Ätherische Öle und Aromatherapie – was steckt dahinter?

aetherische-oele-und-aromatherapie
Inhalt dieses Artikels

Bei der Verwendung von Aroma Diffusern spielen ätherische Öle eine große Rolle. Zwar lassen sich die Geräte oftmals auch mit Parfüm- und Duftölen verwenden, gesundheitliche Effekte können diese jedoch nicht erzielen. Folglich greifen viele Menschen direkt zu ätherischen Ölen, deren Duft für gewöhnlich sogar noch als viel angenehmer und vielseitiger empfunden wird.

Wir möchten Ihnen mit diesem Blogartikel zeigen, was hinter den ätherischen Ölen steckt, welche es gibt und was sie bewirken sowie über die Aromatherapie informieren, die kaum überraschend in einem engen Zusammenhang dazu steht.

Aromatherapie: Die Kraft der ätherischen Öle und ihrer Bestandteile

Bei der Aromatherapie kommen ätherische Öle zum Einsatz. Diese wiederum setzen sich nicht selten aus einer zwei- oder gar dreistelligen Anzahl unterschiedlicher pflanzlicher Bestandteile zusammen, deren Essenzen sie über die Bestäubung in den Raum bringen. Damit sollen sie zur Linderung von Krankheiten und ihrer Symptome beitragen, zudem werden solche ätherischen Öle zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und für eine angenehme Wellnessatmosphäre verwendet.

Wer in Deutschland alternative Heilmethoden, wie eben die Aromatherapie, ausüben möchte, muss entweder nach dem Heilpraktikergesetz als Heilpraktiker zugelassen sein oder eine Approbation als Arzt besitzen. Das begründet sich unter anderem damit, dass die ätherischen Öle in sehr hohen Intensitäten und Mengen ein toxisches Profil besitzen. Deshalb ist wichtig diese mit Bedacht und Vernunft einzusetzen – “Klasse statt Masse” ist ein beliebter Grundsatz im Umgang mit diesen.

Geschichte der Aromatherapie

Die Verwendung von Pflanzenteilen lässt sich bis ins alte Ägypten zurückverfolgen, damals noch in Form von Räucherwerk und teilweise zur spirituellen sowie rituellen Verwendung. Genau genommen sind aus diesen natürlichen Beduftungsinstrumenten später auch die Parfüme entstanden, wobei diese heutzutage meist synthetisch hergestellt werden. So war es im Jahr 1910 der Franzose Gattefossé, welcher als Parfümeur arbeitete, der mehr versehentlich als gewollt die Aromatherapie revolutionierte und neu aufgriff.

Nach einer Explosion in dessen Labor entschied sich Gattefossé dazu, die verbrannten Stellen mit Lavendenöl zu behandeln, was zu einer raschen Regeneration ohne großartige Narbenbildung führte. Seine Dokumentationen führten in den nachfolgenden Jahren und Jahrzehnten schließlich zu weiteren Forschungen, in deren Zuge immer neue ätherische Öle entwickelt und Wirkungsweisen von pflanzlichen Bestandteilen entdeckt worden.

Heutige Anwendung der Aromatherapie

Heutzutage ist die Aromatherapie ausgesprochen vielfältig. Ihr zu Grunde liegen Wirkungsweisen von Duftstoffen und Pflanzen auf den menschlichen Körper, darunter:

  • das Ansprechen und Reizen des Geruchssinns
  • die Wirkung auf innere Organe durch Inhalation
  • die antibiotischen Eigenschaften der ätherischen Öle
  • eine direkte Applikation auf die Haut, beispielsweise zur Regeneration

Durch das Reizen des Geruchssinns können ätherische Öle Wohlbefinden hervorrufen, an positive Erlebnisse erinnern und generell das Ambiente in einem Raum verbessern. Eng verbunden ist das mit weiteren Methoden der Aromatherapie, so beispielsweise den Massagen, wo die Öle zusätzlich noch auf die Haut aufgetragen werden.

Außerdem haben verschiedene pflanzliche Bestandteile und Pflanzen unterschiedliche Wirkungen im menschlichen Organismus und auf die Organe, wenn sie denn inhaliert werden. Bei den Aroma Diffusern spielt das keine Rolle, denn der da ausgestoßene Nebel ist nicht zur direkten Inhalation geeignet. In der Aromatherapie machen sich Heilpraktiker die vielfältigen Eigenschaften, dazu später mehr, aber häufig zu Nutze.

