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Thrombosen entstehen, wenn sich Blutgerinnsel an den Wänden der tiefen Beinvenen bilden und diese verlegen. Dann besteht immer die Gefahr, dass sich Teile der Gerinnsel ablösen und über das Herz in die Lunge gelangen. Dort blockieren sie dann die Arterien. Diese Lungenembolie endet häufig tödlich. Deshalb muss jede Thrombose in der Schwangerschaft behandelt werden, mahnt Professor Viola Hach-Wunderle vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Ein Verdacht besteht immer dann, wenn ein Bein schmerzhaft anschwillt, sich bläulich verfärbt und die oberflächlichen Venen stärker mit Blut gefüllt sind. Die Ärzte können die in der Tiefe gelegenen Thrombosen mittels Ultraschall oder Kernspintomografie nachweisen. Röntgenuntersuchungen der Venen (Phlebografie) oder eine Computertomografie scheiden wegen des Strahlenrisikos für das werdende Kind aus. Die Behandlung erfolgt mit Heparinen, die nicht ins Blut des Kindes übergehen. Schwangere sind laut Professor Hach-Wunderle fünffach stärker thrombosegefährdet als andere Frauen gleichen Alters. Eine Ursache sei der Druck der Gebärmutter auf die Venen im Beckenbereich, der das Blut langsamer fließen lasse. Auch der veränderte Stoffwechsel während der Schwangerschaft begünstige die Entstehung der Gefäßverschlüsse. Sie sind zwar insgesamt ein seltenes Ereignis, fügt Professor Georg-Friedrich von Tempelhoff vom Klinikum Aschaffenburg hinzu. Auf 100.000 Geburten kommt ein mütterlicher Todesfall, etwa die Hälfte davon infolge von Lungenembolien. Der Gynäkologe befürchtet aber eine Zunahme: Das hohe Alter vieler Schwangeren, die Zunahme des Körpergewichts und die steigende Zahl von Kaiserschnitten seien drei wichtige Risikofaktoren.
V. Hach-Wunderle et al.:
Diagnostik und Therapie der Venenthrombose in der Schwangerschaft.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (11): S. 521-526
G.-F von Tempelhoff:Venenthrombosen in der Schwangerschaft: Zunahme zu befürchten.DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (11): S. 527