Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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ABCD-Regel dient zur Beurteilung von Hautveränderungen
Abdomen, abdominal Bauchregion, die Bauchregion betreffend
Abdominalchirurgie Chirurgie des Bauchraums
Ablatio Entfernung eines gesamten Organs, z. B. der weiblichen Brust
Abrasio Ausschabung; z.B. Entfernung von Schleimhautgewebe aus der Gebärmutter
Abstrich Zellentnahme von der Haut- oder Schleimhautoberfläche zu Untersuchungszwecken, z.B. mit Spateln oder Tupfern
Abszess Eiteransammlung in einem Gewebehohlraum
Abusus Missbrauch von Medikamenten oder Genussmitteln. Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit bzw. in übermäßiger Dosierung
Adenokarzinom Krebs des drüsenbildenden Gewebes
Adenom gutartige Geschwulst aus Drüsengewebe
ADH antidiuretisches Hormon
Adjuvans Bestandteil eines Arzneimittels oder Zugabe zu einem Arzneimittel Ein Adjuvans ist selbst unwirksam, fördert jedoch die Wirkung der anderen Komponenten.
adjuvante Therapie ergänzende Therapie nach vollständiger Entfernung eines Tumors, zur Vorbeugung eines Rückfalls
Adnektomie operative Entfernung von Eierstock und Eileiter
Adnexe Anhangsgebilde zu anderen Organen; im engeren Sinn Eileiter und Eierstöcke bei Frauen, Prostata und Samenbläschen bei Männern
Adrenalin Hormon, das im Nebennierenmark gebildet wird. Es wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet. Als Medikament wird Adrenalin beim Schockzustand eingesetzt oder wird als Zusatz von Lokalanästhetika verwendet.
AFGIS Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem
AFP Alpha-Fetoprotein (Tumormarker)
Afterloading "Nachladeverfahren"; eine Technik zur Bestrahlung eines Tumors oder Organs von innen, siehe auch Brachytherapie Verkapselte radioaktive Strahler mit sehr geringer Reichweite werden direkt im Tumor oder seiner Umgebung platziert. Die Technik dient der genaueren Eingrenzung des bestrahlten Bereichs und der gezielteren Verteilung der Strahlenenergie, sie schützt auch das medizinische Personal vor unnötiger Strahlenbelastung.
Agonist Substanz, die an einen spezifischen Rezeptor ("Empfänger") auf Zellen bindet und dort die spezifische Wirkung auslöst; z.B. Opiatagonist
AHB Anschlussheilbehandlung
AIDS engl.: acquired immunodeficiency syndrome (erworbene Immunschwäche)
AIO Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie
Akupunktur Durch Nadelstiche an bestimmten Körperstellen werden Nerven gereizt, die das Hemmsystem der Schmerzleitung im Zentralnervensystem anregen.
Akustikusneurinom an der Schädelbasis, zwischen Kleinhirn, Brücke und verlängertem Mark gelegener gutartiger Tumor. Er kann zu Schädigung und Ausfall wichtiger Hirnnerven und damit vor allem zu Gleichgewichts- und Hörstörungen führen.
akut plötzlich einsetzend, heftig; auch: von kurzer Dauer; Gegenteil von chronisch
Algesie Schmerzempfindung
Alkylantien Gruppe von Zytostatika, die ihre Wirkung durch bestimmte Veränderungen an der Erbsubstanz DNA im Zellkern entfalten
ALL Abk. für akute lymphatische Leukämie ALL tritt bei Erwachsenen eher selten auf, meist erkranken Kinder zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr daran. Bei der ALL ist eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die lymphatische Stammzelle, entartet.
Allodynie Schmerzauslösung durch Reize, die normalerweise keinen Schmerz auslösen, beispielsweise Berührung
allogen fremd, von einem anderen Menschen stammend; z.B. allogene Knochenmarktransplantation
Allopezie teilweiser oder vollständiger Haarausfall; häufige Nebenwirkung nach Chemotherapie oder bei Bestrahlung im Kopfbereich
ambulant Behandlung von zu Hause aus, nicht mit einer Aufnahme ins Krankenhaus verbunden, der Gegensatz zu stationär
AMG Arzneimittelgesetz
Aminosäure einfachster Baustein eines Eiweißes Werden Aminosäuren verknüpft, entstehen Peptide. Eine Kette von mehr als 10 Aminosäuren bildet ein Polypeptid, mehr als 100 Aminosäuren bilden ein Protein = Eiweiß.