Außerdem haben einige ätherische Öle antibiotische Eigenschaften, können folglich im Kampf gegen unterschiedliche Erkrankungen verwendet werden. Ebenso eignen sie sich präventiv zur Prophylaxe. Vor allem wird die Aromatherapie häufig in Verbindung mit Erkältungen eingesetzt. Insbesondere leichte Erkrankungen wie ein Schnupfen oder eine “verschleppte” Erkältung eignen sich hierfür, eine ausgewachsene Grippe indes weniger bis gar nicht.

Da ätherische Öle immer sorgfältig dosiert gehören, da sie anderenfalls toxische Eigenschaften entwickeln können, empfiehlt sich eine Applikation der meisten ätherischen Öle nur durch den Fachmann – das gilt insbesondere für gereizte Stellen oder gar offene Wunden und Verbrennungen. Denkbar ist lediglich eine Applikation von leichten Ölen, so beispielsweise Teebaumöl auf Pickel oder Minzöl auf die Schläfen, was gegen Kopfschmerzen helfen soll.

Die Wirkung von ätherischen Ölen

Sobald es um die Aromatherapie geht, müssen die ätherischen Öle zwangsweise ins Blickfeld rücken. Ihnen werden ganz unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben, die in Abhängigkeit zu den eingesetzten Pflanzen und Pflanzenteilen stehen. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Wirkung meist in zwei Gattungen unterteilt wird: Den physischen Effekt auf den Körper und den mentalen Effekt auf das Gemüt. Beides wird durch ätherische Öle ausgelöst, mitunter jedoch mit verschieden stark ausgeprägter Intensität.

Es gibt unzählige verschiedene ätherische Öle, deren komplettes Aufzählen den Umfang dieses Artikels sprengen würde. Dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle einmal einige Beispiele nennen, die einerseits sehr häufig für Aroma Diffuser bereitgestellt werden und andererseits weit verbreitet sind.

  • Bergamotte wirkt auf das Gemüt stimmungsaufhellend und kann Ängste lindern, außerdem soll die Bergamotte die Konzentration steigern. Auf den Körper hingegen regen solche ätherischen Öle den Appetit und die Verdauung an, außerdem haben sie eine entspannende und entkrampfende Wirkung.
  • Zitrone wirkt ebenso konzentrationsfördernd und stimmungsaufhellend, außerdem können die frischen Duftnoten eine belebende Wirkung entfalten und Müdigkeit verfliegen lassen. Physisch werden ätherische Öle mit Zitrone häufig bei Migräne und Kopfschmerzen, Rheumatismus oder Bluthochdruck eingesetzt. Bei einem reduzierten Appetit ist eine Verwendung ebenso denkbar.
  • Lavendel hingegen erzielt positive Effekte gegen Sorgen und Ängste, außerdem wirkt es besänftigend und kann daher zur Alternative avancieren, wenn Sie gerade aufgebracht oder aufgewühlt sind. Körperlich wurde bereits eingangs auf die Effekte bei Verbrennungen und Verbrühungen von Lavendel eingegangen, auch bei Blähungen oder einer andauernden Übelkeit ist eine Nutzung denkbar.
  • Rosmarin hingegen stärkt vermeintlich das Gedächtnis und steigert die Konzentration, zudem hat es eine anregende Wirkung auf alle Sinne. Körperlich wird Rosmarin in Verbindung mit den jeweiligen Ölen gern bei Rheuma oder generell Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet. Auch Gallen- und Lebererkrankungen werden durch Heilpraktiker damit häufig behandelt.
  • Eukalyptus ist eine bekannte, exotische Pflanze, die vor allem in der Therapie von Schnupfen, Erkältung und Erkrankungen der Atemwege eine Rolle spielt. Außerdem hat der Eukalyptus wundheilende, regenerative Eigenschaften und regt die Verdauung an. Auf das Gemüt wirkt er durch seine Steigerung der Konzentration, gegen Beklemmungen und außerdem anregend.

Bei den Aroma Diffusern spielt der Duft natürlich eine große Rolle, denn diese Öle werden nicht unmittelbar auf den Körper appliziert. Generell sind hinsichtlich der Duftnoten ebenfalls Unterscheidungen in drei Kategorien möglich: Kopfnoten, Herznoten und Basisnoten.

