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Medizinforum

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Alle Kategorien > Medizinforum > Gesundheitsforen: > Gesundheit allgemein > Periduralanästhesie und Tätowierung?
Anzahl Nachrichten: 12 - Seiten (2): [1] 2
Benutzerbild Autor: phoenlx
Erstellt: 08. Mär 2006 - 14:35:52
Betreff: Periduralanästhesie und Tätowierung?
Hallo,

Ich hätte da mal eine frage bezüglich eines themas über das ich in einem Forum gestolpert binn.

Nachdem ein drittel der 18 bis 30 jährigen zur Tätowierten bevölkerung gehören denke ich das da eine fundierte und medizinisch korrekte aussage mal wichtig wäre.

http://www.tattooscout.de/component/option,com_forum/Itemid,43/page,viewtopic/t,2939/

Kurz zusammengefasst macht dieses gerücht in mehreren Foren die runde.

Es wird behauptet das bei einer Übertätowierten Wirbelsäule eine betäubung über einen Zugang zum Rückenmarkkanal, was so weit ich mich von der geburt meiner tochter erinnere, Peridoralanestäsie nennt, diese nicht gemacht wird.

Teilweise auch mit der zusätzlichen behauptung das Tattoofarbe in das rückenmark gelangt.
Wobei dort nicht darauf eingegangen wird was diese bewikt wenn sie denn da hin gelangt.

(Ich denke das dieses eine Ente zur Sensationsmache ist, genau wie die immerwiederkehrenden Warnungen das mann sich schwerste verbrennungen zu zieht wenn man als Tätowierter in die röhre muss-ctg mrt

Hoffe hier eine ausführliche und medizinisch fundierte aussage bekommen zu können. Wenn dies bezüglich etwas drann sein sollte auch eine realistische risikoeinschätzung.

Danke schon mal im Vorraus

Marc
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Benutzerbild Autor: phoenlx
Erstellt: 11. Mär 2006 - 00:40:50
Betreff: Megatollesforum!!!
Schade das einem hier bisher in meinem falle , so wenig weitergeholfen werden konnte.

Hätte eine fundierte antwort schon für wichtig befunden alleine weil eine sehr große gruppe von dieser problematik betroffen ist.

Schade, schade das man uns bunte nur die meinungs, stimmungs mache der Bildzeitung zugesteht aber nicht eine neutrale aufklärung.
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Benutzerbild Autor: max
Erstellt: 11. Mär 2006 - 13:23:28
Betreff:
Nun aber mal langsam: :cow:

1. Du meinst Periduralanästhesie
2. 1 Fragezeichen in der Überschrift genügt zum Verständnis
3. Ein bisschen mehr Zeit musst du den Leuten schon zum Antworten geben.
4. Dass du bisher noch keine Antwort bekommen hast, liegt bestimmt nicht in irgendeiner Art von Diskriminierung
5. Was sagt denn der/die Arzt/Ärztin deines Vertrauens zu dem Thema?

Links zum Thema PDA: http://www.medinfo.de/index.asp?r=955&thema=Peridurale+An%E4sthesie
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Benutzerbild Autor: max
Erstellt: 11. Mär 2006 - 13:44:31
Betreff:
Ich hab' jetzt ein klein wenig Literatursuche betrieben und dabei folgendes gefunden:

Punkt1: Es gibt wenig Literatur zum Thema und es finden sich keine dokumentieren Fälle, in denen es zu Komplikationen bei einer PDA bei Tätowierten gekommen ist.

Punkt2: Es ist ein Problem und es wird versucht wenn irgendwie möglich ein Durchstechen einer Tätowierung zu vermeiden - obwohl eben keine aufgetretenen Komplikationen bekannt sind. Trotzdem besteht ein theoretisches Risiko der Verlagerung von Pigmenten in den Wirbelkanal. Darüber sind sich aber die Behandelnden im Klaren!
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Benutzerbild Autor: phoenlx
Erstellt: 13. Mär 2006 - 07:40:32
Betreff:
Hallo,

entschuldigung für meine forsche art.
Binn durch den etwas unkonventionellen Stil in der von mir moderierten Community wohl etwas zügellos. Werde versuchen in Zukunft hier etwas mehr die Form zu wahren.

Danke für deine Bemühungen.
Meine Allgemein Ärztin konnte mir nicht all zu explizite Auskünfte geben.

Zu guter lezt bleibt un nurnoch die frage was eine verlagerung von Pigment in den Wirbelkanal bewirkt/bewirken kann.

Ist ja schön wenn sich die Behandelnden darüber im klaren sind nur die daraus resultierenden Effekte (auch wenn nur theoretischer natur) nirgend wo nach zu lesen sind.

Das ist dann die einzig verbleibende Wissenslücke die nun noch zu klären wäre.

