Vorwort
Fazit
Einige sinnvolle Universitäten
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Fragt man alle Kinder einer Grundschulklasse nach ihren Berufswünschen, wird man neben vielen Astronauten und Lehrern garantiert auch einen ganzen Stab zukünftiger Ärzte finden. Während die späteren Astronauten jährlich weniger werden, bleibt der Traum einmal Arzt zu werden oft ein Leben lang bestehen. Leider wird vielen zukünftigen Ärzten schon der Beginn ihrer Ausbildung verweigert, da sie den hohen NC-Beschränkungen nicht standhalten können und nur über eine endlose Wartezeit zum Studium zugelassen werden. Doch nicht in allen Ländern ist die Zulassung zum Medizinstudium so widrig wie in Deutschland. Da Deutschland eines der wenigen Länder ist, in dem die Studienplatzvergabe primär über die Abschlussnote geregelt ist, können die unterschiedlichen Systeme anderer Länder Möglichkeiten bieten, sein Studium ohne lange Wartezeit aufzunehmen und gleichzeitig persönlich und für seine Ausbildung von dem Auslandsaufenthalt zu profitieren. Der Clou am Studienbeginn im Ausland ist, dass man sich nach einigen Semestern direkt an einer deutschen Uni bewerben kann und sich somit den Umweg über die Zvs spart. Einzige Bedingung ist laut Landesprüfungsamt, "dass die im Ausland erbrachten Studienleistungen äquivalent zum deutschen Studium sind".
Man kann also direkt nach dem Abitur sein Studium im Ausland aufnehmen und danach an eine deutsche Uni wechseln ohne die von der Zvs in Aussicht gestellte Wartezeit wirklich mit warten verbringen zu müssen.
So sieht die theoretische Möglichkeit aus. Doch das Medizinstudium ist in allen Ländern sehr begehrt und es gibt immer mehr Bewerber, als tatsächlich Plätze vorhanden sind. Allerdings sind die Verfahren mit denen man versucht die Studenten zu selektieren von Land zu Land verschieden und manche Systeme bieten den deutschen Bewerbern deutlich höhere Chancen auf einen Studienplatz als an einer Universität in der Heimat. Angefangen von Studiengebühren, über Interviews und Aufnahmetests, bis hin zu Siebungsklausuren, ist die Palette der Aufnahmeverfahren breit gefächert. Tendenziell zeigt sich, dass Universitäten bei denen der Bewerber gute Chancen auf einen Studienplatz hat, nur über hohe Studiengebühren zugänglich sind.
Nachfolgend versuchen wir euch eine grobe Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten zu geben die ihr habt, wenn Ihr Euer Medizinstudium im Ausland beginnen möchtet. Einerseits versuchen wir Euch die interessantesten Länder vorzustellen, andererseits werden Länder behandelt zu denen wir regelmäßig Anfragen bekommen. In unserem Internationalen Studienführer Medizin bieten wir außerdem ausführliche Informationen speziell zu vielen einzelnen Ländern.
Da jeder deutsche Abiturient der englischen Sprache mächtig ist, kommen englischsprachige Studiengänge für die meisten Interessenten am ehesten in Frage. Die Fachsprache der Mediziner ist Latein und deshalb in allen Ländern gleich. Leider sind die Möglichkeiten in England und Amerika begrenzt. Um in England einen Studienplatz greifbar zu machen, sollte man zunächst ein Foundation Year absolvieren, um sich dem Niveau der englischen Schulbildung anzupassen. Danach muss man die Universitäten im Interview von seiner Motivation und seinen Fähigkeiten überzeugen. Bewerber sollten kleineren Universitäten auswählen, da dort das Verhältnis zwischen Bewerbern und Studienplätzen ausgeglichener ist und die Studiengebühren oft erheblich niedriger sind. Mit dem Foundation Year und dem Physikum in der Tasche, kann man nach drei Jahren problemlos zurück nach Deutschland wechseln und dort sein Studium fortsetzten.