  • Kopfnoten haben einen leichten, hellen Duft, wirken erfrischend sowie anregend und verfliegen schnell (zum Beispiel Zitrone)
  • Herznoten sind stabilisierend, sprechen die Gefühlswelt an und sind blumig sowie würzig (zum Beispiel Geranie)
  • Basisnoten sind meist kräftigend und riechen oft erdig oder balsamisch, außerdem halten sie lange Zeit an (zum Beispiel Sandelholz)

Insbesondere bei Parfüms werden mehrere solcher Noten miteinander kombiniert, schließlich würden nur Kopfnoten keinen Sinn machen, da der Duft des Parfums dann schon nach kurzer Zeit komplett verflogen wäre. Bei ätherischen Ölen und Aroma Diffusern ist durchaus denkbar, solche Noten auch einzeln zu nutzen, da die Duftstöße durch den Diffuser kontinuierlich stattfinden, der Duft also immer wieder aufgefrischt wird. Trotzdem gibt es Kombinationen bei den ätherischen Ölen, wo diverse Pflanzen und Bestandteile zusammengebracht werden.

Kaufratgeber ätherische Öle: Darauf sollten Sie unbedingt achten!

Es gibt unzählige ätherische Öle von ebenso vielen verschiedenen Anbietern. Insbesondere bei diesen Ölen ist es aber sehr wichtig, auf eine hochwertige Zusammenstellung und regelmäßige Prüfung dieser zu achten. Wo und welche der ätherischen Öle Sie kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Sie könnten zum Beispiel die von Anjou auf Amazon kaufen, welche auch eine natürliche Kompatibilität zu einem Diffuser in unserem großen Test haben. Das Unternehmen Bestope stellt ebenfalls sehr gute ätherische Öle her und verkauft diese in praktischen Sets.

Vor allem wenn Sie mit ätherischen Ölen bisher noch keine Erfahrungen gesammelt haben, sollten Sie immer mit solchen Sets, wie eben verlinkt, anfangen. Auf diese Weise haben Sie erst einmal eine große Auswahl zur Hand und können selbst feststellen, welche Duftnoten Sie als sehr angenehm und wohltuend empfinden. Achten Sie immer darauf, dass der Aroma Diffuser mit ätherischen Ölen kompatibel ist – eine Nutzung der Öle von der gleichen Marke wie dem Diffuser ist möglich, aber keinesfalls ein Muss!

Weiterhin gibt es einige Punkte, die beim Kauf zu berücksichtigen sind. Diese garantieren, dass Sie eine hohe Qualität der ätherischen Öle erhalten und somit sowohl von einem sehr angenehmen, natürlichen Duft als auch einer wohltuenden gesundheitlichen Wirkung profitieren. Dazu gehört:

  • Ursprungsland
  • die lateinischen botanischen Bezeichnungen der Herkunftspflanze
  • Darlegung des Gewinnungsverfahren
  • Angabe einer exakten Füllmenge und der Chargennummer
  • zu 100% reines ätherisches Öl
  • welche Pflanzenteile zum Einsatz kamen
  • wie der Anbau stattfand (biologisch, Wildsammlung oder konventionell)

Bei allen ätherischen Ölen, die in direkten Kontakt mit der Haut (dem Körper) kommen, sind diese Kriterien insbesondere wichtig. Bei der Auswahl der Aroma Diffuser Öle können sie aber ebenso berücksichtigt werden, schließlich ist eine konstant hohe Qualität da ebenso wünschenswert. Wundern Sie sich aber nicht, wenn da beispielsweise Angaben zum Anbau fehlen, da diese bei solchen Ölen eine untergeordnete Rolle spielen und vor allem bei der physischen Anwendung auf dem Körper entscheidend sind.

Ätherische Öle: Die Studienlage kurz erfasst

Aus dem Umstand heraus, dass eine Aromatherapie nur von approbierten Ärzten sowie zugelassenen Heilpraktikern erfolgen darf, ergibt sich bereits ganz klar, dass definitiv eine Wirksamkeit vorliegt. In der Wissenschaft wurde diese natürlich umfangreich dokumentiert, Studien zu ätherischen Ölen und der Aromatherapie gibt es schon seit Jahrzehnten, auch heute arbeiten noch unzählige Wissenschaftler an neuen Forschungsergebnissen.

Eine umfassende Zusammenfassung finden Sie unter anderem von der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege, in der pharmazeutischen Zeitung oder online auf Aromapraxis.

