Risiken nicht pauschal auf eine Anwendung mit Diffuser übertragen werden. Die Wissenschaft fokussiert sich bei Studien aber nahezu ausschließlich auf eine orale Einnahme oder topische Applikation auf der Haut.

Weitere Forschungsbemühungen

Wie der Spiegel in einem großen Artikel berichtet, verstärkt sich das Interesse an den Heilkräften von Pflanzen und speziell ätherischen Ölen. Selten, aber zumindest vereinzelt, kommen sie mittlerweile in medizinischen Einrichtungen als Ergänzungstherapie zum Einsatz.

Auch hier konzentriert sich die Wissenschaft mit ihren Forschungen und durchaus positiven Ergebnissen aber nicht auf Diffuser, sondern eine hochkonzentrierte Nutzung auf der Haut oder eine orale Einnahme. Da konnte zum Beispiel schon nachgewiesen werden, dass einige ätherische Öle antibakterielle Wirkungen haben oder bestimmte Duftstoffe die Zellebene im Gehirn erreichen und schlaffördernd wirken.

Fazit: Aroma-Diffuser sind mehrheitlich als sicher zu erachten

Korrekt und umsichtig angewandt, geht von hochwertigen Aroma-Diffusern keine imminente Gefahr aus. Gesundheitsschädigend sind sie nicht, Sie sollten aber persönliche Allergien, Vorerkrankungen und beispielsweise Kinder und Tiere im Haushalt berücksichtigen.

Nebenwirkungen von ätherischen Ölen treten, wenn überhaupt, bei einer hochdosierten oralen oder topischen Nutzung auf. Bestäuber, die die Duftstoffe in die Umgebungsluft abgeben, ermöglichen hingegen nur den Kontakt mit einer verhältnismäßig geringen Konzentration.

Für sinnliche, entspannende oder freudige Wellness-Momente können solche Aroma Diffuser ein passendes Ambiente erzeugen – und sind dann eine sicherere Wahl, als beispielsweise Räucherkerzen oder -stäbchen, die aufgrund der Verbrennung weitere Risikostoffe abgeben. Zudem sind Aroma Diffuser in der Regel ein wesentlich ästhetischerer Hingucker innerhalb der eigenen Einrichtung.

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