Ich fände es klasse wenn einer von euch die ihr vieleicht eher die möglichkeit habt euch zu informieren (Kann ja schlecht den nächsten Anestäsisten damit belästigen) da noch etwas herraus finden könnte.

Nochmals Sorry und danke

Marc.
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Benutzerbild Autor: max
Erstellt: 13. Mär 2006 - 13:35:55
Betreff:
Entschuldigung angenommen!

Aus meinem Halbwissen heraus denke ich mal, dass die Gefahr einer Fremdkörper-Entzündung besteht. Immerhin sind es keine Bakterien oder andere Tierchen, die sich auch noch wunderbar vermehren können sondern nur totes Pigment, ABER auch das wird vom Körper erkannt - weil normalerweise nichts fremdes in diesem Raum (im Wirbelkanal) zu finden ist.
Also kommt es zu einer Entzündungsreaktion - der Körper versucht den Fremdkörper aufzulösen. Vermutlich wird im das nicht gelingen also geht er zu Plan B über: Den Fremdkörper einhüllen und quasi wegsperren und damit unschädlich machen. Leider können solche Reaktionen außer Kontrolle geraten, sich ausbreiten und die sehr empfindlichen Strukturen in der Umgebung zerstören. Folge: Lähmungen, Missempfindungen, Schmerzen, Sensibilitätsverlust, Inkontinenz, Impotenz etc.

Ich persönlich bin sowieso kein Fan von Tätowierungen, Piercings o.ä. - deshalb empfehle ICH, diesen Bereich des Körpers auszulassen - oder eine mögliche Einstichstelle kunstvoll in ein Bild einzubauen!

max.
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Benutzerbild Autor: phoenlx
Erstellt: 17. Mär 2006 - 01:00:31
Betreff:
So hier eine anfrage an herrn Prof. H. Wulf von der Philips-Universität Maarburg Leiter des Arbeitskreises Regional-Anestäsie der deutschen Gesellschaft für anestäsie und Intensievmedizin (Fachverband)
die in einer Fachzeitschrift gestellt wurde und die er in zusammen arbeit mit volgenden Kolegen:

unter Mitarbeit von M.Hertl (Dermatologie) und B.Folz (HNO) (beide Universitätsklinikum Marburg) und R.M. Szeimies (Dermatologie, Universitätsklinikum Regensburg

Beantwortet hat.

Fragestellung:
Ist ein „Tattoo“ eine Kontraindikation für Spinal- oder Epiduralanästhesie?

Gibt es Bedenken, wenn Patienten/-innen im vorgesehenen Punktionsbereich für Spinal- oder
Epiduralanästhesie Körpertattoos tragen , da Farbpartikel aus dem tätowierten Bereich in den
Spinalkanal verschleppt werden könnten?

Antwort: H. Wulf (Marburg)

Theoretisch besteht das Risiko der Translokation von Farbpartikeln und Gewebeteilen in den Epidural- oder Intrathekalraum, insbesondere wenn großlumige Kanülen ohne Stilett verwendet werden. Bekannt ist die Diskussion um die Translokation von Epidermisbestandteilen in die Tiefe, die als mögliche Ursache für die Ausbildung von Epidermoidzysten und -tumoren im Spinalkanal bei Kindern erwähnt wird (1).

Die Tattoo-Farbstoffe werden zum Teil phagozytiert und lassen sich auch in den drainierenden Lymphknoten nachweisen. Klinische oder experimentelle Untersuchungen speziell zur rückenmarknahen Anästhesie sind nicht bekannt, lediglich drei Fälle klinischer Anwendung sind publiziert (1).

Einige der Substanzen könnten neurotoxisch sein, wobei sicher nicht allen Komponenten bezüglich ihrer Neurotoxizität überprüft sind. Im Einzelfall wird aber oft die Art und Zusammensetzung des Farbstoffes kaum zu recherchieren sein. Schwarze Tattoofarbe besteht häufig aus relativ inerter Tusche, während andere Farben auch aus etwas aggressiveren Azofarbstoffen o.ä. zusammengesetzt sein können. Häufig werden Autolacke verwendet, die chemisch eher inert sind. Die Induktion von Immunreaktionen und toxischer Reaktionen ist somit eher unwahrscheinlich, zumal die translozierte Menge gering ist und bereits deponierte Pigmente aufgrund ihrer Größe und fehlenden Löslichkeit kaum relevante Reaktionen auslösen werden.

Das Risiko von Komplikationen dürfte also insgesamt sehr gering sein, da
- zum einen bestenfalls äußerst geringe Mengen von bereits in der Haut eingebrachten und dort phagozytierten oder in Lymphknoten abgelagerten Farbstoffpartikeln verschleppt werden und
- zum anderen diese Farbstoffpartikel insgesamt in der Haut relativ gut vertragen werden und das Potential schwerer Gewebsschädigung in anderen Geweben somit vermutlich ebenfalls nicht allzu hoch einzuschätzen ist.

