Aminosäuren und Proteine – lebenswichtige Baustoffe im menschlichen Organismus

Aminosäuren und Proteine

Jedes Protein besteht aus miteinander verbundenen Aminosäuren. Stellen Sie sich vor, Sie haben mehrere kleine Puzzle mit unterschiedlichen Motiven. Letztere stellen die Proteine dar, während die einzelnen, unterschiedlich geformten Puzzleteile die Aminosäuren veranschaulichen. Fehlt eine Aminosäure, ist das Bild und somit das Protein unvollständig. Entsprechend kann es seine Aufgabe nicht vollwertig erfüllen.

Die umgangssprachliche Bezeichnung Eiweiß ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Eier reich an Proteinen sind und Ei einer der ersten bekannten Lieferanten war. Proteine sind Bestandteil aller Zellen im menschlichen Organismus. Welche Funktion sie haben, hängt von ihrem Aufbau, also den beteiligten Aminosäuren ab. Von diesen sind beim Menschen 21 anzutreffen. Acht davon müssen Sie mit der Nahrung zuführen, denn der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Sie werden als essenzielle Aminosäuren bezeichnet:

  • Isoleucin
  • Leucin
  • Lysin
  • Methionin
  • Phenyalanin
  • Threonin
  • Tryptophan
  • Valin

Daneben gibt es Arginin und Histidin, welche als semi-essenzielle Aminosäuren bezeichnet werden. Zu den nicht essenziellen Varianten zählen

  • Aspartat
  • Asparagin
  • Cystein
  • Glutamat
  • Glycin
  • Glutamins
  • Serin
  • Tyrozin

Eine weitere, erst in neuerer Zeit als wichtig für den Organismus erklärte Aminosäure ist das Selenocystein, welches selbst produziert werden kann, aber diesbezüglich eine Art Sonderstellung einnimmt.

Ihr Körper benötigt alle Aminosäuren in einer Menge, die den Aufbau sämtlicher Proteine ermöglicht, um die Zellen zu versorgen und wichtige Vorgänge im Organismus zu steuern. Welche Aminosäuren für welches Protein benötigt werden, hängt von dessen Aufgaben ab. Besonders wichtig sind sie für die Muskulatur, das Herz und das Gehirn, aber auch Haut und Haare sind auf Proteine angewiesen.

Die Qualität und somit letztendlich die Funktionalität eines Proteins hängt von der Qualität der Bausteine ab, wie die Stiftung Warentest 2008 recherchiert hat. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den essenziellen Aminosäuren: Werden diese nicht ausreichend über die Nahrung zugeführt, leidet die Zusammensetzung der Proteine darunter und diese können ihren spezifischen Aufgaben nicht uneingeschränkt nachkommen.

Info: Proteine können aus Ketten von mehreren tausend Aminosäuren bestehen und bis zu 50 Prozent des Trockengewichts einer Zelle ausmachen.

Funktion der Proteine im Organismus

Als Bestandteil der Zellen sind Proteine an der Zellaktivität und -erneuerung beteiligt. Das betrifft in Form von Keratin unter anderem Haut, Haare und Nägel. Zellen finden sich allerdings im gesamten Organismus, so dass die Aufgaben sehr viel weitreichender sind. Vor allem in der Wachstumsphase benötigt der Körper Proteine. Sie sind außerdem das gesamte Leben lang wichtig für die Funktionalität der Organe, werden für die Wundheilung benötigt und helfen dem Immunsystem bei der Abwehr von schädlichen Mikroorganismen, was der Krankheitsvorbeugung und -bekämpfung dient.

Weitreichende Aufgaben übernehmen Proteine im Bewegungsapparat. Die Muskeln benötigen Aminosäuren und die Kollagene, die sich im Bindegewebe, aber auch in der Knochensubstanz und in den Gelenken finden, bestehen unter anderem aus Strukturproteinen. Sogenannte Transportproteine sind erforderlich, um über das Hämoglobin den Sauerstoff im Blut zu transportieren.

Lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge könnten ohne Proteine nicht funktionieren und auch für den Hormonhaushalt sind sie erforderlich. Selbst an der Blutgerinnung und an der Weiterleitung von Signalen an Nerven und Muskeln sind sie beteiligt. Erhält der Körper nicht ausreichend Energie, zum Beispiel aufgrund mangelnder Nahrungsaufnahme, unter Umständen auch während einer Diät, greift er auf Reserven zurück: Im Organismus verfügbare Proteine dienen der Energieversorgung. Sie werden dazu aus den Muskeln und verschiedenen Organen bezogen und durch biochemische Vorgänge derart umgewandelt, dass sie in entsprechenden Substanzen verfügbar sind.

So verwertet der Organismus Proteine

Proteine werden mit der Nahrung aufgenommen. Sie sind in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten, aber auch in zahlreichen Pflanzen, darunter Hanfsamen. Mit der Nahrung gelangen die Proteine in den Verdauungstrakt. Dort werden sie in ihre eigentlichen Bestandteile zerlegt - die Aminosäuren. Deren Verfügbarkeit variiert, denn nicht jede Protein- beziehungsweise Aminosäurequelle ist für den menschlichen Organismus gleichwertig. Die Verfügbarkeit und Verwertbarkeit des pflanzlichen Hanfproteins gilt als sehr gut.

Über die Darmschleimhaut werden die Aminosäuren absorbiert und gelangen anschließend in die Blutbahn, wodurch sie in die Leber geleitet werden und schließlich als Bausteine zum Aufbau der verschiedenen körpereigenen Proteine dienen.

Wichtig sind dabei vor allem die essenziellen Aminosäuren, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Doch auch nicht essenzielle Aminosäuren werden nicht abgelehnt und bei Bedarf verwertet. Daher ist ein möglichst vollständiges Aminosäureprofil, wie es beispielsweise im Hanfsamenprotein enthalten ist, besonders wertvoll.

Proteinmangel und die Folgen

Die Auswirkungen eines Mangels an Proteinen hängen in erster Linie von dem Schweregrad und der Dauer der Unterversorgung ab. Einen leichten Mangel kompensiert der Organismus, indem er die im Körper vorhandenen Proteine bevorzugt nutzt, um wichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. Langfristiger Proteinmangel ist jedoch in Deutschland und anderen Industrienationen selten. Allenfalls bei einer sehr einseitigen Ernährung kann es zur Unterversorgung kommen. Das kann Veganer betreffen, die völlig auf tierische Eiweißlieferanten verzichten und dies nicht mit pflanzlichen Ersatzquellen ausgleichen. Ein ähnliches Risiko gilt für eine Unverträglichkeit tierischer Eiweiße und eine unausgewogene Diät.

Essentielle und Nicht-essentielle Aminosäuren

Üblicherweise steht allerdings Mischkost auf dem Speiseplan und dem Körper wird ausreichend verwertbares Protein unterschiedlicher Herkunft zugeführt. Besteht wie bei Sportlern oder in Regenerationsphasen ein Mehrbedarf, der nicht ausreichend gedeckt wird, stellen sich nicht gleich Mangelerscheinungen ein, denn wiederum greift der Organismus zunächst auf Reserven zurück. Solche bezieht er zum Beispiel aus der Muskulatur. Das ist für einen Sportler, der Muskelmasse aufbauen beziehungsweise eine kräftige Muskulatur für seine Leistungserbringung erhalten möchte, selbstverständlich unerwünscht. Daher greifen Betroffene neben einer entsprechenden Ernährung auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, die den zusätzlichen Proteinbedarf decken.

Ebenso verfahren Menschen, die sich aufgrund der Hektik des Alltags eher einseitig ernähren, vermehrt Stress ausgesetzt sind, Gewicht reduzieren möchten sowie allgemein die Leistungsfähigkeit erhalten oder steigern wollen. Für Vegetarier und Veganer sollte es selbstverständlich sein, wertvolle pflanzliche Proteinlieferanten in den Speiseplan zu integrieren und auch bei Unverträglichkeiten gegenüber tierischem Eiweiß muss unbedingt auf eine pflanzliche Alternative zurückgegriffen werden.

Ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel ist Hanfprotein, welches in Pulverform in Getränke oder Mahlzeiten gemischt wird. Hanfprotein liefert mit seinem Eiweiß das gesamte vom menschlichen Organismus benötigte Aminosäureprofil inklusive der essenziellen Aminosäuren. Das Profil gilt als ideal, weil das Verhältnis dieser Bausteine zueinander das liefert, was die körpereigenen Proteine in ihren verschiedenen Strukturen und Funktionen benötigen.

Symptome eines Proteinmangels

Aufgrund der vielseitigen Funktionen der verschiedenen Proteine im Organismus sind auch die Symptome einer Unterversorgung facettenreich:

  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Muskelschwäche
  • Abgeschlagenheit
  • Apathie
  • Haut- und Haarprobleme
  • reduzierte Pigmentierung der Haare

Dies sind nur einige mögliche Symptome. Die konkreten Auswirkungen einer Unterversorgung mit Proteinen, insbesondere essenzieller Aminosäuren, sind stets abhängig von der gesamten Konstitution und Lebensweise sowie der Art des Mangels. Mangelt es beispielsweise an Transportproteinen, leidet die Sauerstoffversorgung bis in die Zellen darunter. Ein Mangel an Strukturproteinen kann zu Bindegewebsschwäche und Gelenkproblemen führen, da es im Kollagen fehlt, welches für diese Bereiche benötigt wird.

Solche Teilbereiche sind unter anderem betroffen, wenn nicht alle erforderlichen Aminosäuren als Bausteine für die Proteine zur Verfügung stehen. Dem wirken Sie über eine abwechslungsreiche, ausgewogene Mischkost entgegen. Alternativ bietet sich wiederum ein Nahrungsergänzungsmittel mit optimalem Aminosäureprofil wie Hanfprotein an.

Ein wirklich schwerer Mangel ist in Deutschland auch bei einer längeren Unterversorgung kaum zu erwarten. Allenfalls bei völliger Nahrungsverweigerung oder absolut unzureichender Nahrungsaufnahme, wie sie gelegentlich bei Drogenkonsumenten vorkommen mag, kann sich ein solcher einstellen. Da grundsätzlich in Industrieländern eher ein Nahrungsmittelüberschuss als ein -mangel herrscht und zudem hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind, fällt die allgemeine Wahrscheinlichkeit entsprechend gering aus.

Anders verhält es sich in Entwicklungsländern und auch an Kriegsschauplätzen oder in Katastrophengebieten kann es über lange Zeiträume hinweg zu Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung kommen. Hier sind durchaus langfristig schwere Proteinmängel möglich. Die Symptome in Entwicklungsländern sind Ihnen sicher aus den Medien bekannt: Unterernährte und eigentlich abgemagerte Kinder haben einen unverhältnismäßig dicken Bauch. Ein solcher "Hungerbauch" ist auf Wassereinlagerungen zurückzuführen, ausgelöst von fehlenden Proteinen, wodurch zahlreiche Stoffwechselvorgänge gestört sind. Wassereinlagerungen können auch an anderen Körperregionen auftreten, bezeichnet als Hungerödeme.

Proteinmangel ist in derartigen Fällen selbstverständlich nicht der einzige Mangel. Allerdings können ohne die zuständigen Proteine auch die wenigen aufgenommenen Nährstoffe dem Organismus nicht vollumfänglich bis in die Zellen verfügbar gemacht werden.

Eine optimale Proteinversorgung sicherstellen

Proteinreiche Ernährung

Zahlreiche Lebensmittel sind proteinhaltig, darunter insbesondere tierische Produkte wie

  • Fleisch
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte
  • Fisch
  • Meeresfrüchte

Wer nicht unter Unverträglichkeiten leidet, das kann neben einer Eiweißunverträglichkeit zum Beispiel auch eine Laktoseintoleranz sein, und nicht aus persönlichen Gründen auf tierische Lebensmittel verzichtet, deckt folglich einen Großteil des Proteinbedarfs über die Ernährung.