So wurde im Zuge einer Studie der Universität Wien zum Beispiel festgestellt, dass Lavendel nach einer Operation die Regeneration positiv beeinflussen und die Notwendigkeit von Analgetika reduzieren kann. Die Studie wurde mit 45 Patienten nach einer Magenband-Operation vollzogen und kam zu exzellenten Ergebnissen. Außerdem zeigen rezente Untersuchungen aus dem Jahr 2009, dass sowohl Limette als auch Muskattellersalbei, Lavendel und Limette den Blutdruck sowie Kortisolspiegel senken können, folglich einerseits Ängste lösen und Stress reduzieren.

Sogar bei Alzheimerpatienten wird die Aromatherapie mittlerweile verwendet. Lavendel soll bei diesen in der Lage sein Aggressionen zu verringern und die sozialen Kompetenzen steigern. Außerdem ist eine Aromatherapie bei diesen Menschen allgemein positiv zu bewerten, da viele Düfte Erinnerungen hervorrufen, welche durch das Alzheimer anderenfalls nicht mehr abrufbar sind. Mitunter können diese Düfte damit als eine natürliche Gedächtnisstütze fungieren, während zugleich von positiven Effekten körperlicher und mentaler Natur profitiert wird.

Die Artikel belegen außerdem, dass sich die Aromatherapie im Aufwind befindet. Immer mehr traditionelle Ärzte erweitern ihr Programm um solch eine Therapie oder arbeiten mit Heilpraktikern zusammen, die dem Patienten dann bei Bedarf empfohlen werden. Weiterhin wird die Ausbildung zum Heilpraktiker eng durch staatliche Mechanismen kontrolliert. Das soll die Qualität der Aromatherapie generell steigern und außerdem sicherstellen, dass toxische Profile jederzeit berücksichtigt werden.

Aromatherapie: Ätherische Öle sind eine perfekte Erweiterung für das eigene Zuhause

Wenn Sie sich für einen Aroma Diffuser entscheiden, empfehlen wir immer die Verwendung von ätherischen Ölen. Die meisten Diffuser heutzutage sind außerdem sowieso auf diese Öle ausgerichtet, da sie viele Vorteile gegenüber Parfüm- und Duftölen haben. Dennoch sollten Sie beim Kauf der Diffuser darauf achten, dass der Hersteller konkret eine Eignung für ätherische Öle angibt.

Mit diesen sind Sie dann in der Lage, Ihr eigenes Zuhause in eine echte Wellnessoase zu verwandeln und sich die vielen positiven Eigenschaften der ätherischen Öle und ihrer pflanzlichen Bestandteile zu Nutze zu machen. Probieren Sie ruhig einmal verschiedene Öle aus, es ist außerdem immer möglich, mehrere Öle miteinander zu kombinieren. So kreieren Sie mit etwas Geschick und Fingerspitzengefühl vielleicht schon bald eine ganz persönliche, sehr individuelle Duftnote für Ihr Zuhause!

Damit Sie den passenden Aroma Diffuser finden, haben wir uns im großen Test dieser der Auszeichnung von sechs absoluten Top-Modellen gewidmet! Allesamt sind sie unterschiedlichen Preisklassen zuzuordnen, für das kleine Budget gibt es genauso eine super Alternative wie für alle, die etwas mehr ausgeben können oder wollen. Wenn Sie außerdem noch mehr zu den Diffusern generell erfahren möchten, schauen Sie doch einmal in unserem Blogbeitrag vorbei, der sich speziell diesen widmet!

War der Artikel hilfreich?

Vorgehensweise der Meduni ExpertInnen

Alle Artikel, die wir auf Meduni veröffentlichen, unterliegen strengen Richtlinien. Wenn Sie zusätzlich den Hinweis “Fakten überprüft” finden, wurden die Artikel mithilfe verifizierter Primärquellen verfasst.

Dazu zählen beispielsweise anerkannte Studien, akademische Arbeiten, Aussagen und Veröffentlichungen von akademischen Instituten bzw. deren Vertretungen, von Regierungsorganisationen und anderen Interessenvertretungen.

Fachzeitschriften, Kommentare und Meinungen von zertifizierten ExpertInnen sowie Fachaufsätze, die ein Kreuzgutachten durchlaufen haben, werden ebenfalls in unseren Recherchen berücksichtigt und gegebenenfalls verwendet und zitiert.

Erfahren Sie mehr über unsere redaktionelle Vorgehensweise.