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Gesundheitliche Ratschläge auf dieser Seite sind in jedem Fall unverbindlich. Ratschläge jeder Art und Form sind grundsätzlich in Verbindung mit einer fachlichen Diagnose mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.



06.02.2008 02:51 Alter: 100 Tage

Glücksspielsucht ist heilbar

Von: MedUni-Redaktion

Glücksspielen kann zur Sucht werden. Damit ist es als Krankheit anerkannt und eine Therapie wird von den Kassen bezahlt. Die dominierende Form des Glücksspielens ist mit über 90 Prozent die an Geldspielautomaten, gefolgt von Casinospielen mit 17 Prozent sowie Geld- und Sportwetten mit 13 Prozent. Ein Aufsatz in der Zeitschrift "Suchttherapie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007) berichtet über die Ergebnisse einer Untersuchung zur Frage, ob gleichzeitig vorliegende psychische Störungen auf die Behandlungsergebnisse und auf den weiteren Krankheitsverlauf Einfluss haben.

Bei der untersuchten Klientel betrug die aktive Glücksspielzeit knapp 15 Jahre, etwa nach sechs Jahren bemerkten sie, die Glücksspiele nicht mehr im Griff zu haben, also abhängig geworden zu sein. Dies findet seinen Ausdruck in einer durchschnittlichen Spielzeit pro Tag von vier Stunden. Zwei Drittel der untersuchten Probanden war arbeitslos. Viele berichteten, jeweils so lange zu spielen, wie Geld dafür zur Verfügung stand, so dass binnen weniger Tage das Monatsbudget verspielt war. Zum Abschluss der stationären Behandlung waren die Beschwerden, wie psychische Belastung, Involviertheit in das Glücksspielen, deutlich zurückgegangen, jedoch waren die Symptome bei einer Nachuntersuchung sechs Monate nach Klinikentlassung erwartungsgemäß wieder leicht angestiegen. Man kann davon ausgehen, dass rund die Hälfte der Patienten im Verlaufe dieser sechs Monate abstinent geblieben waren, ein Ergebnis, das in etwa mit der Abstinenzrate nach Behandlung von Alkoholabhängigen vergleichbar ist. Gleichzeitig vorliegende andere psychische Störungen, wie Depression, Persönlichkeitsstörung oder ganz besonders Angststörung, verschlechtern das Behandlungsergebnis. Angststörungen wirkten sich auch ungünstig auf den Abstinenzstatus aus. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung ist zu folgern, dass während des stationären Aufenthaltes von Glücksspielern auch die anderen psychischen Störungen behandelt werden sollten. Weiterhin kann qualifizierte Beratung im Vorfeld der stationären Behandlung das Behandlungsergebnis wesentlich verbessern.

V. Premer:
Behandlungserfolg und prospektiver Krankheitsverlauf bei pathologischen Glücksspielern in Abhängigkeit von Komorbidität und Spielkarriere.
Suchttherapie 2007; 8 (3): S. 108-114