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Gesundheitliche Ratschläge auf dieser Seite sind in jedem Fall unverbindlich. Ratschläge jeder Art und Form sind grundsätzlich in Verbindung mit einer fachlichen Diagnose mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.



10.11.2006 01:17 Alter: 1 Jahre

Ecstasy und synthetische Drogen

Kategorie: D, Drogen, E, Ecstasy, S, Synthetische Drogen

Von: MedUni-Redaktion

Ecstasy führt zwar nicht zur körperlichen Abhängigkeit, hat jedoch trotzdem ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential im psychischen Bereich. Außerdem besteht bei Missbrauch die Gefahr von Langzeitschäden.

Was ist Ecstasy?
Wer konsumiert Ecstasy?
Woraus besteht es?
Ist PMA auch Ecstasy?
Wie wirkt Ecstasy?
Welche Nebenwirkungen hat es?
Wie lange wirkt es?
Welche Nachwirkungen hat es?
Hat die Einnahme von Ecstasy Langzeitfolgen?
Macht Ecstasy süchtig?
Woran merkt man eine Überdosis?
Erste Hilfe bei Notfällen
Wie können Konsumenten ihr Gesundheitsrisiko vermindern?
Wie komme ich von Ecstasy wieder weg?

 

Was ist Ecstasy?

Unter dem Begriff ECSTASY oder XTC fasst man eine Gruppe synthetisch hergestellter Drogen zusammen. Unter Exstasy wurde zunächst ausschließlich die Substanz MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) verstanden, im Laufe der letzten Jahre tauchten eine Reihe anderer Präparate mit ähnlicher Wirkung auf dem Schwarzmarkt auf, die heute alle als Ecstasy bezeichnet werden.

MDMA wurde erstmalig im Jahre 1898 von einem deutschen Chemiedoktoranden entwickelt und 1912 von der Arzneimittelfirma Merck als Appetitzügler hergestellt, kam allerdings wegen der Nebenwirkungen nie in den Handel.

In den 50er Jahren wurde MDMA in der amerikanischen Militärpsychiatrie getestet und tauchte in den 70er Jahren als Hilfsmittel bei bestimmten Psychotherapien auf.

Erst ab 1988 stieg die Popularität der Substanz als Straßen- und Partydroge. Ecstasy unterliegt dem Suchtmittelgesetz.

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Wer konsumiert Ecstasy?

Aus einer deutschen Studie 1997

Das häufigste Erstkonsumalter liegt bei Ecstasy zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, bei Alkohol und Cannabis zwischen dem 13. und dem 15. Lebensjahr.

Die überwiegende Mehrheit der Personen mit Ecstasykonsum sind sogenannte Mehrfachkonsumenten, d.h. sie haben Erfahrung mit dem Konsum anderer illegaler Drogen (Cannabis, LSD, Kokain – sehr selten Heroin). Die Gruppe der ausschließlich Ecstasy Konsumierenden umfasst 6,1% der Befragten.

Fast 70% der Personen mit Ecstasykonsum trinken Alkohol während des Ecstasyrausches, über 80% auch als Ersatzkonsum.

Der Konsum von Ecstasy wird von den Konsumenten selbst als riskant bezeichnet. 65% der Konsumenten halten Ecstasy für süchtigmachend, die Bereitschaft zur Konsumbeendigung ist jedoch gering.

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Woraus besteht es?

Genaue Angaben sind schwierig, am Schwarzmarkt wird heute vieles als Ecstasy  angeboten. Zumeist weiß der Konsument nicht genau, wie viel und was in einer Pille enthalten ist. Die Tabletten können Ecstasy und Koffein, aber auch unterschiedliche Medikamente (Aspirin, Atropin oder Methadon) enthalten. Es gibt auch ungewöhnlich hoch dosiertes Ecstasy oder LSD-Proben.

Bei Stichproben hat man zumeist eine Dosis von 40-165 mg reines MDMA gefunden, selten Amphetamine (Speed) (3,5%) oder Placebos (3,5%), Halluzinogene, aber nicht Heroin oder Strychnin, Verunreinigungen bis zu 5%.

