Bekannte Risikofaktoren für Arteriosklerose sind Fehlernährung mit zu hoher Fett- und Eiweißzufuhr, Nikotinmissbrauch und Bewegungsmangel. Weniger bekannt ist, dass auch Stress zu Gefäßwandablagerungen oder Plaques führt. Schon im Babyalter wird durch Stress eine Konditionierung der Arteriosklerose eingeleitet, ohne dass wir dies wahrnehmen. Boeddrich empfiehlt deshalb, bewusster auf Stresssituationen zu achten und diese zu vermeiden.
Zu den in der Praxis bei Arteriosklerose am häufigsten verwendeten homöopathischen Einzelmitteln gehören Arnica (Bergwohlverleih), Conium maculatum (Gefleckter Schierling), Plumbum metallicum (Blei) und Silicea (Kieselerde). Letzteres ist ein weit umfassendes homöopathisches Konstitutionsmittel, ein sogenanntes Polychrest. "Aus homöopathischer Sicht erscheint es ideal, einen Patienten über den gesamten Lebenszeitraum hinweg gemäß seiner Konstitution homöopathisch zu begleiten, um Krankheits-Dispositionen zu reduzieren. Oft wird davon ausgegangen, dass in solchen Fällen nur ein Mittel das richtige sei. Dem muss eindeutig widersprochen werden, da es im Verlauf eines Lebens ganz unterschiedliche Situationen und Ebenen hinsichtlich der Konstitutionsmittel gibt und sich diese dann ändern bzw. angepasst werden müssen", so die Homöopathin.
Ebenso sind Folgeerkrankungen der Arteriosklerose wie Koronare Herzkrankheit (Angina pectoris), Arterielle Hypertonie, Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Claudicatio intermittens) und Schlafstörungen mit homöopathischen Einzelmitteln gut behandelbar. Boeddrich: "Die Homöopathie bietet hier ein reichhaltiges und wirkungsvolles Instrumentarium, das die Plaquebildung in den Gefäßen mit zunehmendem Lebensalter verhindern, stoppen oder auch zurückführen kann."
U. Boeddrich:
Arteriosklerose aus Sicht der Homöopathie
Erfahrungsheilkunde 2008; 57 (8): S. 470–475