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23.09.2006 16:53 Alter: 2 Jahre

Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs von EU zugelassen

info(at)meduni.com

Die Vakzine "Gardasil" wird in Österreich frühestens ab Mitte Oktober 2006 erhältlich sein....

Wien/Brüssel - Mit "Gardasil" (Sanofi-Pasteur-MSD) ist von der EU der erste Anti-Krebs-Impfstoff zugelassen worden, wie ein Sprecher der Österreich-Niederlassung am Donnerstag erklärte. Die Vakzine schützt vor einer Infektion mit Human Papilloma-Viren (HPV), den Verursachern fast aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen (Zervixkarzinome).

Medizin

Der Impfstoff ist nunmehr für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 15 Jahren sowie für Frauen zwischen 16 und 26 Jahren zugelassen." In Österreich werde er frühestens Mitte Oktober erhältlich sein, so der Sprecher.

Der Impfstoff "Cervarix" des Pharma-Unternehmens GlaxoSmithKline soll kommendes Jahr von den Behörden zugelassen werden, ist Studien zufolge aber nicht gegen vier Viren-Stämme sondern nur gegen zwei (HPV 16 und HPV 18) wirksam. Für den Impfstoff werde eine Registrierung für die Anwendung bei Frauen im Alter zwischen elf und 55 Jahren angestrebt.

Impfstoff

In der nun zugelassenen "Gardasil"-Vakzine - sie muss in drei Teilimpfungen verabreicht werden - sind Proteine in Form künstlicher, virusähnlicher Partikel enthalten, die von den HP-Virus-Stämmen 6, 11, 16 und 18 stammen. Dadurch ergibt sich Studien zufolge ein Schutz gegen Genitalwarzen (Stämme 6 und 11) sowie gegen die gefährlichsten Virus-Varianten, die Gebärmutterhalskrebs auslösen (HPV 16 und 18). HPV 16 und 18 sind für 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich. Keine Wirkung hat die Immunisierung bei Frauen, die schon mit HPV infiziert sind.

Weltweit erkranken pro Jahr rund 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Zahl der Todesfälle beträgt rund 274.000 pro Jahr. Für das Jahr 2020 wird mit mehr als 700.000 Neuerkrankungen weltweit gerechnet. Beim internationalen Papilloma-Virus-Kongress in Prag Anfang September sprachen sich österreichische Fachleute für die Impfung gegen HP-Viren aus, betonten aber, dass eine Impfung nicht die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ersetze. Entscheidend wird auch die Finanzierung der Impfungen für Mädchen und junge Frauen sein. Die Immunisierung wird nämlich voraussichtlich mit erheblichen Kosten - man spricht von rund 200 Euro pro Teilimpfung (drei notwendig) verbunden sein. Gespräche im Gesundheitsministerium gab es bereits.

Hintergrund

Nun könnte es erstmals gelingen, einen Killer-Krebs durch eine Impfung zu 70 Prozent zu verhindern. Bisher sind schon mehr als 100 verschiedene HPV-Stämme bekannt. Am harmlosesten sind sie als Erreger der normalen Hautwarzen. Übertragen werden HP-Viren durch Geschlechtsverkehr (relativ häufig bei jungen Frauen), in der Mehrheit der Fälle besiegt jedoch das Immunsystem das Virus. Bei einer beständigen Infektion hingegen, zum Beispiel mit HPV 16 oder 18, kann das Virus zunehmende Zellschäden im Gebärmutterhals verursachen, die schließlich in Krebs ausarten. (APA/red)