Dass Rauchen während der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schadet, ist unter Ärzten unbestritten. Das Nikotin aus dem Tabakrauch verengt die Blutgefäße und gefährdet die Versorgung des heranwachsenden Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen. Viele Kinder bleiben im Wachstum zurück. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft werden 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten und bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten durch Rauchen in der Schwangerschaft verursacht. Selbst Fehlgeburten werden begünstigt. Viele Frauen geben aus diesen Gründen das Rauchen während der Schwangerschaft auf. Nach Auskunft von Dr. Kathrin Röske von der Universität Greifswald, die über drei Jahre fast 4000 Wöchnerinnen befragt hat, geht der Anteil der Raucherinnen in Mecklenburg-Vorpommern von 47 Prozent vor der Schwangerschaft auf 24 Prozent im 4. Monat zurück. Doch jede fünfte Schwangere rauchte auch noch in den letzten 4 Wochen vor der Geburt. Selbst wenn die Zahl nicht für Deutschland repräsentativ sein sollte – Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil von Rauchern – ist die Rate doch auch im internationalen Vergleich viel zu hoch. In den USA und in Schweden rauchen nur halb so viele Schwangere, sagt Dr. Röske. Immerhin: Während der drei Jahre der Untersuchung – April 2003 bis März 2006 – gab es einen leichten Rückgang von 22,1 auf 17,3 Prozent. Es wäre aus Sicht von Dr. Röske jedoch verfrüht, von einer Trendwende zu sprechen. Die Gründe für das unvernünftige Verhalten könnten im Alter und in der mangelnden Bildung liegen. Schwangere unter 25 Jahren rauchten der Untersuchung zufolge 2,5-mal häufiger als Schwangere über 30. Besonders deutlich war der Unterschied im Bildungsniveau. Jede zweite Schwangere mit geringem Bildungsgrad (weniger als zehn Jahre Schule) rauchte noch während der Zeit vor der Geburt. Unter den Schwangeren mit mehr als zehn Jahren Bildung waren es nur 4,4 Prozent. Junge und ungebildete Frauen werden von den Aufklärungsmaßnahmen offenbar nicht erreicht, folgert Dr. Röske.