Doch auch zahlreiche Nahrungsmittel aus dem Pflanzenreich enthalten Proteine, darunter

  • Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen
  • Nüsse
  • Soja
  • Samen von Hanf, Raps und anderen Nutzpflanzen

Sie sehen selbst: Es ist nicht schwer, mit der Nahrung Protein aufzunehmen. Für Ihren Organismus ist allerdings wichtig, dass das Protein möglichst viele der benötigten Aminosäuren enthält und diese gut verfügbar und verwertbar sind. Hanfprotein erfüllt diesen Anspruch.

Hochwertiges Hanfprotein als Nahrungsergänzungsmittel

Hanfprotein erhalten Sie als Pulver von zahlreichen Herstellern. Woran erkennen Sie aber, dass es tatsächlich alles enthält, was Ihr Organismus benötigt? Dazu haben wir umfassend recherchiert und die sechs besten Hanfproteinpulver in einem Vergleich gegenüber gestellt.

Für den Protein- und Nährstoffgehalt ist vor allem ein schonendes Herstellungsverfahren von Bedeutung: Hanfproteinpulver wird aus den Samen gewonnen, welche gemahlen und gesiebt werden. Gemahlen werden können ganze Samen mit oder ohne Schale oder vorab in einem ebenfalls schonenden Verfahren gepresste Samen. Durch die Pressung tritt das wertvolle Hanföl aus, übrig bleibt der sogenannte Presskuchen. Dieser dient als Basis für das Hanfproteinpulver.

Hochwertiges Hanfprotein als Nahrungsergänzungsmittel

Die Produkte unterscheiden sich sowohl in der Feinheit und Löslichkeit des Pulvers als auch im Protein- und übrigen Nährstoffgehalt: Neben Protein mit einem für den Organismus vollständigem Aminosäureprofil sind Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren wie Omega 3 und 6 sowie verschiedene Vitamine und Mineralien enthalten. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb auch Sportler mit sehr hohem Proteinbedarf diese pflanzliche Variante einem Molkeprodukt vorziehen. Daneben gibt es natürlich auch Sportler, die sich vegetarisch oder vegan ernähren oder auch unter Unverträglichkeiten leiden.

Info: Die Ballaststoffe sind förderlich für den Verdauungstrakt und in erster Linie für eine gute Verdaulichkeit und Verträglichkeit des Hanfproteinpulvers verantwortlich. Auch die weiteren enthaltenen Nährstoffe sind oft ein Argument für Hanfproteinpulver.

Warnung: Trotz an sich guter Verträglichkeit kann eine sehr hohe Proteinzufuhr zu Verdauungsstörungen führen. Das gilt insbesondere, wenn der Organismus nicht daran gewöhnt ist. Ist dies bei Ihnen der Fall, hilft es, einfach die Verzehrmenge zu reduzieren, um weniger Protein auf einmal zuzuführen. Denselben Effekt hat ein Produkt mit geringerem Proteingehalt: Das in gutem Hanfsamenpulver enthaltene Protein ist sehr hochwertig und Sie profitieren gegebenenfalls von einer geringen Zufuhr am Tag, wenn Ihr Bedarf nicht aus beliebigen Gründen besonders hoch ist.

Zusammengefasst erkennen Sie also ein gutes Hanfproteinpulver am schonenden Herstellungsverfahren und dem Protein- und Nährstoffgehalt. Unser Produktvergleich hilft Ihnen, das richtige Nahrungsergänzungsmittel für Ihre Zwecke zu finden.

Die Qualität von Proteinen und Aminosäuren

Möchten Sie es etwas genauer wissen? Wie bereits erwähnt, gelten Proteine dann für den Organismus als besonders wertvoll, wenn sie gut verwertbar sind und essenzielle Aminosäuren enthalten. Das betrifft die Aufspaltung der Proteine über den Verdauungstrakt in die Aminosäuren als Bausteine, die über die Darmschleimwand und die Blutbahn verfügbar gemacht werden. Vorzugsweise sollten das selbstverständlich solche sein, die der Organismus auch benötigt, und davon wiederum in einer angemessenen Menge.

