Die Behandlung entspricht einer konventionellen Bronchoskopie, nur dass ein spezielles “interventionelles” Endoskop zum Einsatz kommt. Es wird unter einer Kurznarkose bis in die kleineren Bronchien vorgeschoben. Wie auf dem Video des Herstellers zu erkennen, schiebt der Arzt dann aus der Spitze des Bronchoskops ein kleines Körbchen hervor. Es besteht aus vier Drähten, die sich der Bronchialwand anlegen. Über 10 Sekunden wird dann eine Radiofrequenzstrahlung emittiert, die das Gewebe erhitzt. Dies soll zu einer teilweisen Zerstörung der unter der Schleimhaut befindlichen Muskelschicht führen, die permanent ist (während die Schleimhautläsionen wieder abheilen).
Dies vermindert dauerhaft die Fähigkeit der kleinen Atemwege zur Bronchokonstriktion, die ein wesentlicher Pathomechanismus des Asthmaanfalls ist. Da die Lunge über eine Vielzahl kleiner Bronchien verfügt, ist die Therapie recht zeitaufwendig. Notwendig sind drei “Sitzungen” von etwa einer Stunde Dauer, heißt es in der Pressemitteilung der McMaster-Universität in Hamilton im kanadischen Bundesstaat Ontario.
Nach vorbereitenden tierexperimentellen Studien und einer Machbarkeitsstudie beim Menschen (Chest 2005; 127: 1999-2006) initiierte der Hersteller, Astmatx in Mountain View/Kalifornien, die Asthma Intervention Research oder AIR-Studie. An der randomisierten (aber nicht blinden) Studie nahmen 112 Patienten aus Kanada, Brasilien, Großbritannien und Dänemark teil. Es handelte sich um Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Asthma bronchiale (Bedarf von 200µg/die Beclomethason und langwirkende Beta2-adrenerge Agonisten, LABA).
Die Hälfte der Patienten erhielt drei Behandlungen mit der bronchialen Thermoplastie, bei den anderen wurde die Standardtherapie fortgesetzt. Genauer: Die LABA-Therapie wurde zwei Wochen vor der bronchialen Thermotherapie abgesetzt (auch in der Kontrollgruppe), danach wieder aufgenommen, um nach 3 Monaten erneut abgesetzt zu werden. Die Patienten durften sie aber wieder aufnehmen, wenn es zu schweren Exazerbationen kam. Nach 6 und 12 Monaten wurden erneuten Versuche unternommen, die LABA-Therapien zu beenden.
Wie die Gruppe um John Miller von der McMaster Universität mitteilt, kommt es nach der Thermoplastie zu einem Abfall der Exazerbationen. Der Unterschied zur Kontrollgruppe war auch nach 12 Monaten noch signifikant. Der morgendliche PEF-Wert (Peak expiratory flow) besserte sich um fast 40 l/min gegenüber einem Plus von 8,5 in der Kontrollgruppe. Auch nach Einschätzung der Patienten hatten sich Asthma und Lebensqualität gebessert.
Da die Schleimhaut in Mitleidenschaft gezogen wird, bleibt die Therapie nicht ohne Nebenwirkungen. In den ersten Wochen nach der Therapie klagten 70 Prozent unter Luftnot, 62 Prozent unter asthma-artigem Keuchen (“Wheezing”). Auch Husten, Brustbeschwerden, nächtliches Erwachen waren häufiger als in der Kontrollgruppe. Einige Patienten mussten hospitalisiert werden. Es gab jedoch keine Todesfälle, und sechs Wochen nach der bronchialen Thermoplastie hatten sich alle Patienten erholt.
Die Akzeptanz der Therapie dürfte davon abhängen, wie lange die Wirkung der Therapie anhält und ob es gelingt, Aufwand, Kosten und Verträglichkeit zu optimieren, finden die Editorialisten Julian Solway von der Universität Chicago und Charles Irvin von der Universität Burlington/Vermont (NEJM 2007; 356: 1367-1369). © rme/aerzteblatt.de
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