Anders verhält es sich in den USA. Das dortige Ausbildungssystem ist durch den unterschiedlichen Aufbau nicht mit dem in Deutschland vergleichbar. Entscheidet man sich für Amerika, entscheidet man sich für ein Vollstudium, da ein Wechsel nach Deutschland während des Studiums nicht möglich, oder nur schwierig möglich ist. Auf der einen Seite ist die amerikanische Medizinerausbildung für Normalverdiener nicht bezahlbar, auf der anderen Seite bekommen die Studenten dort auch in den Genuss der mitunter besten Ausbildung weltweit. Zudem ist das System sehr elitär und gerade der Sprung von der Pre-Med-School in ein Materprogramm, ist eine Hürde an der viele Studenten scheitern.
Auch nicht gerade günstig sind die Studiengebühren an mehreren Universitäten in Osteuropa. Allerdings bekommt man dort einfacher einen Studienplatz und hat außerdem noch die Möglichkeit während des Studiums zurück nach Deutschland zu wechseln. In der Regel verläuft die Ausbildung so, dass der theoretische Unterricht vollständig auf Englisch abgehalten wird. Einheimische Sprachkenntnisse werden erst im klinischen Teil, ab dem 3. Studienjahr, zur Kommunikation mit Ärzten und Patienten benötigt. Die englischsprachigen Studiengänge in Osteuropa wurden oft aufgrund finanzieller Engpässe der Universitäten ins Leben gerufen, da von internationalen Studenten höhere Studiengebühren verlangt werden. Das heißt allerdings nicht, dass die Qualität des Studiums die Studiengebühren nicht rechtfertigt, oder dass man sich lediglich für viel Geld einen Studienplatz für ein mittelmäßiges Studium kauft. Die Ausbildung an diesen Universitäten ist, eben aufgrund der Studiengebühren, von den Rahmenbedingungen besser als an Universitäten in Deutschland. Die Studenten werden in kleinen Kursen individuell betreut und haben auch im praktischen Teil der Ausbildung bessere Möglichkeiten sich zu entfalten. Die dort erworbenen Abschlüsse sind nicht weniger anerkannt oder prestigeträchtig, als in anderen europäischen Ländern.
Wer sich auch in anderen Sprachen zurechtfindet, hat zum Beispiel in Italien gute Chancen einen Studienplatz zu bekommen. Dort sind sogar die Studiengebühren verhältnismäßig niedrig. Die einzige Hürde ist, neben der Sprache, ein Aufnahmetest samt Interview, bei dem man chancengleich mit den italienischen Bewerbern konkurriert. Wer noch nicht fließend Italienisch spricht, kann sich mit einem speziellen Sprachkurs auf Test und Studium vorbereiten. Ein Wechsel zurück nach Deutschland ist nach dem Physikum problemlos möglich. Ein Vollstudium empfiehlt sich nur bedingt, da das italienische Studium sehr verschult ist und auf praktische Berufserfahrung wenig wert gelegt wird.
Ähnlich verhält es sich in Spanien. Jedoch ist die Aufnahmeprüfung, das "Selectividad", wesentlich schwieriger als in Italien. Ob man für einen Studienplatz zugelassen wird, errechnet sich aus der Abiturnote und den Ergebnissen im Selectividad. Von der Ausbildung her ist das spanische Studium sehr verschult; Famulaturen sind meist freiwillig und binden die Studenten kaum in die ärztlichen Tätigkeiten ein. Auch aufgrund der schwierigen Abschlussprüfung "MIR", die den gesamten Stoff der sechs Studienjahre beeinhaltet, ist ein Vollstudium in Spanien nicht unbedingt empfehlenswert. Wer aber als Studienbeginner die drei "großen Scheine" in Biologie, Chemie und Physik absolviert, bekommt diese anerkannt und kann zurück an eine deutsche Uni wechseln.