Die "Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen" hat im Jahr 1993 zusammen mit der "US Food and Drug Administration" zur Bestimmung der Proteinqualität eine Methode für besonders effektiv erklärt, als "Protein Digestibility Corrected Amino Acid Score" oder abgekürzt PDCAAS bezeichnet. Die umgangssprachliche Kurzform lautet schlicht: Aminosäureindex.

Eine gute Proteinqualität bedeutet: Die mit der Nahrung aufgenommenen Proteine können vom Organismus nach der Aufspaltung in die enthaltenen Aminosäuren in die benötigten körpereigenen Proteine umgewandelt werden. Das gelingt am besten, wenn die zugeführten Proteine den körpereigenen Proteinen möglichst ähnlich sind. Die Ähnlichkeit richtet sich nach den enthaltenen Aminosäuren in deren anteiliger Zusammensetzung, als Aminosäureprofil bezeichnet. Hier sind wiederum die essenziellen Aminosäuren besonders bedeutsam, da der Körper auf die Zufuhr mit der Nahrung angewiesen ist.

Info: Die Qualität wird durch eine Kennzahl angegeben. Diese bezeichnet die Proteinverwertbarkeit bezogen auf den Proteinbedarf. Als Ausgangswert und Vergleichsbasis dient Vollei mit einer Proteinqualität der Kennzahl 1. Daneben gibt, eng verwandt, die biologische Wertigkeit Aufschluss über das jeweilige Nahrungsprotein gegenüber dem Körperprotein. Wiederum ist Vollei als Basisvergleichswert angesetzt, diesmal mit der Kennzahl 100.

Wertigkeit und Verwertbarkeit des Hanfproteins

Hanfprotein liegt mit einer Proteinqualität von 0,61 und einer biologischen Wertigkeit von gut 87 deutlich unterhalb den Basiskennzahlen. Das widerspricht auf den ersten Blick der Hochwertigkeit des Hanfproteins als Eiweiß- und Aminosäurequelle. Allerdings ist die Wissenschaft heute wesentlich weiter in ihren Erkenntnissen als 1993 - dem Jahr der Anerkennung der obigen Messstandards.

Die Kennzahlen sind recht eindeutig für die Bestimmung, wie wertvoll die verschiedenen Proteine der Nahrungsmittel für den Organismus sind. Diesbezüglich liegen Molkeprodukte klar vor Hanfproteinpulver. Was die Messmethoden jedoch vernachlässigen, ist die Verfügbarmachung der Aminosäuren durch die Verdauung: Wheyproteine, gerne von Kraft- und Leistungssportlern als Nahrungsmittelergänzung verwendet, sind wesentlich schlechter verdaulich als Hanfprotein in Pulverform.

Dieser Umstand wird in einer weiteren Messmethode, von Experten als DIAAS bezeichnet, berücksichtigt. Die Verdaulichkeit von Hanfprotein wird mit etwa 95 Prozent angegeben. Das bedeutet in der Praxis, dass der Organismus circa 95 Prozent des zugeführten Proteins auch tatsächlich verwerten kann. Die Verdaulichkeit und Verwertbarkeit von isoliertem Wheyprotein aus Molkeprodukten ist weniger gut.

Trotz besserer Kennzahlen in Qualität und Wertigkeit kann der Organismus folglich nicht in vollem Umfang von den zugeführten Molkeproteinen profitieren. Bei Hanfproteinpulver sind die Kennzahlen für Qualität und Wertigkeit zwar schlechter, dafür wird dem Organismus aber ein vollständiges Aminosäureprofil in ausgezeichneter Verwertbarkeit zugeführt. Er kann also annähernd maximalen Nutzen aus Hanfprotein ziehen. Die gute Verdaulichkeit ist übrigens vor allem auf den Anteil an Ballaststoffen zurückzuführen. Solche fehlen reinen Whey-Produkten völlig.

Info: Der DIAAS ("Digestible Indispensable Amino Acid Score") wurde erst 2013 eingebürgert und soll den als veraltet geltenden PDCAAS bei der Bestimmung der Proteinqualität ablösen. Eine Besonderheit gegenüber der veralteten Methode ist neben einer umfassenderen Bewertungsgrundlage, dass auch Werte über 1 beziehungsweise 100 möglich sind. Dies wird der Tatsache gerecht, dass Vollei nicht der einzige vollwertige und wertvollste Proteinlieferant an sich ist.