Meist ist XTC als Tablette oder Kapsel zu haben, die Wirkung tritt nach etwa 20-60 Minuten ein und ist auch von der Stimmung und der persönlichen Konstitution abhängig.

Es ist kein Rückschluss von einem bestimmten Motiv auf der Tablette auf dessen Zusammensetzung möglich. Ecstasy Präparate in Kapseln können besonders gefährlich sein, weil oft andere Drogen mit hineingegeben werden.

Aber egal, was die Tabletten letztlich enthalten – der Konsum psychoaktiver Substanzen ist in jedem Fall mit körperlichen, psychischen und häufig auch rechtlichen Gefahren verbunden.

Die Kosten für die Herstellung einer Ecstasy Tablette liegen je nach Inhaltstoffen bei unter € 1,–. Der Endabnehmer zahlt für die Ecstasy Tablette durchschnittlich € 10-20,–.

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Ist PMA auch Ecstasy?

Besonders gefährlich ist die Einnahme einer Substanz mit dem Namen PMA (Para-Methoxy-Amphetamin), die auch als Ecstasy verkauft wird.

Die psychischen Wirkungen von PMA setzen später als die Effekte nach Ecstasy (MDMA) ein und sind bei gleicher Dosierung schwächer ausgeprägt. Konsumenten vermuten daher ein „schwach“ wirkendes Ecstasy konsumiert zu haben und nehmen weitere Tabletten ein, um die von ihnen erwünschte Wirkung zu verspüren. Der Konsum von PMA kann tödlich sein.

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Wie wirkt Ecstasy?

  • Ecstasy wirkt anregend auf das Nerven- und Herz-Kreislaufsystem
  • hat eine leicht sinnestäuschende und bewusstseinsverändernde Wirkung
  • es vertreibt Müdigkeit und Appetit
  • verstärkt positive wie negative Gefühle
  • Ecstasy gilt als stimmungsverstärkend, d.h. es ist nicht zur Flucht aus einer schlechten Stimmung geeignet, wenn man schlecht drauf ist, wird auch dies verstärkt.
  • Manchmal wird eine besondere Harmonie mit dem Gesprächspartner empfunden. Deshalb gilt XTC auch als „heartopener“.

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Welche Nebenwirkungen hat es?

Als Nebenwirkungen können lebhafte Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Erregungszustände oder Angstzustände auftreten. Das Muster kann je nach Dosis sehr verschieden sein.

Der Blutdruck ist üblicherweise erhöht und der Puls beschleunigt. Durch den manchmal starken Flüssigkeitsverlust und die gesteigerten Abbauprodukte im Stoffwechsel (z.B. beim exzessiven Tanzen) können der Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt entgleisen und die Funktion der Nieren und der Leber erheblich geschädigt werden. Die Körpertemperatur kann bis auf über 41°C ansteigen.

Bei Überdosierung besteht akute Lebensgefahr, auch in Österreich wurden bereits tödliche Kollaps- und Erschöpfungszustände registriert.

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Wie lange wirkt es?

Die Wirkungsdauer von MDMA liegt meist zwischen 4-6 Stunden. Bei MDE sind es 3-5 Std., bei MDA 8-12 Std. Auch bei der Wirkungsdauer ist die persönliche Konstitution zu beachten, außerdem ist oft nicht klar, welche der Stoffe in einer Pille enthalten sind und in welcher Menge.

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Welche Nachwirkungen hat es?

Wie bei anderen Drogen kann es auch bei Ecstasy Konsum zu einer Katerstimmung kommen.

Dazu gehören

  • Extreme Erschöpfung
  • Motivationslosigkeit
  • Appetitverlust
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsstörungen und
  • Durchschlafstörungen.

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Hat die Einnahme von Ecstasy Langzeitfolgen?

Ecstasy schädigt das Gehirn in Abhängigkeit von der Dosis und der Anzahl der eingenommenen Ecstasy Tabletten. Es kann zu Gedächtnisstörungen, Psychosen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen sowie Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen kommen.