AML Abk. für akute myeloische Leukämie; wird in verschiedene Untergruppen eingeteilt Die Entartung betrifft unreife Vorstufen von weißen Blutkörperchen, den Granulozyten oder Monozyten. Sie ist die beim Erwachsenen am häufigsten vorkommende akute Leukämieart.
Analgesie Völlige Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz-, Temperatur- oder Berührungsreizen entweder infolge von Nervenschädigungen oder aufgrund einer Narkose oder Betäubung von Nervenfasern
Analgetikum (Mehrzahl: Analgetika) Schmerzmittel
analgetisch Schmerz stillend
Analkarzinom Krebs des Afters
Analogon (Mehrzahl: Analoga) Substanz mit ähnlicher Struktur und damit meist ähnlicher Wirkung wie eine bestimmte Vergleichsubstanz
Anämie Blutarmut; Mangel an roten Blutkörperchen oder Verminderung ihres Gehaltes an rotem Blutfarbstoff., dem Hämoglobin
Anamnese Krankheitsvorgeschichte, zum Beispiel andere Erkrankungen
Anästhesie (Schmerz-)Betäubung, z.B. vor einem operativen Eingriff
anästhesiologisches Verfahren lokale und regionale Nervenblockade
Anastomose natürliche oder operativ hergestellte Verbindung von zwei Hohlorganen, von Gefäßen oder Nerven
Androgene männliche Geschlechtshormone Wichtigstes Androgen ist das Testosteron.
Angiogenese Blutgefäßneubildung Wachsende Tumoren regen auch die Angiogenese an, um ihren Nährstoff- und Sauerstoffbedarf sicherzustellen.
Angiographie Darstellung von Gefäßen im Röntgenbild nach Einspritzen von Kontrastmittel
Anorexie Appetitlosigkeit
Ansprechrate prozentualer Anteil der Patienten, bei denen eine Behandlung Wirksamkeit zeigt bzw. Anteil von Patienten, bei denen die Erkrankung sich durch eine bestimmte Behandlung zurückbildet.
Antagonist Gegenspieler; körpereigener Botenstoff oder auch Medikament, das einer anderen Substanz, dem Agonisten, entgegenwirkt
Antiandrogene Medikamente zur Ausschaltung der Wirkung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) Sie besetzen und blockieren die Androgen-Rezeptoren.
Antiangiogenese Hemmung der Gefäßneubildung (Angiogenese), dadurch werden wachsende Tumoren von der weiteren Nährstoffversorgung abgeschnitten, sie "verhungern"; möglicher neuer Ansatz in der Tumortherapie
Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika) Substanzen, die Bakterien abtöten bzw. in ihrer Vermehrungsfähigkeit beeinträchtigen
Antidepressivum Medikament, welches in der Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. In der Schmerztherapie werden Antidepressiva wegen ihrer Schmerz hemmenden (analgetischen) Komponente vor allem bei Beteiligung von neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen) eingesetzt.
Antiemetika Mittel gegen den Brechreiz; häufig zur Bekämpfung des Erbrechens bei Chemotherapie gegeben
Antigen Molekül, das vom Immunsystem als "fremd" erkannt wird; Molekül, das von einem Antikörper erkannt wird, z.B. auf der Oberfläche von Zellen
Antihistaminikum Histamin wird von den Körperzellen bei allergischen Reaktionen freigesetzt. Um diese Reaktionen zu dämpfen oder aufzuheben, können gezielt Medikamente, sogenannte Antihistaminika eingesetzt werden. Unterschiedliche allergische Reaktionen, wie entzündliche Reaktionen der Haut, Quaddelbildung, oder Reizung der Bronchien können so behandelt werden.
Antikonvulsivum Medikament zur Behandlung von Krampfleiden In der Schmerztherapie kann mit Antikonvulsiva der plötzlich einschießende Schmerz, als Zeichen für einen Nervenschmerz gut gelindert werden.
Antikörper von Immunzellen (B-Lymphozyten) gebildete Proteine Sie erkennen gezielt Strukturen, so genannte Antigene, auf der Oberfläche von Krankheitserregern, Zellen oder Molekülen und binden sich an sie. Antikörper dienen dem Immunsystem zur Erkennung und Zerstörung von Erregern oder abnormen Zellen.