Fazit: ausgewogene Ernährung zur Unterstützung aller Körperfunktionen

Ausgewogene Ernährung Kohlenhydrate Proteine Fette

Proteine zählen wie Fette und Kohlehydrate zu den Makronährstoffen und sind lebensnotwendig. Ihren vielseitigen Aufgaben entsprechend werden sie übergreifend in Gruppen eingeteilt:

  • Bestandteil von Enzymen zur Regulierung biochemischer Vorgänge
  • Signalproteine sind als Informationsübermittler am Hormonhaushalt und Stoffwechsel beteiligt
  • Abwehrproteine unterstützen die Immunfunktion
  • Transportproteine werden zum Nährstoff-, Sauerstoff- und Eisentransport benötigt
  • Strukturproteine sind Bestandteil des Gewebes und für eine intakte Zellstruktur erforderlich
  • Motorproteine für den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit und Steuerung der Muskulatur
  • Speicherproteine für Nährstoffreserven

Innerhalb dieser Gruppen gibt es weitere Differenzierungen. Für Sie von Bedeutung ist allerdings, dass jedes Protein seiner Aufgabe entsprechend anders ausgebaut ist. Für jedes Protein sind also bestimmte Aminosäuren in einer bestimmten Kombination notwendig. Führen Sie essenzielle Aminosäuren nicht mit der Nahrung zu, fehlen dem Körper diese Bausteine zur Proteinbildung.

Während essenzielle Aminosäuren immer benötigt werden und der Körper die nicht essenziellen selbst herstellen kann, nehmen die sogenannten semi-essenziellen Aminosäuren eine Sonderstellung ein: Arginin und Histidin müssen ebenfalls mit der Nahrung zugeführt werden. Allerdings werden Sie nur in bestimmten Situationen verstärkt benötigt, zum Beispiel bei Stress oder Krankheit, wenn ein erhöhter Regulierungsbedarf besteht.

Es ist folglich durchaus sinnvoll, dem Körper gezielt Proteine mit einem hochwertigen Aminosäureprofil zuzuführen, um ihn bei bestimmten Vorgängen zu unterstützen. Dies erreichen Sie grundsätzlich über eine ausgewogene Ernährung. Im Bedarfsfall bieten sich Nahrungsergänzungsmittel an, um bestimmte Nährstoffe explizit zuzuführen. Um den Protein- beziehungsweise Aminosäurebedarf gezielt zu decken, ist Hanfproteinpulver ideal. Neben den essenziellen sind bei einem hochwertigen Produkt auch die semi-essenziellen Aminosäuren enthalten, so dass Sie zum Beispiel bei einer relevanten Krankheit ausreichend versorgt sind.

Tierische oder pflanzliche Proteine bevorzugen?

Grundsätzlich wird von Experten eine vollwertige Ernährung empfohlen. Eine solche umfasst ebenso Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte wie pflanzliche Nahrungsmittel vielseitiger Art. Damit nehmen Sie sowohl tierische als auch pflanzliche Proteine - in der Regel in ausreichender Menge - auf. Die unterschiedlichen Proteinquellen sorgen dafür, dass ebenso unterschiedliche Aminosäureprofile zur Verfügung stehen, die der Körper ganz nach den aktuellen Bedürfnissen in die jeweils benötigten Eiweiße umwandeln kann. Darüber entscheidet er quasi eigenständig, ganz bedarfsorientiert. Die regelmäßige Zufuhr von Proteinen und somit Aminosäuren ist deshalb wichtig, weil sie mit Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben auch wieder abgebaut werden.

Obwohl das Nahrungsmittelangebot in den Industrieländern eine solche ausgewogene Ernährung zulässt, gestaltet sie sich jedoch in der Praxis häufig schwierig, denn der Alltag mit seinen Verpflichtungen bestimmt auch die Essenszeiten und Lebensmittelauswahl entscheidend mit.

