Die Medizinische Universität Graz hat ein Anti-Rauch-Präventionsprojekt an steirischen Schulen gestartet. Mit eigens auf Jugendliche zugeschnittenem Info-Material, Vorträgen und Diskussionen will man vor allem Kindern der 8. und 9. Schulstufe zeigen, dass "Nichtrauchen viel cooler ist", so Freyja Smolle-Jüttner, Leiterin der Klinischen Abteilung für Thorax und Hyperbare Chirurgie.
Motiv. "Bei den Jugendlichen ist ein gängiges Raucher-Motiv, sich den Eltern gegenüber zu behaupten, aber natürlich auch, um cool zu sein", so Smolle-Jüttner. "Dabei setzen wir auch an. Wir appellieren vor allem an die Selbstständigkeit der Jugendlichen. Nichtrauchen ist viel cooler, weil es Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein verlangt."
Team. Die Medizinerin und ihr sechsköpfiges Team haben das Info-Material, das mit dem Landesschulrat abgestimmt wurde und per Mail an interessierte Pflichtschulen versendet werden, entwickelt und stehen für Präsentationen und Diskussionen an den Schulen bereit. "Das Einstiegsalter beginnt erschreckend niedrig bei elf bis zwölf Jahren", meinte Smolle-Jüttner.
Vortrag. Die Unterlagen sei bisher 130 Mal angefordert, der erste Vortrag am Donnerstag in der Polytechnischen Schule im oststeirischen Pöllau gehalten worden. "Wir haben Fragebögen verteilt, die anonym beantwortet werden konnten. Ein Mädchen hat angegeben, mit sieben Jahren das erste Mal probiert zu haben. Sie finde ein Rauchverbot in der Gastronomie ganz abscheulich", berichtete Smolle-Jüttner der APA.
Präsentationen. Materialien und Präsentationen seien "lustig, erheiternd und überraschend" aufgebaut und "gar nicht trocken". Man müsse mit Kindern anders umgehen als mit Erwachsenen: "Man muss in die Motivation hineingehen", meinte Smolle-Jüttner. Neben Fakten zum gesundheitlichen Risiko werde auch mit falschen Vorurteilen ausgeräumt. "Wir informieren die Kinder darüber, was sie interessiert. Den Mädchen z. B. zeigen wir, wie sich die Haut verschlechtert, Jungs klären wir über Potenzprobleme oder über die sportliche Leistung auf, die um 20 Prozent steigt, wenn man nicht raucht. Wir möchten klar machen, dass es cooler ist, sich nicht von Werbung und Marketing beeinflussen zu lassen."
Quelle: http://www.meduni-graz.at