Zur praktischen Vorgehensweise empfiehlt es sich bei Bedenken, entweder auf farbstofffreie Areale des Tattoos für die Punktion auszuweichen ("im Auge des Drachen punktieren...") oder die Haut mit einer Lanzette zu perforieren und die eigentliche Punktionskanüle dann ohne Kontakt zu den Farbstoffpartikeln einzuführen.

Fazit: Ein Tattoo stellt somit nach gegenwärtigem Kenntnisstand keine relative oder absolute Kontrainikation für eine Spinal- oder Epiduralanästhesie dar"

1. Douglas MJ, Swenerton JE. Epidural anesthesia in three parturients with lumbar tattoos: a review of possible implications. Can J Anesth 2002; 49: 1057-60.

Offene fragen sind natürlich fragen nach schädigenden Inhaltsstoffen in der tattoofarbe beschrieben und deren generelle wirkung auf den organismuss, speziell im Spinalraum.
Diese lässt sich aber nahezu kaum bis garnicht beantworten da bei der vielzahl an anbietern und der größe der farbpalette kaum bis keine aussage zu machen ist.
Es ist schier unmöglich alle farben aller hersteller auf zu listen.

Eine recherche bei den Führenden herstellern nach Farbinhaltsstoffen und verwendeter Pigmente hat ergeben das sie frei von extrem gefährlichen Karzinogenen, Mutagenen Stoffen sind.
Autolacke so wie Azopigmente kommen nicht vor.(wären Karzinogen und je nach gruppe auch Mutagen)

Als abschließende absolut wichtigste empfehlung kann ich jedem nur empfehlen in gute und etablierte nach allgemeinen Standarts arbeitenden Tattoostudios zu gehen.

Wenn ihr zweifel habt fragt nach und fragt nach inhaltsstoffen. Ein gutes studio wird euch informationen niemals verweigern oder als lapidare frage ab tun.

Wenn ihr euch für Tattoos und allem was damit zu tun hat informieren wollt kommt ihr in folgendem Forum am besten zum Ziel.

www.tattooscout.de

und das sage ich nicht nur weil ich dort als Moderator tätig binn.
Danke noch mal für eure hilfe.
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Autor: unbekannt
Erstellt: 21. Jun 2006 - 15:21:45
Betreff:
Zur Info:
Es können sich sehr wohl Farb-Pigmente lösen und in den Spinalgang gelangen. Dort könnten sie dann sogar eine toxische Reaktion auslösen wobei es zu neurologischen Ausfällen kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit das dass passiert ist aber äusserst, weshalb es trotzdem gemacht wird(wobei man versucht in die freien Stellen des Tattoos zu stechen), wenn das Tattoo allerdings wirklich genau auf der Einstichstelle sitzt oder eine große Kanüle genommen werden muß, wird es nicht gemacht.
Eve
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Autor: unbekannt
Erstellt: 29. Jun 2006 - 11:31:33
Betreff:
Habe ich zufällig gelesen...

Tattoos schaden Müttern
Junge Frauen sollten auf Tätowierungen der Lendenwirbelsäule lieber verzichten, empfiehlt die "Ärzte-Zeitung". Der Grund: Die Tattoos über dem Po können zum Problem werden, wenn bei einer Geburt an dieser Stelle eine regionale Betäubung ("Periduralanästhesie") notwendig wird. Nach den Erfahrungen von US-Anästhesisten können beim Einstich in den Zwischenwirbelraum allergene und eventuell giftige Farbpigmente aus dem Tattoo in tiefere Gewebeschichten gelangen und dort Irritationen oder geschwulstartige Gewebewucherungen hervorrufen.

Gruß Alex
[Not yet rated]
Autor:
Erstellt: 23. Sep 2006 - 16:42:09
Betreff:
Hallo liebe Mediziner!

Derzeit sind Entfernungen von Tätowierungen sehr in Mode! ...
Tätowierungen sind groß in Mode. Sich tätowieren zu lassen kostet viel Geld und wird gerne privat bezahlt. Wenn die Tätowierung später lege artis entfernt werden soll, so kann diese Maßnahme der Solidargemeinschaft nicht aufgebürdet werden. Die Entfernung von Tätowierungen ohne Komplikationen (z. B. großflächige Vereiterungen) ist ausschließlich eine IGeL-Leistung. Grundsätzlich muss jede IGeL-Leistung auf der Basis der GOÄ abgerechnet werden. Entspricht die Leistung nicht exakt der GOÄ-Leistungslegende, ist es ratsam, in der IGeL-Rechnung die GOÄ-Ziffer als Analog-Ziffer durch Zusatz des Buchstaben "A" zu benutzen.

(Quelle: Arzt & Wirtschaft 08/2006, 54)
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