Aus diesem Grund greifen viele Menschen auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, aber auch, wenn aus beliebigen Gründen ein erhöhter Bedarf besteht.

Eine gute Nachricht für Sie: Die LeguAN-Studie hat nachgewiesen, dass es für die Verwertung und den Stoffwechsel keine Rolle spielt, ob Sie bevorzugt oder ausschließlich tierische oder pflanzliche Proteine aufnehmen. Viel bedeutsamer ist eine umfassende Gesamtbetrachtung der Proteinzufuhr im Zusammenhang mit der individuellen Konstitution, der körperlichen und geistigen Aktivität sowie dem Energiehaushalt und der Verfügbarkeit von Kohlehydraten - das verkündet ein Studienergebnis zu den Proteinbedürfnissen aktiver Personen aus dem Jahr 2000.

Wissenschaftler befassen sich neben den Folgen eines Proteinmangels auch mit jenen, die ein Überschuss bewirken kann. Zu viel Protein kann zum Beispiel bei Diabetikern dazu führen, dass der Insulinhaushalt noch mehr gestört wird, erläutert die LeguAN-Studie. Dennoch benötigen auch Diabetiker eine proteinreiche Ernährung. Weiter heißt es, dass ein Überschuss langfristig die Nierenfunktion beeinträchtigen könne: Hier werden die stickstoffhaltigen Verbindungen, um solche handelt es sich bei Proteinen, abgebaut. In Verdacht für mögliche Störungen bei einer Überversorgung stehen jedoch eher tierische Proteine als pflanzliche.

Grund zur Sorge hinsichtlich einem Mangel oder Überschuss besteht dennoch nicht, wenn Sie das Hauptaugenmerk auf die Proteinqualität legen: Je besser die Proteinqualität ist, umso besser kann der Körper auch die Aminosäuren verwerten. Minderwertige Proteine liefern dagegen nicht alle benötigten Aminosäuren in guter Verfügbarkeit, so dass der Organismus mehr davon benötigt, um sämtliche erforderlichen Proteine vollständig herzustellen. Das bedeutet zugleich, dass mehr nicht verwertete Proteinbestandteile abgebaut werden müssen, während nahezu vollständige Aminosäureprofile in ausgezeichneter Verfügbarkeit, wie sie unter anderem Hanfproteinpulver liefert, auch optimal verwertet werden können.

Da ein Zuviel an hochwertigem Protein gerne zu Verdauungsbeschwerden führt, können Sie die tägliche Verzehrmenge, falls erforderlich, recht schnell und gut anpassen. Deshalb ist es ratsam, einen Mehrbedarf gezielt über ein gutes Nahrungsergänzungsmittel zu stillen. Mehrbedarf bedeutet in diesem Fall: Aktive Menschen, Sportler, Kinder im Wachstum, Veganer, einige Allergiker, Menschen mit Muskelschwäche, unter Stress oder bei Krankheit brauchen mehr Protein als erwachsene Personen, die sich kaum bewegen und ein geruhsames Leben führen, aber kerngesund sind. Letzteres ist aber selten der Fall, denn Bewegungsmangel erhöht üblicherweise die Krankheitsanfälligkeit.

Tierische oder pflanzliche Proteine bevorzugen

Prüfen Sie daher selbst Ihre Ernährungsgewohnheiten, auch in Bezug auf die Lebensführung. Wenden Sie sich bei Unklarheiten oder einem Verdacht auf einen Mangel gegebenenfalls an Ihren Arzt. Ansonsten ist es sicher nicht verkehrt, ein gutes Hanfproteinpulver im Haus zu haben. Damit können Sie jederzeit einen grundsätzlichen oder phasenweisen Mehrbedarf stillen oder auch Ihre üblichen Mahlzeiten gelegentlich damit abrunden. Hanfprotein verwenden viele Menschen aus dem einfachen Grund bevorzugt, da es neben einem vollwertigen Aminosäureprofil weitere wichtige Nährstoffe beinhaltet, aber vor allem aufgrund seiner guten Verträglichkeit und Verdaulichkeit sowie vielseitiger Verzehrmöglichkeiten.

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    MedUni.com Redaktion

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