Frankreich verfügt über eines der besten Systeme zur Ausbildung ihrer Mediziner und das Studium ist nicht zulassungsbeschränkt. So streiten sich aber im ersten Semester an manchen Unis 700 Studenten um 100 Sitzplätze im Hörsaal. Doch nach dem ersten Semester finden bereits Siebungsklausuren statt, die nur die besten Studenten (ca. 15-20%) bestehen. Wer eine ernsthafte Konkurrenz für die französischen Studenten sein möchte, sollte ausgezeichnete Französischkenntnisse mit ins Studium bringen. Fühlt man sich der elitären französischen Ausbildung gewachsen, kann man nach dem ersten Semester eine ausgezeichnete Ausbildung genießen. Im Klinikum wird morgens Theorie und nachmittags Praxis unterrichtet. Für die Ärzte ist die gründliche praktische Ausbildung meist keine Klausel, sondern eine Ideologie.
Länder wie Österreich und die Schweiz bieten leider keine Chancen, trotz Zvs Absage ein Studium aufzunehmen. In der Schweiz muss man entweder Staatsbürger sein, oder mindestens fünf Jahre in der Schweiz leben. Österreichische Universitäten nehmen Medizinstudenten nur dann auf, wenn sie in Deutschland bereits einen Studienplatz vorweisen können. Auch in anderen Nachbarländern wie Belgien und den Niederlanden sind die Möglichkeiten begrenzt. Da einheimische Studenten die medizinischen Fakultäten bereits überrennen, gibt man kaum Kontingente für ausländische Studenten frei. Per Losverfahren kann man mit viel Glück einen Studienplatz bekommen.
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Als Fazit kann man gerade die Universitäten in Tschechien und Ungarn hervorheben. Dort haben deutsche Studenten die besten Chancen einen Studienplatz zu bekommen und auch der Wechsel zurück nach Deutschland gestaltet sich problemlos. Einer der Hauptvorteile ist, dass man mit dem Abitur bereits für das Studium qualifiziert ist und sich konkret bewerben kann, ohne sich wie in England erst durch ein Foundation Year oder in Italien durch einen Intensivsprachkurs vorzubereiten und letztendlich doch keine Garantie auf einen Studienplatz zu haben. Außerdem regulieren sich die recht hohen Studiengebühren oft durch die niedrigeren Lebenskosten.
Erschöpfende Dokumentation des Studienaufbaus
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Ganz im Osten von Ungarn liegt die Universität von Debrecen die ein englischsprachiges Studium der Humanmedizin anbietet. Erst im klinischen Teil benötigt man ungarische Sprachkenntnisse zur Kommunikation mit Ärzten und Patienten. Die Chancen in Debrecen einen Studienplatz zu bekommen, sind trotz Aufnahmetest und Interview ausgesprochen hoch. Einziges Manko sind die Studiengebühren von ca. 6.000 € pro Semester.
Ebenfalls in Ungarn, gibt es an der Semmelweiß Universität in Budapest sogar einen deutschsprachigen Studiengang. Die Bewerberzahlen sind allerdings ernüchternd.1200 Bewerber streiten sich um 150 Studienplätze. Auswahlkriterien sind hier unter Anderem Berufserfahrung im Gesundheitswesen, gute Noten in naturwissenschaftlichen Leistungskursen und ein Abi-Schnitt von mindestens 2,5. Die Studiengebühren betragen ca. 8.000 € pro Semester.
Für Aufsehen sorgt derzeit eine neue Kooperation zwischen dem Klinikum in Chemnitz und der Karluniversität in Prag. Dort versucht man einen Studiengang ins Leben zu rufen, der die theoretischen Einheiten in Prag und die praktischen in Chemnitz abhandelt. Dadurch soll das Studium komplett deutschsprachig sein. Obwohl die erste Garde von deutschen Studenten bereits in Prag studiert, scheint es noch einige Startschwierigkeiten zu geben. Bislang wird der Unterricht zum Beispiel auf Englisch gehalten, da noch keine deutschsprachigen Professoren zur Verfügung stehen.
in Tschechien gibt es aber noch weitere medizinische Fakultäten, die ein englischsprachiges Studium anbieten. Aufgrund der Studiengebühren von ca. 10.000 $ im Jahr und dem niedrigen Bekanntheitsgrad, sind die Aussichten auf einen Studienplatz sehr gut.
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