Die Vogelgrippe H5N1 hat sich seit Anfang 2004 in Asien ausgebreitet. Das Risiko, dass infizierte Wildvögel nach Europa ziehen oder dass das Virus über Geflügel eingeschleppt wird, ist gegeben. Trotz diverser Eindämmungsmassnahmen, die in Ostasien ergriffen wurden, kommt es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen von Vogelgrippe bei Geflügel, vor allem in Thailand und Vietnam.
In einigen Fällen ist das Virus vom Geflügel auf den Menschen übertragen worden, laut WHO gab es bisher 112 Erkrankungen und 57 Todesfälle. Das Virus wurde in der Regel von den Vögeln direkt auf den Menschen übertragen, in 3 Fällen auch von schwer Erkrankten auf Personen mit engem Kontakt. Es gab keine Übertragung auf weitere Personen.
Eine Infektion konnte bisher nicht mit dem Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern in Verbindung gebracht werden. In Einzelfällen (z.B. in Indonesien) konnte der Ansteckungsweg nicht geklärt werden.
Persönliche Hygiene (häufiges Händewaschen, Lüften usw.) vermindert generell die Übertragungswahrscheinlichkeit von Influenzaviren.
Influenza bezeichnet die Virusgrippe, nähere Informationen sind hier zu finden: www.kinderarzt.at/lexikon/143.html
Influenza A (H5N1) ist eine Sonderform des Influenza-A-Virus, die bei Geflügel zwei Erkrankungsformen verursachen kann:
Die Vogelgrippe ist eine seit vielen Jahren bekannte Erkrankung bei Vögeln, die weltweit verbreitet ist.
Ein großflächiger Ausbruch wird als Pandemie bezeichnet.
Die Gefahr der Vogelgrippe besteht darin, dass sich das Virus im Lauf der Zeit verändern und mit einem herkömmlichen Influenza A Virus vermischen kann und dann leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Zurzeit bestehen aber keine Hinweise, dass die Vogelgrippe derartig mutiert hätte. Im vergangenen Jahrhundert kam es 1918, 1957 und 1968 zu Influenza – Pandemien.
Es gibt derzeit keinen Impfstoff gegen Influenza A (H5N1); eine Impfstoffproduktion würde mehrere Monate in Anspruch nehmen. Der aktuelle Grippeimpfstoff schützt nicht gegen eine Influenza-A-(H5N1)-Infektion. Influenzaviren verändern sich ständig, deshalb ist eine jährliche Anpassung der Impfstoffe notwendig.
Die Influenzaimpfung ist jedoch zu empfehlen, insbesondere bei Aufenthalt in Regionen mit Vorkommen von Vogelgrippe, um eine herkömmliche Influenza als Ursache von Fieber und Anlass zu unnötiger Sorge weitgehend zu verhindern und vor allem um eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren und dadurch die Entwicklung eines neuen, potentiell pandemischen Virus zu verhindern.
Zunächst gibt die Vorgeschichte erste Hinweise, beispielsweise ein Aufenthalt in einer Region mit Vogelgrippe. Die körperliche Untersuchung kann weitere typische Zeichen zeigen. Bewiesen wird die Grippeinfektion durch spezielle Blutuntersuchungen (Polymerasekettenreaktion oder PCR).
Die Erkrankung beginnt etwa zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung und verläuft ähnlich einer schweren Grippe mit hohem Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der Kranken leiden unter Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Als Komplikation tritt häufig Lungenversagen auf. Etwa die Hälfte der Kranken starben bisher.
Es gibt ein Medikament, dass gegen Influenzaviren wirkt (Oseltamivir - Tamiflu), dieses Medikament verleiht im Gegensatz zu einer Impfung keinen dauernden Schutz. Tamiflu kann sowohl vorbeugend als auch therapeutisch nach erfolgter Infektion eingenommen werden. Bei einer therapeutischen Verwendung muss die Einnahme so früh wie möglich nach Auftritt der ersten Symptome erfolgen. Ausreichende klinische Erfahrungen bei Vogelgrippekranken liegen noch nicht vor. Möglicherweise stehen nach Ausbruch einer Pandemie nicht ausreichende Mengen zu Verfügung, inwieweit ein persönlicher Vorrat sinnvoll ist, kann derzeit nicht generell beantwortet werden.
Reisen in betroffene Länder werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt als unbedenklich angesehen, ein Einschleppen des Virus durch Reisende ist aber möglich.
Man sollte direkte Tierkontakte meiden, keine Geflügelmärkte besuchen, Geflügelfleisch und Geflügelprodukte nur in gekochtem oder durchgebratenen Zustand verzehren. Ein Verzicht auf Halten von Ziervögeln bei Aufenthalt in den betroffenen Regionen ist zu empfehlen.
Zudem ist es Reisenden verboten, aus betroffenen Ländern Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, Federn oder ähnliches mitzubringen. Eine Mitnahme des Medikaments Tamiflu wird gegenwärtig nicht empfohlen.
In Wien werden Vorbereitungen für den Fall einer Pandemie getroffen. Große Mengen an Tamiflu wurden in den Wiener Spitälern eingelagert. Die eingelagerte Menge reiche für zwei Wochen, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsstadträtin Brauner. Der Wiener Landespandemieplan sieht eine Vorgehensweise für den Fall eines Ausbruchs vor.
Es wird aber vor Hysterie gewarnt; inwieweit es sinnvoll ist, das Medikament Tamiflu vorab in Reserve zu kaufen – das einerseits teuer ist, andererseits ein Ablaufdatum hat – kann derzeit nicht beantwortet werden. Es gibt von Experten keine derartige Empfehlung dafür, allerdings kann ein entsprechender Vorrat sicherlich beruhigend wirken.
Quellen: Robert-Koch Institut, WHO, Schweizer Bundesamt für Gesundheit.
(c) Dr. Peter Voitl, www.Kinderarzt.at