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FROM tx_chcforum_conference
WHERE
tx_chcforum_conference.pid IN (243,249,273,285,287,289,381,384,385,388,389,390,481,545,592,600,601,602,603,608,609,610,611,612,613,614) AND uid= AND tx_chcforum_conference.deleted=0 AND tx_chcforum_conference.hidden=0
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14.02.2008 18:21 Alter: 91 Tage

Deutschsprachige Studien in internationalen medizinischen Datenbanken: Maßnahmen gegen den "Publikationsimperialismus"

Von: Medizinnews

Mediziner, die ihre Forschungsberichte in deutschsprachigen Fachzeitschriften veröffentlichen, befürchten, dass diese international keine Beachtung finden. Und tatsächlich: Mehr als die Hälfte aller hochwertigen Studien, die seit 1948 in deutschen Fachzeitschriften erschienen, wurden nicht in die Datenbank Medline übernommen, so das Deutsche Cochrane-Zentrum in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008). Die Autoren präsentieren auch gleich geeignete Gegenmaßnahmen.

Die Cochrane Collaboration erstellt seit 1993 systematische Übersichten zur Diagnose oder Therapie von Erkrankungen. Für Ärzte bietet dies eine gute Möglichkeit, sich über aktuelle Fortschritte in der Medizin zu informieren, schreibt Dr. Anette Blümle vom Deutschen Cochrane-Zentrum in Freiburg. Denn vieles, was Mediziner im Studium gelernt haben, ist nach wenigen Berufsjahren überholt, und auch Handbücher halten mit dem sich rasch ändernden Wissen oft nicht Schritt. Die Übersichten der Cochrane Collaboration werden regelmäßig aktualisiert und sind im Internet verfügbar. Die Bewertungen der Cochrane Collaboration beruhen auf hochwertigen klinischen Studien. In ihnen werden die Patienten im Idealfall nach dem Zufallsprinzip auf alte und neue Behandlungen verteilt (Fachbegriff: randomisierte kontrollierte Studie, RCT). Dies ermöglicht am ehesten einen aussagekräftigen Vergleich. Die Cochrane-Experten akzeptieren mit gewissen Einschränkungen auch andere kontrollierte klinische Studien (CCT), bei denen die Randomisierung nicht den höchsten Ansprüchen genügt. Um zu hochwertigen Empfehlungen zu kommen, bemüht sich die Cochrane Collaboration, möglichst alle RCT und CCT zu berücksichtigen. Deshalb sucht das Deutsche Cochrane-Zentrum derzeit in deutschsprachigen Fachzeitschriften nach Studien, die nicht von internationalen Datenbanken aufgeführt werden. In 2614 Jahrgängen von 85 Zeitschriften fand das Team um Dr. Blümle bislang 18.491 Studien (RCT oder CCT). Von diesen waren 10.165 Studien, also mehr als die Hälfte, nicht in der führenden Datenbank Medline gelistet. 32 Prozent der untersuchten Zeitschriften waren überhaupt nicht in Medline vertreten. Die Cochrane Collaboration nahm die Studien in ihrer eigenen Datenbank (CENTRAL) auf. Sie stehen damit erstmals auch internationalen Forschern zur Verfügung. Dr. Blümle hofft, dass die Empfehlungen dadurch auf eine breitere Basis gestellt werden und damit ärztlichen Entscheidungen zugute kommen. Das Durchsuchen von Fachzeitschriften "per Hand" ist mühsam und im Zeitalter von Computer und Internet eigentlich nicht mehr angemessen. Eine Erleichterung für ihre künftige Arbeit verspricht sich Dr. Blümle von der geplanten elektronischen Registrierung aller Studien. Die Forscher müssen zukünftig ihre Studien vor deren Beginn auf einer im Internet öffentlich zugänglichen Plattform anmelden. Dadurch werde vermieden, dass wichtige Studien in Zukunft unter den Tisch fallen, hofft Dr. Blümle. Der Chefredakteur der DMW, Professor Martin Middeke, begrüßte die Erfassung der deutschsprachigen Studien durch die Cochrane Collaboration. Denn auch die DMW ist betroffen. Diese gehört zwar zu den führenden deutschsprachigen Fachzeitschriften und ist seit Jahren mit englischsprachigen Zusammenfassungen („Abstracts“) in Medline vertreten. Es gab in der Vergangenheit jedoch Lücken: Von 726 bis 2004 veröffentlichten RCT und CCT wurden 517 oder 71 Prozent in Medline aufgenommen. Professor Middeke beklagt einen gewissen angelsächsischen "Publikationsimperialismus". Einige Fachzeitschriften, etwa der führenden Nature-Gruppe, würden beispielsweise keine Literaturhinweise aus nicht-englischsprachigen Zeitschriften erlauben.

A. Blümle, G. Antes:
Handsuche nach randomisierten kontrollierten Studien in deutschen medizinischen Zeitschriften.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (6): S. 230-234

M. Middeke:Kontrollierte Studien in deutschsprachigen Publikationen.DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (6): S. 229