BRÜSSEL (spe) Europäische Wissenschaftler bauen bei der Erforschung der genetischen Ursachen von Parkinson auch auf finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union (EU).
Ein erstes für die Entstehung von Parkinson ursächliches Gen entdeckten Wissenschaftler bereits vor zehn Jahren. Ein Netz aus Forschern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden geht derzeit der Frage nach, welche Gene welchen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Ziel ist es, Ansätze für eine Therapie zu finden, die einsetzt, bevor es zu den für Parkinson typischen zellulären Veränderungen und den damit verbundenen Symptomen, wie Muskelzittern, Muskelstarre bis hin zur Bewegungslosigkeit kommt.
Gängige Parkinsontherapien beschränkten sich indes darauf, die Symptome zu lindern, so Professor Thomas Gasser vom Hertie-Insitut für klinische Hirnforschung (HIH) in Tübingen. Denn Parkinson werde in der Regel erst diagnostiziert, wenn bereits 70 Prozent der für die Dopaminproduktion ursächlichen Gehirnzellen abgestorben seien.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Parkinsonforschung erleichtere es zudem, eine ausreichend große Zahl an Patienten für klinische Studien zusammenzubekommen, so Gasser. Die genetische Ursachenforschung und Entwicklung neuartiger Therapien könne jedoch nur zügig vorangehen, wenn dafür auch Gelder aus dem europäischen Forschungshaushalt fließen. Der Neurowissenschaftler hofft, dass die EU ab 2009 Mittel in Höhe von etwa zehn Millionen Euro über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren für das europäische Forschernetz bereitstellen wird. Bislang fördert die EU keine Projekte von Parkinsonforschern.