Antimykotika Medikamente, die zur Bekämpfung von Pilzinfektionen eingesetzt werden
antineoplastische Therapie umfassenderer Begriff für die Behandlung von Krebserkrankungen mit Medikamenten oder Strahlen
Antiöstrogene Medikamente zur Ausschaltung der Wirkung von körpereigenen Östrogenen
Antiphlogistikum, nichtsteroidales Schmerzmittel, mit überwiegend entzündungshemmender Wirkung, Abkürzung NSAID (nonsteroidal antiinflammatory drugs), nichtsteroidale Antiphlogistika.
Antiseptikum Desinfektionsmittel; Wirkstoff, der Mikroorganismen, beispielsweise Bakterien und Viren abtötet. Er dient zur Verhinderung von Infektionen.
Antitussivum Medikament, welches eine Hustenreiz hemmende Wirkung hat. Einige Morphinabkömmlinge haben eine überwiegend Husten dämpfende Wirkung beispielsweise Codein, Dihydrocodein, Hydrocodon.
antizipatorische Übelkeit antizipatorisch = vorgreifend, vorwegnehmend, erwartend, vorausahnend Antizipatorische Übelkeit kann nach einer Krebstherapie auftreten, wenn zum Beispiel zunächst durch die Chemotherapie ausgelöstes Erbrechen nicht ausreichend behandelt wurde. Dann reicht unter Umständen später schon der Geruch in einer Arztpraxis aus, um Erbrechen auszulösen.
Anus praeter künstlicher Darmausgang in der Bauchwand
AOK Allgemeine Ortskrankenkasse
AP alkalische Phosphatase
Apherese Technik zur apparativen Trennung von Blutbestandteilen; Anwendung z.B. zur Sammlung von Stammzellen zur Transplantation oder zur Entfernung von krankhaften Bestandteilen des Blutplasmas bei Blutkrebserkrankungen
APL akute Promyelozyten-Leukämie
Aplasie fehlende Entwicklung oder Neubildung von Zellen oder Geweben; Knochenmarkaplasie: Zustand nach Zerstörung des Knochenmarks zur Vorbereitung einer Stammzelltransplantation bei Leukämien oder Lymphomen
Apoptose durch die Zelle aktiv ausgelöster (programmierter) Zelltod Die Hemmung der natürlichen Selbstauflösung von defekten Zellen durch veränderte Apoptosegene spielt wahrscheinlich eine Rolle bei der Entstehung von Tumoren.
Appendix Anhang, Anhängsel, Ansatz, Fortsatz, z. B. wurmförmiger Fortsatz am unteren Ende des Blinddarms
Applikation Gabe, Verabreichung
Apudom hormonproduzierender Tumor, überwiegend im Verdauungstrakt, seltener im Bronchialsystem Die Abkürzung APUD steht dabei für engl. "amine precursor uptake and decarboxylation" und beschreibt den veränderten Stoffwechsel dieser Tumoren.
Äquivalenzdosis Errechnete Dosis eines neuen Medikaments, welche der Dosis des bisherigen Medikamentes entspricht.
Aromatasehemmer Substanzen, die die Östrogenproduktion außerhalb der Eierstöcke vermindern; hemmen ein Enzym, das für die Umwandlung von Vorstufen in Östrogen verantwortlich ist; Anwendung v. a. in der Antihormontherapie von Brustkrebs
ASI aktiv-spezifische Immuntherapie
ASS Acetylsalicylsäure, "Aspirin"®
Asthenie Schwäche, Entkräftung, Kräfteverfall
Astrozytom Gehirntumor, der von den Stützzellen im zentralen Nervensystem, den so genannten Astrozyten ausgeht Astrozytome können langsam wachsen (gutartige Astrozytome) oder als bösartige Tumoren vorliegen
Aszites Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle; sie kann z. B. bei Tumorbefall des Bauchfells (Peritonealkarzinose) auftreten.
Atemdepression herabgesetzte Ansprechbarkeit des Atemzentrums im Gehirn
ATRA all-trans-Retinsäure, Tretinoin
AU Arbeitsunfähigkeit
Augmentation Vergrößerung
Augmentationsplastik plastisch operative Vergrößerung eines Körperorganes, auch plastische Operation zur Defektfüllung z. B. im Gesichtsbereich oder der Brust
autolog vom Patienten selbst stammend; z.B. autologe Blutstammzelltransplantation
Axilla, axillär Achselhöhle, die Achselhöhle betreffend
axilläre Lymphknoten-Dissektion operative Entfernung der Achsellymphknoten
AZ Allgemeinzustand


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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 04.06.2008