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FROM tx_chcforum_conference
WHERE
tx_chcforum_conference.pid IN (243,249,273,285,287,289,381,384,385,388,389,390,481,545,592,600,601,602,603,608,609,610,611,612,613,614) AND uid= AND tx_chcforum_conference.deleted=0 AND tx_chcforum_conference.hidden=0
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LIMIT 10
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27.03.2008 21:11 Alter: 163 Tage

"Common sense" in der Psychiatrie

Von: Gesundheitsnews

Selbst nach langjährigen, schwierigsten Behandlungsverläufen bei psychiatrischen Erkrankungen ist eine Gesundung möglich. Vor drei Jahren wurden für die Schizophrenie Remissionskriterien formuliert, die dazu beitragen, dass die Erwartungen erhöht und die therapeutischen Bemühungen verstärkt werden.

Es handelt sich dabei nicht nur um ein Abklingen der Symptome und eine Steigerung der Funktionsfähigkeit, also nicht um eine Rückkehr zu einem Zustand vor der Erkrankung, sondern vielmehr um eine Entwicklung, die es ermöglicht, die persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen einer psychischen Erkrankung zu überwinden. Ein Aufsatz in der Zeitschrift "Psychiatrische Praxis" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008) spricht bei einer solchen individuellen Einstellung von "Recovery", wobei sich das Leben an den persönlichen Werten und Zielen orientiert und zufrieden stellend und hoffnungsvoll verlaufen kann, auch wenn Symptome und Behinderungen über längere Zeit weiter bestehen. Wesentlich ist, Selbstwert und Selbstachtung unabhängig von der Patientenrolle zu erleben und zu wissen, dass eine psychiatrische Diagnose nicht die Entwicklung von Resilienz (Lebenskrisen durchzustehen) verhindert. Recovery ist heute in vielen Ländern gesundheits-politische Vorgabe für den Bereich der psychiatrischen Versorgung und Gesundheitsförderung. Patienten als Experten in eigener Sache, Selbstmanagement länger dauernder Erkrankungen, Beteiligung an Entscheidungen sind Entwicklungen, die zeigen, dass Patienten eine aktive Konsumentenrolle in einem Dienstleistungsverhältnis übernommen haben. Die Rolle der Psychiater erweitert sich in Richtung Coaching und Mentoring. Neue Fähigkeiten zum partnerschaftlichen Umgang mit Entscheidungen und zur Unterstützung von Selbstbestimmung werden unterrichtet. Damit entspricht Recovery dem "common sense".

M. Amering:
Recovery – warum nicht?
Psychiatrische Praxis 2008; 35 (2); S. 55-56