Ecstasy kann auch bei Gesunden zu ernsthaften Schäden von Leber, Niere, Gefäßen und Zentralnervensystem führen.

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Macht Ecstasy süchtig?

Ecstasy führt zwar nicht zur körperlichen Abhängigkeit, hat jedoch trotzdem ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential im psychischen Bereich. Außerdem werden oft zusätzlich andere Drogen konsumiert. Das Suchtpotential ist daher als eher hoch einzustufen.

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Woran merkt man eine Überdosis?

  • Krämpfe
  • Kreislaufkollaps
  • Ängste
  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • Ohnmacht
  • Erbrechen
  • Wirres, unzusammenhängendes Reden.

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Erste Hilfe bei Notfällen

  • Keine Panik – bewahren Sie Ruhe
  • Beruhigen Sie den Patienten
  • Reden Sie langsam und ruhig
  • Fassen Sie ihn vorsichtig und sanft an
  • Bringen Sie den Patienten in eine ruhige, kühlere Umgebung
  • Besorgen Sie etwas zu trinken, am besten Wasser, keinen Alkohol
  • Holen Sie Hilfe und bleiben Sie, bis Hilfe eintrifft
  • Wenn jemand ohnmächtig wird, nicht mehr ansprechbar ist, immer einen Arzt holen
  • Wenn möglich, zeigen Sie dem Arzt die noch vorhandenen Pillen
  • Eventuell Schocklagerung
  • Kleidung öffnen, damit die Körpertemperatur gesenkt wird
  • Bei einem Krampfanfall Verletzungen vorbeugen.

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Wie können die Konsumenten ihr Gesundheitsrisiko vermindern?

Wer keine Drogen nehmen möchte, soll es sich von niemandem aufdrängen lassen. Angst oder keine Lust zu haben ist ein Zeichen, „Nein“ zu sagen!

Auf diese Dinge sollte man unbedingt achten, falls Drogen konsumiert wurden

  • Nicht beengende, leichte Kleidung tragen
  • Pausen einlegen
  • Nur geringe Mengen konsumieren, niemand gewinnt, wenn er „am meisten verträgt“
  • Regelmäßig trinken, am besten Wasser – aber keinen Alkohol.

Bei gleichzeitigem Konsum mit Alkohol wird die Wirkung der Droge reduziert, die Nebenwirkungen nehmen jedoch zu.

  • Art und Menge der Inhaltsstoffe können ohne chemische Analyse nicht abgeschätzt werden. Sollte keine Möglichkeit zur Analyse (ChEckiT) bestehen, zuerst eine geringe Menge (ein Viertel bzw. die Hälfte) der Substanz testen
  • Tritt die gewünschte Wirkung nach einiger Zeit nicht ein, nicht nachwerfen! Der Beginn der Wirkung ist von Person zu Person unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Bei manchen dauert es 90 Minuten, bis sie die ersten Effekte verspüren – und es könnte sich um PMA handeln!
  • Nie alleine Drogen nehmen!
  • Nur ein Teil der Ecstasy Tabletten enthält tatsächlich Ecstasy. Wenn die Möglichkeit bei großen Raves besteht, sollte man die Substanzen z.B. bei ChEckiT chemisch analysieren lassen.

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Wie komme ich vom Ecstasy wieder weg?

  • Wenn Du Dich überfordert fühlst, suche Dir selbst Hilfe
  • Rede mit einer Person Deines Vertrauens über Dein Problem
  • Bitte diese Person, das Problem für sich zu behalten
  • Besorge Dir Adressen von Hilfsangeboten
  • Hilfe annehmen ist nicht leicht, aber notwendig
  • Traue nicht Deinen eigenen Erklärungsversuchen und Versprechungen
    „Nur noch das eine mal“ hat jeder schon 100 mal gesagt, das gehört zum Problem
  • Warte nicht bis es Dir körperlich oder psychisch schlecht geht.